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    Alt 27.09.2008, 07:43   #1
    guy.friland
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    Aus welchen Gründen gelingt es einigen Menschen einen lebendigen Zugang zur klassischen Musik zu finden und anderen überhaupt nicht? Was hat Sie jeweils behindert oder aber gefördert?


    Für den Einstieg in das Gespräch eine persönliche Vorgabe zu geben, sei mir bitte gestattet: Mein Zugang wurde mir nicht aufgenötigt, sondern er hat sich mir in einem Alter von 12 bis 16 Jahren durch eine Musik, die mir auf Anhieb gefiel, eröffnet. Ich nenne die Werke, die dazu beitrugen: der "Gefangenenchor" aus Verdis Oper "Nabucco", "Die Polowetzer Tänze" aus der Oper "Fürst Igor" von Alexander Borodin, das "Capriccio italien" von Tschaikowski, "Die Nacht auf dem kahlen Berge" und "Die Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgsky usw.


    Viel russische Musik war dabei. Die anderen Klassiker kamen später, so nach und nach. Das Schönste waren immer die eigenen Entdeckungen und die im Hören bestätigten Anregungen anderer, das Allerschönste war jeweils das erste Mal. Und jetzt? Immer noch. Und immer wieder das erneute und reichere Hören.
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    Alt 27.09.2008, 07:46   #2
    guy.friland
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    Wie stark zählen alle die vielfältigen Musikeindrücke, die ohne unser Zutun von außen kommen?


    Vieles hatte und habe ich noch im Ohr, was ich teils gemocht, teils aber auch nicht gemocht habe. Manches beurteile ich inzwischen viel milder und gerechter als früher: z. B. die Vorliebe meiner Oma für Walzer etc. von Strauß und Lanner, weniger die ihre für das schubertverschnittige "Dreimäderl-Haus" und für Operetten. Operettenmusik kenne ich seit meiner Kindheit deswegen recht gut, ohne sie (wie später Musicals) - mit ganz ganz wenigen Ausnahmen - wirklich zu mögen. Ein anderer Eindruck war die von meinem übrigens völlig unmilitaristischen Opa hochgeschätzte Marschmusik, zu der er mich an Sonntagvormittagen im Sommer recht häufig in den Mirabellgarten mitgenommen hat. Hinzukamen die von meiner Mutter bevorzugten und von ihr selbst gespielten Klaviertranskriptionen von E- und U-Musik der verschiedensten Art; aber auch "leichte" Mozart- und Haydn-Sonaten und Schubertmärsche, die sie gerne vierhändig spielte, waren dabei. Ihr Bruder hörte sich oft (offenbar auch schon während der NS-Zeit und nun danach erst recht) bevorzugt Glenn Miller - Musik an ("In the Mood" etc.).
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    Alt 30.09.2008, 00:40   #3
    kralle194
     
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    Die wichtigste Bedingung für das Interesse an klassischer Musik ist Stille. Freiraum im Kopf, der genaues Zuhören ermöglicht. In einen freien offenen Kopf zur rechten Zeit unter behutsamer Führung ein paar Abschnitte aus einem Meisterwerk und die Neugier ist geboren.Ist unter den heutigen Bedingungen nicht mehr möglich. Heute zerfrißt der Kommerz den Kindern die Seelen und die Ohren und die Eltern stehen daneben, gucken zu oder machen mit...


    Außerdem ist die klassische Musik selbst dem Kommerz verfallen, es zählen nur noch Jugend , Perfektion, Technik. Inhalt? Aussage? Emotionales Risiko? Fehlanzeige. Ich kann es niemandem verübeln, der dazu keinen Bezug mehr findet....


    Ich bin in der DDR aufgewachsen. Dort gab es massenhaft Stille und eigentlich nur Klassik-Schallplatten. Und ja teilweise auch wirklich sehr gute Opernaufführungen.


    Und in der Schule hatten wir eine Musiklehrerin mit Sex-Appeal. Wir liebten sie alle. Egal, ob sie uns die Moldau oder den Donau-Walzer verklickerte, den Freischütz oder die Egmont-Ouvertüre; es war, als hätte Gott gesprochen. Persönlichkeiten entscheiden viel. Sie war bestimmt keine große Musikerin, sondern sah schön aus, hatte Ausstrahlung und Begeisterung. Sie mobilisierte uns zum Hinhören und auch zum Selber-Üben. Was will man mehr.
    kralle194 ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 30.09.2008, 13:40   #4
    guy.friland
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    Vielen herzlichen Dank, liebe Kralle, für diese schöne Antwort.
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    Alt 06.10.2008, 16:40   #5
    Insulaire
     
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    Meine wirkliche erste Begegnung mit der klassischen Musik fand eigentlich erst in meinem 15. Lebensjahr statt. Da ging es mit dem Schulbus zum Nationaltheater in München. La Bohéme. Diese wunderschöne Aufführung werde ich niemals vergessen. An die überwältigende "Musikfülle" und die damit verbundenen Emotionen denke ich heute noch. Alles stimmte und passte (der neben mir immer wieder laut schnarchende Mitschüler, der oft meinen Ellenbogen zu spüren bekam, weniger). Auch an das Bühnenbild kann ich mich noch erinnern.
    Meine erste Oper! Zuvor hatte mich "nur" Jazz begeistern können, - und natürlich die Beatles.
    Danach tastete ich mich mit Beethoven weiter vor und besuchte alle Konzerte in meiner Reichweite, soweit mein winziger Geldbeutel das damals zuließ. Später hatte ich verschiedene Theaterabonnements in Stuttgart und München.
    ... Leider stelle ich nun fest, dass ich mir bisher viel zu wenig Zeit für Opern- oder Konzertbesuche nahm und mein Wissen um die klassische Musik doch sehr gering ist.
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    Alt 13.10.2008, 13:43   #6
    guy.friland
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    Meine erste Oper war wie bei vielen Kindern früherer Jahrzehnte "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck. Ich sah und hörte sie im Alter von 4 oder 5 Jahren zusammen mit meiner Mutter im Salzburger Landestheater.


    Später wichtig war für mich die allererste Begegnung mit Webers "Freischütz" im schulischen Musikunterricht, mit kursorischem Notenlesen. Seitdem liebe ich das Anhören (nicht Sehen!) dieser Oper ähnlich wie das intensive Anhören des Schumannschen Klavierkonzertes, das allerdings mehr noch als die Oper unter häufigem Hören überhaupt nicht leidet. Bis heute lasse ich mir gute und sehr gute Aufnahmen von ihm kaum entgehen, während ich beim "Freischütz" bewusst und sehr viel leichter die Hörhäufigkeit dosiere.
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    Alt 31.01.2009, 19:51   #7
    almebo
     
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    Bei mir hat den Ausschlag gegeben, dass ich mich frühzeitig für die Klassische Musik entschied, alleine meine Mutter, die mit viel Hingabe mir abends immer vor dem Einschlafen:

    "Maikäfer flieg" vorgesungen hat.


    MAX
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    Lieber ein eckiges Etwas,
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    Alt 08.06.2011, 16:03   #8
    la_magdalena
     
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    la_magdalena befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    ich bin in erster linie auch kein waschechter und leidenschaflticher Klassikfan...

    ich liebe jedoch crossover.
    pop und rock musik in verbindung mit klassik - was gibt es besseres?!

    bestes beispiel ist david garrett, der die klassische geigenmusik charts tauglich umgewandelt hat - moderne lieder adaptierte und damit massen begeistert.

    nichts desto trotz bleibt er auch der "echte" klassik treu, gibt weiterhin konzerte mit ausschließlich klassischen klängen...

    dennoch setzte er (wie auch schon andré rieu) einen meilenstein für die klassik!
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    Alt 08.06.2011, 16:04   #9
    la_magdalena
     
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    la_magdalena befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
    Standard Matrix - Live - Film in Concert

    apropo crossover:
    klassik und science fiction in kooperation!
    ein unglaubliches Event steht bevor und ich konnte es kaum glauben als ich davon gelsen habe!

    Am 08.10.2011 findet in der Arena Leipzig ein großartiges Film-Live-Konzert statt.

    "Matrix - Live - Film in Concert" kombiniert visionäre Science-Fiction-Bilder mit fantastischen Klängen.

    Der Fokus der Vorstellung verlagert sich dabei auf Don Davis´ Filmmusik, denn diese wird live von rund 100 Musiker des MDR Sinfonieorchesters gespielt.

    Die aufwendige Surround - Beschallung bei "Matrix live - Film in Concert" lädt zu einem außergewöhnlichen Konzerterlebnis ein.

    http://www.arena-ticket.com/index.ph...fb84bdd66a7eb8

    Ich gehe auf auf jeden Fall hin, wer noch?
    la_magdalena ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 10.06.2011, 16:32   #10
    crazy_dune
     
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    Aufgewachsen bin ich eher mit Rockmusik der 60er & 70er Jahre. Aber in der heimischen Plattensammlung gab es auch Glenn Miller, Miles Davis, Count Basie &... Bach's „Toccata & Fuge D-Moll“.
    An eine Erstbegegnung mit Klassik kann ich mich gar nicht mehr erinnern, aber an dem Moment, wo ich diese das erste Mal so richtig bewusst wahrnahm & eine Gänsehaut nach der anderen bekam. „Schuld“ war in diesem Fall der reguläre Musikunterricht. Ein Hoch auf ihn! Wir nahmen in der 6. oder 7. Klasse (ganz genau weiß ich es gar nicht mehr) das Thema Cembalo/Spinett durch, genau genommen die beiden Barock-Komponisten (also im eigentlichen Sinne gar keine echte „Klassik“*lacht*) namens „Telemann“ mit seiner „Tafelmusik“ &... einen gewissen „Händel“. So war sein „Concerto Grosso“ & die Wasser- & Feuerwerksmusik mein klassisches, ganz persönliches Einstiegs-Feuerwerk.*lacht* Ich war begeistert, gefangen & überwältigt zugleich & ich fragte mich: 'Wie kann man etwas so gewaltiges komponieren, dass einem durch & durch geht & irgendwie zeitlos zu sein scheint?' Es war wie ein musikalischer erster Kuss. Manchen aus der Klasse erging es ähnlich, aber bei den meisten „klingelte“ leider nix. Da ist man ein bisschen Alien.
    Dennoch waren das für mich irgendwie recht prägende Momente, weil man nun einmal meist nur Bezug zu der Musik hat, die eben gerade aktuell vorherrscht. Ich mochte sehr gern, um nicht zu sagen sehnsüchtig Klavier erlernen (an Cembalo ranzukommen, war dann noch weniger möglich ), aber es ergab sich leider nicht. Ich konnte zwar bei Bekannten & später bei Verwandten etwas klimpern, aber Unterricht konnten oder wollten sie nicht geben.
    Dadurch ruhte die Liebe zur Klassischen Musik einige Zeit & es mischten nun doch eher „Simple Minds“, „U2“, „Depeche Mode“ & Co. mit, die man dann abends in der Schuldisco hörte. Bis sich mein Lieblingscousin eines Tages, ich war ungefähr 15, mit unzähligen Bach-Platten „eindeckte“ & wir darüber fachsimpelten & er mich mit seiner riesigen Begeisterung ansteckte. Er war „Schuld“, dass nun auch Meister Bach in mein Leben trat. Ich hatte natürlich schon einiges im Unterricht gehört, aber es ist wie Kralle schon schrieb, durch ganz bestimmte Menschen bleibt etwas hängen oder wird durch sie intensiviert. & in diesem Fall begeisterte er mich schwer damit. Dann war wieder ein Klassik-Cut. Aber irgendwann so mit Anfang/Mitte Zwanzig entdeckte ich sie wieder für mich &... sie blieb , trotz anderer Musikinteressen, die inzwischen gewaltig angewachsen waren. Eine meiner ersten CDs war natürlich Händel's „Concerto Grosso“, vorrangig Klavierwerke von Mendelssohn Bartholdy, Ravel & Grieg, aber auch so einiges vom großen Bach: „Das wohltemperierte Klavier“, die „Brandenburgischen Konzerte“ &&&.
    Inzwischen habe ich bewusst immer mal wieder meine klassischen Musik-Phasen, die ich auslebe. Auch weil mir einige Komponisten der New Klassik schon recht nahe gehen (Einaudi, Squiban).

    Ich finde, in diesem Musikzweig, da ist so gar nichts tot. & natürlich helfen dabei auch, wie der im vorherigen Posting erwähnte Künstler, das Schnuckelchen David Garrett gut mit, den Bogen in die Moderne zu spannen, weil man für reine Klassik eben einen Anreiz braucht.

    @ Kralle: Deinen Kommentar fand ich auch recht aufschlussreich. & über deine „Musiklehrerin mit Sex-Appeal“ musste ich echt schmunzeln. Hatte meine so gar nicht & ich fand trotzdem Zugang. Aber ich hatte nicht den Eindruck von „massenhaft Stille und eigentlich nur Klassik-Schallplatten“. Es gab doch auch andere Alben oder Sampler. Schlimmer fand ich die riesige Auswahl an Hauff/Henkler/Herz & Co. Allein die Namen (immer noch) zu wissen, finde ich schon furchtbar!*lacht albern*
    __________________




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    Alt 11.06.2011, 12:54   #11
    magisterludijk
     
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    Schön, dass sich dies Forum wieder belebt. Das Wunschkonzert meiner Mutter habe ich lange Jahre verspottet. Erst als mir iranische Asylbewerber etwas über Beethoven erzählten, dachte ich das kann nicht sein. Seitdem gehe ich auch in Konzerte, also über 20 Jahre, seit 10 Jahren höre ich auch Opern.
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    Alt 08.01.2013, 18:39   #12
    steffenfoerster1
     
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    Als ich diesen Thread gelesen habe, wurde mir klar, dass ich unbedingt meine persönliche Geschichte erzählen muss, wie ich meinen Zugang zu Musicals gefunden habe.

    Ich bin Ende letzten Jahres von zwei Bekannten zu einer Musical-Dinner-Show mitgenommen worden, weil der Dritte im Bunde kurzfristig abgesagt hat. Ich hatte mir halt gedacht: Ich habe zwar noch nie ein Musical gesehen, aber lässt du dich halt mal überraschen. Und ich muss sagen, es war der Hammer! Es war eine von diesen Shows hier gewesen: http://www.musical-gaumenschmaus.de/de/shows

    So hab ich also als "Kultur-Banause" meinen Weg zu Musicals gefunden, auch wenn eine Musical-Dinner-Show natürlich kein Musical im eigentlichen Sinne ist. Und in gewisser Weise hat das Ganze mich auch aufgeschlossener gegenüber "anderer" Musik gemacht - und damit auch gegenüber Klassik.
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    Alt 11.01.2013, 19:47   #13
    Insulaire
     
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    Musical mag ich auch, jedoch fast nur die älteren.
    Die meisten neuen Musical sind für meinen Geschmack überlaut und zu hektisch (wie die heutige Zeit auch).
    Manches erscheint mir wirklich wie ein einziges "Tohuwabohu" .
    __________________
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    Alt 25.03.2013, 11:37   #14
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    Meine erste Begegnung mit klassischer Musik war eigentlich schon am Kinderbettchen, wenn mir meine Mutter "!Guten Abend gute Nacht" vorsang. Ich liebte dieses Lied und kam erst viele Jahre später dahinter, dass es ja von Brahms ist! In unserer Familie gab es keinen Zugang zur klassischen Musik, es wurde höchstens mal ein Musical besucht. Doch das änderte sich, denn Gott sei Dank schickte man mich zum Klavierunterricht und unter dem Ehrgeiz, irgendwann einmal den Türkischen Marsch von Mozart spielen zu können, übte ich wie eine Bekloppte und erschloss mir nach und nach die Klassik. Meine erste Oper, kein Bravourwerk, sondern Zar und Zimmermann, aber ich war sofort angefixt und lernte die Oper zu lieben. Nun war ich die selbsternannte Kulturbotschafterin unserer Familie und meine Eltern begleiten mich auch heute gerne in die Oper oder ins Konzert. Vielleicht liegt der Schlüssel in der Hand, die einem gereicht wird und die dann den wahren Schatz der klassichen Musik offenbart.
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    Alt 25.03.2013, 12:34   #15
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    Klassik ist eigentlich nicht so meine Musik. Aber hier bei uns in der Philharmonie gibt´s ein feines Angebot, dass ich auch gerne in Anspruch nehme, wenn´s zeitlich paßt. Dabei konnte auch ich feststellen, dass diese Musik gar nicht so schlimm ist, wie ich eigentlich dachte.

    An einem Tag in der Woche (Donnerstag) gibt es den sogenannten "Philharmonie Lunch" da kann man von 12:30-13:00 bei den Proben zusehen. Ist ´ne feine Sache. Dauert nicht zu lange und kostet auch nix. Also genau das Richtige für Leute, die nicht wissen, ob Klassik was für sie ist. Und es vielleicht mal ausprobieren wollen.
    blackabby ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 27.03.2013, 23:05   #16
    marionson
     
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    Den Philharmonie-Lunch kann ich auch nur wärmstens empfehlen. Es gibt aber auch andere, kurzweilige Programme, bei denen man auf sanfter art und Weis der Klassik näher kommt. Ich denke da zum beispiel an viele kleien Theater, die mit kürzeren Opernquerschnitten die Berührungsängste der zukünftigen Operngänger überwinden.
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    Alt 03.11.2013, 19:02   #17
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    Sekundär habe ich durch meinen Vater schon früh klassische Musik mitbekommen, was mich aber nicht sonderlich interessiert hat. Ich glaube bei den meisten ist das so. Man bekommt erst im reiferen Alter wirklich Zugang dazu.
    Da ich auf Rock und Bluesmusik stehe, war der Bezug zu den Rockern ihrer Zeit - Beethoven, Bach, Wagner etc. ja gegeben.
    Mit Opern und Operetten kann ich auch heute noch nicht all zu viel anfangen, aber eine Symphonie vom Ludwig van oder ein Orgelkonzert von Bach in einer Kirche sind natürlich ganz großes Tennis.
    Vielleicht habe ich angefangen mich mit Klassik zu beschäftigen nachdem ich das erste mal das "Concerto For Group & Orchestra " von Jon Lord mit Deep Purple und dem London Symphonie Orchestra unter Malcolm Arnold von 1969 gehört habe. Das war natürlich keine reine Klassik, sondern eine Symbiose aus Rockmusik und Klassik. Aber die Verbindung war hergestellt.
    KreuzAs ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 08.11.2013, 15:32   #18
    Insulaire
     
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    Insu
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    Alt 19.08.2017, 23:32   #19
    LittleThought
     
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    Damit meine folgenden Statements nicht zu überheblich wirken zunächst ein paar Angaben zu meiner Person:
    Im Haus meiner Eltern wurde klassische Hausmusik kultiviert.
    Mein Vater war der Pianist (er konnte vom Blatt spielen), eine Nachbarin die Geigerin und ein weiterer Nachbar Cellist. Manchmal hat meine Großmutter gesungen (leider), wobei mein Vater sie begleitete. Irgendwann wollte ich auch mal so schön Klavier spielen können wie mein Vater.
    Ich bekam also Klavierunterricht (noch als Kind in der Volksschulzeit).
    Es war kein vollständiges Fiasko aber ich kann technisch nicht so spielen wie ich möchte.
    Das was ich selbst spiele stelle ich mir im Kopf vor. Die Realität ist im Vergleich dazu grausam.
    Zu meinem Glück gibt es aber Menschen, die so spielen können wie sie wollen.

    Um Kunst genießen zu können muss man sie verstehen können. Den meisten von uns werden die Gregorianischen Choräle eher wie Geheul als wie Musik erscheinen (eine Tonhöhennotation gab es damals noch nicht) und mit arabischer oder chinesischer Musik haben wohl die meisten Europäer ernsthafte Schwierigkeiten. Der Komponist und der Zuhörer brauchen eine gemeinsame Basis im Bezug auf das, was in der Musik ausgedrückt werden soll. Wenn diese Basis fehlt kann es einen Zugang zu der entsprechenden Musik nicht geben. Klassische Musik ist nicht nur anspruchsvoll im Bezug auf die Fähigkeiten des ausübenden Musikers sondern auch in Bezug auf die Kenntnisse des Zuhörers. Dass vielen jungen Menschen der Zugang zu der komplexen klassischen Musik versperrt ist, braucht daher nicht zu wundern.

    Für das Amazonasvolk der Pirahã wirkt jede Art von Musik nur als (störendes) Geräusch.

    Gruß von LittleThought.
    __________________
    '
    Wir sollten mit dem, was wir für wahr halten, vorsichtig umgehen!
    Mit der Wahrheit haben wir nämlich ein Problem, wir kennen sie nicht.
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    Alt 20.08.2017, 21:00   #20
    LittleThought
     
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    broo-klyn ich habe ein Problem !

    Ich verstehe weder den Zusammenhang deines Beitrags mit dem hiesigen Thema noch, falls dein Beitrag als Replik auf den meinen gemeint war, was du mir damit sagen willst.
    Vielleicht meintest du, ich solle nicht so geschwollen daherreden.
    Aber so schlimm finde ich meinen hiesigen Beitrag nun auch wieder nicht, da habe ich schon Schlimmeres verbrochen.
    Vielleicht sitze ich auf der Leitung. Klär mich bitte auf!

    Gruß von LittleThought.
    __________________
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