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    Alt 06.12.2017, 18:05   #6721
    Pegasus008
     
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    Zitat von widukind Beitrag anzeigen
    DU siehst da keine gigantische Blase welche auf die Finanzwirtschaft= Börse Einfluß haben wird?

    beim begriff bitcoin werden vergleiche wie neuer markt oder die tulpen-hysterie bemüht. es gibt grundsätzliche unterscheidungen zu den genannten phänome.
    währungen, somit auch kryptowährungen sind keine vermögensgegenstände.

    währungen sind austauschverhältnisse gegenüber anderen währungen. deshalb ist währungsspekulation die teilnahme an einem nullsumenspiel. ein bitcoin verfügt als währung über keine mieteinnahmen, keine erträge aus unternehmerischer aktivität, keine zinserträge. der wert des bitcoin steigt/fällt, wenn mehr käufe/verkäufe übewiegen. die preisuntergrenze bei kryptowährungen ist null, da kein innerer wert vorhanden ist. mich fasziniert das herdenverhalten beim bitcoin und die woge um ihn. auf dauer kann ich mir kaum vorstellen, dass sich die staaten sehenden auges untätig ihre souveränität über ihre währungen rauben lassen.
    ich nehme auch an, dass die auswirkungen der bitcoinhysterie auf die realwirtschaft noch gering sind. selbst auch dann, wenn die blase platzt. die politik des billigen geldes hat gefährlichere blasen erzeugt, als diese euphorie um den bitcoin. wenn die politik des billigen geldes beendet wird, dann werden wir in der realwirtschaft nach meiner erwartung das platzen von vermögensblasen erleben, was sich dann auf die realwirtschaft auswirken wird. deshalb sehe ich eine unvermeidbare zinswende mit dem ziel höherer zinsen kritisch, jedoch als unvermeidlich an.
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    Alt 07.01.2018, 12:19   #6722
    Pegasus008
     
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    es gibt die ansicht, das der Yuan langfristig zu einer neuen globalen leitwährung aufsteigt.

    für staaten und unternehmen, die rohstoffe an china verkaufen, ist die chinesische währung eine zukünftige alternative, da sie mit dieser devise in china einkaufen können. dazu brauchen sie dort keinen dollar mehr. n

    die bedeutung der EU und des € dürfte langfristig sinken, sollte die gemeinschaftswährung langfrisitg überhaupt überleben.
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    Alt 07.01.2018, 15:55   #6723
    abrakadabra
     
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    abrakadabra wird schon bald berühmt werden
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    Zitat:
    Zitat von Pegasus008 Beitrag anzeigen
    es gibt die ansicht, das der Yuan langfristig zu einer neuen globalen leitwährung aufsteigt.

    für staaten und unternehmen, die rohstoffe an china verkaufen, ist die chinesische währung eine zukünftige alternative, da sie mit dieser devise in china einkaufen können. dazu brauchen sie dort keinen dollar mehr. n

    die bedeutung der EU und des € dürfte langfristig sinken, sollte die gemeinschaftswährung langfrisitg überhaupt überleben.
    Was wäre aus der Erkenntnis dann das Fazit, das der Euro obsolet ist (langfristig gesehen) oder könnte man daraus nicht auch logisch ableiten, das europäische Einzelwährungen (wie zur Rückkehr der DM beispielsweise) noch viel gefährlicher für die einzelnen Wirtschaftsräume wären?
    Verfolgt man weiterhin eine konservative Wirtschaftspolitik, die rein "auf Pump" basiert (einer der größten Gläubiger sind ja bekanntermaßen die USA), dann ist das von Dir beschriebene Szenario zumindest realistisch andenkbar und die daraus resultierende logische Konsequenz wäre auch, das man versuchen sollte eine EU zu erhalten und auszubauen, sowie aufgrund der wachsenden Erdbevölkerung, dem daraus resultierenden weltweiten Mehrbedarf an Ressourcen mittels eines Umbaus in eine ökosoziale Richtung zu entsprechen.
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    Hier bin ich also wieder einmal bei Prof. Radermacher und seiner "ökosozialen Marktwirtschaft" gelandet...
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    Alt 07.01.2018, 16:44   #6724
    Pegasus008
     
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    @abrakadabra


    entscheidend ist das vertrauen, das dem € in zukunft entgegengebracht wird. der € mindert die flexibilität einzelner mitgliedsländer. dadurch können staaten wie z.B. portugal keine für sie vorteilhafte geldpolitik betreiben, da es keine nationale notenbank gibt, sondern nur die zuständigkeit EZB für alle mitgliedsländer.

    umgekehrt kann die EZB nicht frei die zinsen anheben, wenn es angebracht wäre. würde sie das tun, dann würden länder wie Italien rasch in die zahlungsunfähigkeit rutschen.

    und die EZB kann auch keine zinswende am langen ende des marktes, etwa bei zehnjährigen bundesanleihen, zulassen.
    man stelle sich doch nur einmal vor, die rendite würde hier von 0,3 auf zwei bis drei prozent steigen. dann führte das in italien zu zinsen um 4,5 prozent. das kann sich die regierung in rom nicht leisten. auf dem heutigen zinsniveau kommt italien im jahr 2020 auf eine zinsersparnis von rund 58 milliarden €, wenn man das jahr 2008 zum vergleich nimmt. das entspricht gut 2% des BIP.

    bei ländern wie portugal sieht es anders, aber ebenfalls problematisch aus. für griechenland ist der € ebenso eine viel zu harte währung. die vorteile des € sind viel geringer als seine nachteile für die mitglieder der währungsunion.
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    Alt 07.01.2018, 19:14   #6725
    abrakadabra
     
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    Zitat:
    Zitat von Pegasus008 Beitrag anzeigen
    @abrakadabra
    entscheidend ist das vertrauen, das dem € in zukunft entgegengebracht wird. der € mindert die flexibilität einzelner mitgliedsländer. dadurch können staaten wie z.B. portugal keine für sie vorteilhafte geldpolitik betreiben, da es keine nationale notenbank gibt, sondern nur die zuständigkeit EZB für alle mitgliedsländer.
    Wie flexibel sind wohl Länder, Einzelstaaten also, die aufgrund von eben nicht oder kaum funktionierendem Wirtschaftssystemen und daraus resultierender schlechter wirtschaftlicher Struktur eben nicht auf Krisen, globale Herausforderungen reagieren können. Dies würde eben Begehrlichkeiten entstehen lassen, die dann sogar wieder in Kriegen untereinander münden könnten.
    Zitat:
    umgekehrt kann die EZB nicht frei die zinsen anheben, wenn es angebracht wäre. würde sie das tun, dann würden länder wie Italien rasch in die zahlungsunfähigkeit rutschen.
    Darum sollte man die EU und den Euro auch langfristig beurteilen, über mehrere Jahrzehnte hinweg und eben nicht in so relativ kurzer Zeit. Wie jede Gemeinschaft muß diese sich auch permanent reformieren und an die Bedürfnisse ihrer eigenen Mitglieder anpassen...
    Zitat:
    und die EZB kann auch keine zinswende am langen ende des marktes, etwa bei zehnjährigen bundesanleihen, zulassen.
    man stelle sich doch nur einmal vor, die rendite würde hier von 0,3 auf zwei bis drei prozent steigen. dann führte das in italien zu zinsen um 4,5 prozent. das kann sich die regierung in rom nicht leisten. auf dem heutigen zinsniveau kommt italien im jahr 2020 auf eine zinsersparnis von rund 58 milliarden €, wenn man das jahr 2008 zum vergleich nimmt. das entspricht gut 2% des BIP.
    Also ist hier auch ein "Geben und Nehmen" und wenn es gelingt das Italien dergestalt von der Globalisierung partizipiert, etwa durch einen besseren Export, wird auch hier eine Voraussetzung für Wohlstand geschaffen.

    Zitat:
    bei ländern wie portugal sieht es anders, aber ebenfalls problematisch aus. für griechenland ist der € ebenso eine viel zu harte währung. die vorteile des € sind viel geringer als seine nachteile für die mitglieder der währungsunion.
    Portugal profitiert stark vom Euro, hat meines Wissens nach 78 Milliarden von der EU erhalten und hatte nach Jahren eines Minuswachstums wieder 1 % Wachstum erreicht, wohl auch eher ein Zeichen, das eine solidarische Grundhaltung der Mitgliedsländer untereinander funktionieren kann, meinst Du nicht?
    Die Vorteile der EU sind auch klar darin begründet, das es seid 70 Jahren, (sieht man vom Falklandkonflikt mal ab) innereuropäisch keine kriegerischen Auseinandersetzungen gegeben hat, was ein enormer Vorteil für alle ist.
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    Alt 08.01.2018, 13:25   #6726
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    @abrakadabra

    Zitat:
    Wie flexibel sind wohl Länder

    nationale notenbanken machen flexibler als eine gemeinsame zentrale notenbank von wirtschaftlich sehr heterogenen mitgliedern, die eine gemeinschaftswährung verwenden.


    Zitat:
    Begehrlichkeiten entstehen lassen, die dann sogar wieder in Kriegen untereinander münden könnten.

    zur gemeinschaftswährung hat deine these keinen bezug.



    Zitat:
    Darum sollte man die EU und den Euro auch langfristig beurteilen, über mehrere Jahrzehnte hinweg und eben nicht in so relativ kurzer Zeit. Wie jede Gemeinschaft muß diese sich auch permanent reformieren und an die Bedürfnisse ihrer eigenen Mitglieder anpassen...

    fast 20 jahre nach der gründung der EZB ist es Zzeit für eine bBestandsaufnahme, was gut und was nicht so gut gelaufen ist.



    Zitat:
    Also ist hier auch ein "Geben und Nehmen" und wenn es gelingt das Italien dergestalt von der Globalisierung partizipiert, etwa durch einen besseren Export, wird auch hier eine Voraussetzung für Wohlstand geschaffen.

    es ist genau umgekehrt wie von dir geschrieben. italien wird durch eine gemeinsame hartwährung im export gehemmt. schwache währungen beflügeln den export. für deutschland ist der € zu billig, für länder wie italien ist er zu teuer.

    Zitat:
    Portugal profitiert stark vom Euro, hat meines Wissens nach 78 Milliarden von der EU erhalten und hatte nach Jahren eines Minuswachstums wieder 1 % Wachstum erreicht, wohl auch eher ein Zeichen, das eine solidarische Grundhaltung der Mitgliedsländer untereinander funktionieren kann, meinst Du nicht?


    auch da ist es genau umgekehrt. das minuswachstum portugals in der vergangenheit zeigt die probleme des landes mit der gemeinschaftswährung. wenn zuletzt nur 1% wirtschaftswachstum erzielt wurde, dann ist das unter dem schnitt der mitglieder der gemeinschaftswährung. wenn man dann noch bedenkt, dass 1% wirtschaftswachstum ein basiseffekt der vorausgegangenen rezession ist, da man von einem niedrigen ausgangsniveau wächst, dann ist das kennzeichnend für ein problem auch mit der gemeinschaftswährung.

    selbst deutschland hat im jahr 2016 ein wirtschaftswachstum von 1,9% erzielt. mit einem wirtschaftswachstum von nur 1% holt portugal nicht auf, sondern es fällt wirtschaftlich zurück. das obwohl portugal dringend einen aufholprozess braucht. der € schadet portugal viel mehr, als er nutzt.



    Zitat:
    Die Vorteile der EU sind auch klar darin begründet, das es seid 70 Jahren, (sieht man vom Falklandkonflikt mal ab) innereuropäisch keine kriegerischen Auseinandersetzungen gegeben hat, was ein enormer Vorteil für alle ist.

    als begeisterter anhänger der EU trenne ich EU von der gemeinschaftswährung in meiner wertung. eine EU ohne gemeinschaftswährung könnte viel besser funktionieren, da die unterschiedlichkeit der volkswirtschaften der mitgliedsländer individuelle instrumentarien benötigt.
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