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    Alt 08.11.2017, 11:02   #1
    Mrniceguy
     
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    Mrniceguy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
    Standard In den Zoo gehen oder nein?

    Hallo,

    denkt ihr man kann heute eigentlich noch in den Zoo gehen?
    Ich meine, eigentlich müssten wir doch nicht mehr Tiere in engen Gehegen einsperren um sie zu sehen. Wozu haben wir das Internet erfunden?

    Ich denke da besonders an Seaworld und co. Die müssen jedes Jahr aufs neue Define, Wale und co aus dem Meer fangen um sie dann in einem kleinen Becken zu halten. Nur damit Menschen kommen und sich mal einen Delfin ansehen können.

    Grausam oder gut?
    Was sagt ihr?
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    Alt 08.11.2017, 19:42   #2
    LittleThought
     
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    Standard

    Hallo Mrniceguy !
    Das kann man sehr unterschiedlich sehen. ich bin mir dabei mit mir selbst uneins.

    1. Einem Teil der Tiere geht es im Zoo besser als in freier Natur. Ein anderer Teil leidet ein wenig und ein dritter Teil (z.B. bestimmte Fischarten oder die Delfine) überlebt im Zoo viel weniger lang als in freier Natur. Die unglücklichsten Tiere sind in den Zoos wohl die großen Papageien, wenn sie an einem Gestell festgebunden sind und nicht fliegen können. Diese zeigen dann manchmal eindeutig das, was man neurotische Störung nennt. Grundsätzlich gilt in diesem Zusammenhang, dass je höher die Intelligenz, desto höher die Leidensfähigkeit eines Tieres. Die früher in Mitteleuropa häufig gehaltene griechische Landschildkröte kann in privaten Haushalten eigentlich nicht überleben. Sie stirbt nur so langsam, dass ihr Tod nach einigen Jahren als natürlich empfunden wird. Sie braucht für ihre Verdauung mehr Sonne als unser Klima hergibt.
    Ich denke auch, dass die meisten Leute sich Hund oder Katze nicht anschaffen um dem Tier damit eine Freude zu machen, sondern das Tier soll den Menschen erfreuen.

    2. Freie "wilde" Natur gibt es in Mitteleuropa praktisch nicht mehr. Um Verständnis für die Tiere zu erzeugen muss man sie wohl zeigen und zwar nicht nur auf dem Foto oder im Film. Teilweise werden Tierarten in den Zoos gehalten um sie vor dem Aussterben zu bewahren. Der letzte Beutelwolf = tasmanischer Tiger starb 1936 in einem Zoo in Tasmanien. Außerdem bietet der Zoo natürlich auch für den Profi die Gelegenheit, die Tiere besser kennen zu lernen. Nur wenn man die Tiere gut kennt, kann man sie möglicherweise auch schützen.

    Ob man durch die Zoos aber die Wichtigkeit des natürlichen Genpools vermitteln kann muss ich leider bezweifeln, nachdem vor allem Tierarten hoch in der Zuschauergunst stehen, die wie die kleinen Hunde oder Katzen, den Kindcheneffekt beim Menschen auslösen (ach wie lieb, ach wie reizend, ach wie goldig ...). Die Vogelspinne steht nicht so hoch in der Gunst der Zoobesucher.
    7000 Tierarten gelten in Deutschland als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Ob ein Zoobesuch das Bewusstsein für die Problematik schärfen kann scheint mir sehr ungewiss. Aber was soll man sonst tun?

    LittleThought.
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    Wir sollten mit dem, was wir für wahr halten, vorsichtig umgehen!
    Mit der Wahrheit haben wir nämlich ein Problem, wir kennen sie nicht.

    Geändert von LittleThought (08.11.2017 um 19:53 Uhr)
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    Alt 15.11.2017, 18:01   #3
    woipe1
     
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    woipe1 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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    über pro und con kann man sich im internet sicher gut informieren.

    hier mal zwei links
    https://hpd.de/node/11329
    https://hpd.de/node/11327
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    1. was lange gärt, wird endlich wut (woipe)
    2. krieg ist der terror der reichen und terror ist der krieg der armen (sinngemäß nach: sir peter ustinov)
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    Alt 29.11.2017, 22:38   #4
    alohomora
     
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    alohomora befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
    Standard

    Ich war lange nicht mehr in Zoos, lehne sie aber nicht grundsätzlich ab. Ich denke, es gibt da solche und solche. Deswegen finde ich es am besten, wenn man sich vorher informiert und dann zum Beispiel einen Zoo auswählt, der vielleicht weniger Tiere hat, die Tiere dort aber mehr Platz haben.

    Man kann sich ja immer auch ein Stück weit aussuchen, welche Zoos man unterstützen will und wenn man nur verantwortungsvolle Tierparks unterstützt, nehmen sich die anderen vielleicht ein Beispiel daran?
    alohomora ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 30.11.2017, 18:23   #5
    h_muller58
     
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    h_muller58 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
    Standard

    Generell finde ich es scheußlich wenn exotische Tiere in kleinen Gehegen gehalten werden. Ob nun der Eisbär in der Hitze ausharren muss oder der Löwe oder Nymphensittich. Die Tiere legen in der Wildnis oft weite Strecken zurück und sind instinktiv so eingestellt. Sie langweilen sich auch oft, weil ihnen das Jagen untersagt wird.
    Schlimm finde ich es auch ein Rudel gelangweilter Affen im Gehege zu sehen.

    Ich weiß nicht ob das ein Bewusstsein für die Tiere beim Besucher hrevoruft?

    Anders sind oft, finde ich, Tierparks die heimische Tiere zeigen. Ich hatte den Eindruck dass da ein anderes Bewusstsein für Gehegegrößen vor herrscht? geht euch das auch so?

    * das mit der Landschildkröte wusste ich gar nicht! Ich finde dazu auch im Netz nichts. Ist es weil sie die griechisch intensive Sonne braucht? Auch schlimm.
    h_muller58 ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 02.12.2017, 17:15   #6
    gbhamburg2
     
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    gbhamburg2 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
    Standard Zoo

    Zitat:
    Zitat von Mrniceguy Beitrag anzeigen
    Hallo,

    denkt ihr man kann heute eigentlich noch in den Zoo gehen?
    Ich meine, eigentlich müssten wir doch nicht mehr Tiere in engen Gehegen einsperren um sie zu sehen. Wozu haben wir das Internet erfunden?

    Ich denke da besonders an Seaworld und co. Die müssen jedes Jahr aufs neue Define, Wale und co aus dem Meer fangen um sie dann in einem kleinen Becken zu halten. Nur damit Menschen kommen und sich mal einen Delfin ansehen können.

    Grausam oder gut?
    Was sagt ihr?
    Ich meinte auch mal, Tiere im Zoo sind interessante anschauungs Objekte,
    Meine Kinder haben mich über diese Ansicht ausgelacht, und je mehr ich darüber nachgedacht habe, umso mehr haben sie recht.
    Tiere im Zoo ist kein Tierschutz, Artenschutz oder ähnliches. Es sind in Gefangenschaft gehaltene Wildtiere,
    Heute beobachte ich eben nur die freilenbenden Lebewesen, wie zum Beispiel Regenwurm, Schnecken, Vögel Läuse und besonders gerne auch Ameisen, Eichkater, usw. was da kriecht und fliegt und läuft.
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    bis dann
    günter

    Geändert von gbhamburg2 (02.12.2017 um 17:18 Uhr) Grund: Rechtschreibung
    gbhamburg2 ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 09.12.2017, 11:29   #7
    Hulster
     
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    Ein schwieriges Thema. Ich werde immer sehr traurig, wenn ich die eingesperrten Tiere sehe... allerdings gibt es auch innovative Ideen, die eine große Halle für viele Tiere gleichzeitig anbieten, damit sie frei herum laufen können.

    Das ist dann nicht so tierquälerisch.
    Hulster ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 12.12.2017, 13:06   #8
    pachomyus
     
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    pachomyus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
    Standard

    Tiere in Natura zu sehen ist aber etwas ganz anderes als sie nur von Bildern oder aus dem Internet zu kennen.
    Auch wenn es vielleicht als grausam erscheint Tiere so einzusperren und zu halten wird doch schon sehr versucht den Tieren ein gutes Leben zu gewährleisten.
    Man muss aber auch bedenken, dass es sicher die beste Werbung für Tierschutz ist, so will man nämlich nicht, dass die Tiere aussterben.
    pachomyus ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 12.12.2017, 23:40   #9
    LittleThought
     
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    Zitat:
    Zitat von h_muller58 Beitrag anzeigen
    Generell finde ich es scheußlich wenn exotische Tiere in kleinen Gehegen gehalten werden. Ob nun der Eisbär in der Hitze ausharren muss oder der Löwe oder Nymphensittich. Die Tiere legen in der Wildnis oft weite Strecken zurück und sind instinktiv so eingestellt. Sie langweilen sich auch oft, weil ihnen das Jagen untersagt wird.
    Schlimm finde ich es auch ein Rudel gelangweilter Affen im Gehege zu sehen.

    Ich weiß nicht ob das ein Bewusstsein für die Tiere beim Besucher hrevoruft?

    Anders sind oft, finde ich, Tierparks die heimische Tiere zeigen. Ich hatte den Eindruck dass da ein anderes Bewusstsein für Gehegegrößen vor herrscht? geht euch das auch so?

    * das mit der Landschildkröte wusste ich gar nicht! Ich finde dazu auch im Netz nichts. Ist es weil sie die griechisch intensive Sonne braucht? Auch schlimm.
    Du hast meinen Beitrag offensichtlich genau gelesen.

    Ein paar Hinweise kann ich aber noch geben.
    Der König der Tiere, der Löwe, ist wohl eines der faulsten Tiere im Tiergarten. Ein großes Gehege braucht er eigentlich nicht. Auch in freier Natur liegt er meist nur herum und ist mit Verdauen und Schlafen beschäftigt. Im Gegensatz zu ihm stehen die Wölfe, die tatsächlich einen großen Bewegungsdrang haben.

    Die Information über die griechische Landschildkröte findest du in Wikipedia.
    Zitat aus Wikipedia: "Griechische Landschildkröten sind tagaktive Reptilien, die für die Verdauung ihrer überwiegend vegetarischen Nahrung auf die Zufuhr von Sonnenenergie angewiesen sind. Sie können als poikilotherme (wechselwarme) Tiere die nötige Körperwärme nicht selbst erzeugen, sondern müssen sie, ihren jeweiligen Bedürfnissen entsprechend, durch Ortswechsel von schattigen zu sonnigen Plätzen beeinflussen. Für die einwandfreie Verdauung ihrer faserreichen Nahrung benötigen sie für einige Stunden am Tag Körpertemperaturen um 25 bis 30 °C (Präferenztemperatur, Huot-Daubremont, 1996), die sie, zum Beispiel durch ein morgendliches Sonnenbad, auch dann erreichen, wenn die Lufttemperatur noch deutlich niedriger liegt. Oberhalb von 40 °C geraten sie in Lebensgefahr und vergraben sich deshalb in der kühleren Erde. Unterhalb von 8 °C kommt der Stoffwechsel zum Erliegen. Auch Atmung und Herzfrequenz sind stark herabgesetzt."
    Mit entsprechenden Heizstrahlern kann man den Sonnenmangel wahrscheinlich ausgleichen. Ob es aber damit schon gelungen ist die Tiere in Deutschland zur Vermehrung zu bringen, ist mir unbekannt.

    Gruß von LittleThought.
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    Alt 13.12.2017, 00:17   #10
    LittleThought
     
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    Not read error !

    Deshalb Nachtrag aus Wikipedia:
    "Zucht und Aufzucht der Griechischen Landschildkröte sind auch in Gefangenschaft problemlos. Allein in der Bundesrepublik Deutschland werden von privaten Schildkrötenhaltern jährlich mehrere tausend Schlüpflinge für den Haustiermarkt nachgezogen. Dabei gibt es, neben der meist praktizierten künstlichen Bebrütung der Eier, sogar Berichte über erfolgreiche Naturbruten in deutschen Gärten. Die European Studbook Foundation führt für beide Unterarten der Griechischen Landschildkröte Zuchtbücher."

    Gruß von LittleThought.
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    Alt 21.12.2017, 01:25   #11
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    Zitat:
    Zitat von LittleThought Beitrag anzeigen
    (...)
    Ein paar Hinweise kann ich aber noch geben.
    Der König der Tiere, der Löwe, ist wohl eines der faulsten Tiere im Tiergarten. Ein großes Gehege braucht er eigentlich nicht. Auch in freier Natur liegt er meist nur herum und ist mit Verdauen und Schlafen beschäftigt. (...)
    Gruß von LittleThought.
    ich will jetzt nicht rumstänkern, aber wie kommst du darauf? ein löwenrudel hat in freier wildbahn ein revier von 40 bis 200 quadratkilometer. und guck dir mal das sozialverhalten dieser tiere genauer an. dann ist das einsperren in einen zoo nicht unbedingt das gelbe vom ei.
    oberflächlächlich kannst du das auch schon bei wikipedia nachlesen...

    im übrigen verweise ich auf meinen beitrag mit den links zu den pros & cons von zoos.
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    Alt 21.12.2017, 08:13   #12
    LittleThought
     
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    Zitat:
    Zitat von woipe1 Beitrag anzeigen
    ich will jetzt nicht rumstänkern, aber wie kommst du darauf? ein löwenrudel hat in freier wildbahn ein revier von 40 bis 200 quadratkilometer. und guck dir mal das sozialverhalten dieser tiere genauer an. dann ist das einsperren in einen zoo nicht unbedingt das gelbe vom ei.
    ...
    Kritik hat nichts mit "rumstänkern" zu tun und fundierte Kritik empfinde ich als willkommene Abwechslung.

    Die Reviergröße eines Raubtieres hat wohl in erster Linie mit seiner Nahrungsbeschaffung zu tun.

    Die Sätze "Der König der Tiere, der Löwe, ist wohl eines der faulsten Tiere im Tiergarten. Ein großes Gehege braucht er eigentlich nicht. Auch in freier Natur liegt er meist nur herum und ist mit Verdauen und Schlafen beschäftigt." sind ein sinngemäßes Zitat aus dem Buch des Verhaltensforschers Konrad Lorenz "Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen".

    Nicht nur ich sondern auch Konrad Lorenz kann sich irren. Wenn man von Zeiten kurz vor der Fütterung absieht, habe ich aber noch nie einen Löwen ruhelos im Gehege hin und herlaufen sehen, was ich bei Wölfen häufig beobachtet habe. Die Beschreibung deckt sich also auch mit meiner persönlichen Erfahrung, auch wenn diese nicht allzu hoch zu bewerten ist.
    Was "das Gelbe vom Ei" für den Löwen wäre ist schwer zu beantworten. Man müsste ihn fragen. Ob dann die hypothetische (bewusst vermenschlichte) Antwort zutrifft, die Konrad Lorenz im obigen Buch unterstellt, ist natürlich reine Spekulation. Dies gilt aber auch für andere Darstellungen, die häufig (leider möglicherweise unbewusst) vermenschlichende Züge tragen.

    Gruß von LittleThought.
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    Geändert von LittleThought (21.12.2017 um 08:18 Uhr)
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    Alt 21.12.2017, 12:02   #13
    woipe1
     
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    Zitat:
    Zitat von woipe1 Beitrag anzeigen
    ich will jetzt nicht rumstänkern, aber wie kommst du darauf? ein löwenrudel hat in freier wildbahn ein revier von 40 bis 200 quadratkilometer. und guck dir mal das sozialverhalten dieser tiere genauer an. dann ist das einsperren in einen zoo nicht unbedingt das gelbe vom ei.
    oberflächlächlich kannst du das auch schon bei wikipedia nachlesen...

    im übrigen verweise ich auf meinen beitrag mit den links zu den pros & cons von zoos.
    jetzt muss ich mich selbst mal korrigieren. das revier eines rudels ist 20 bis 400 quadratkilometer groß. ich hatte da einen transferfehler...
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    Alt 21.12.2017, 12:59   #14
    woipe1
     
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    Zitat:
    Zitat von LittleThought Beitrag anzeigen
    Kritik hat nichts mit "rumstänkern" zu tun und fundierte Kritik empfinde ich als willkommene Abwechslung.

    Die Reviergröße eines Raubtieres hat wohl in erster Linie mit seiner Nahrungsbeschaffung zu tun.
    schon richtig erkannt. es sind auch in extrem beutearmen gegenden auch reviergrößen von 5000 quadratkilometer als möglich erkannt worden. das sind jedoch eher ausnahmen...

    Zitat:
    Die Sätze "Der König der Tiere, der Löwe, ist wohl eines der faulsten Tiere im Tiergarten. Ein großes Gehege braucht er eigentlich nicht. Auch in freier Natur liegt er meist nur herum und ist mit Verdauen und Schlafen beschäftigt." sind ein sinngemäßes Zitat aus dem Buch des Verhaltensforschers Konrad Lorenz "Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen".

    Nicht nur ich sondern auch Konrad Lorenz kann sich irren. Wenn man von Zeiten kurz vor der Fütterung absieht, habe ich aber noch nie einen Löwen ruhelos im Gehege hin und herlaufen sehen, was ich bei Wölfen häufig beobachtet habe. Die Beschreibung deckt sich also auch mit meiner persönlichen Erfahrung, auch wenn diese nicht allzu hoch zu bewerten ist.
    ein ausgezeichneter wissenschaftler meines erachtens, aber sicher nicht unfehlbar, was letztlich auch der posthume widerruf der ehrendoktorwürde der universität salzburg zeigt...

    Zitat:
    Was "das Gelbe vom Ei" für den Löwen wäre ist schwer zu beantworten. Man müsste ihn fragen. Ob dann die hypothetische (bewusst vermenschlichte) Antwort zutrifft, die Konrad Lorenz im obigen Buch unterstellt, ist natürlich reine Spekulation. Dies gilt aber auch für andere Darstellungen, die häufig (leider möglicherweise unbewusst) vermenschlichende Züge tragen.

    Gruß von LittleThought.

    daran scheitert ein vernünftiger umgang mit anderen lebewesen sehr häufig. wir als menschen, können uns mit tieren (und auch anderen lebewesen) nur sehr unzureichend verständigen und neigen außerdem dazu unsere beschränkten vorstellungen von der welt anderen überstülpen zu wollen... leider kann uns der löwe aufgrund seiner dem menschen gegenüber geschwundenen machtposition nicht mehr wirklich verständlich machen, was er als richtig für sein leben erkennt...

    aber guck zum bleistift mal hier...
    https://www.welt.de/wissenschaft/art...s-ihr-Ruf.html
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    Alt 21.12.2017, 14:36   #15
    woipe1
     
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    @ kleiner gedanke

    Zitat:
    Zitat von woipe1 Beitrag anzeigen
    ein ausgezeichneter wissenschaftler meines erachtens, aber sicher nicht unfehlbar, was letztlich auch der posthume widerruf der ehrendoktorwürde der universität salzburg zeigt...
    ich bin geneigt meine einstellung zu konrad lorenz zu revidieren.
    https://www.welt.de/welt_print/artic...hen-fremd.html
    https://www.amazon.de/vermessene-kri...=konrad+lorenz
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    Alt 21.12.2017, 19:14   #16
    LittleThought
     
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    Zitat:
    Zitat von woipe1 Beitrag anzeigen
    ich bin geneigt meine einstellung zu konrad lorenz zu revidieren.
    Nachdenken dürfte wohl selten verkehrt sein.
    Man sollte aber auch nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten.
    Prinzipiell war mir bekannt was in den Links dargestellt ist, ich kannte aber nicht alle Einzelheiten.

    Zur Relativierung dieser Art von Demontage eines Wissenschaftlers sei angemerkt, dass es völlig normal ist, wenn im Laufe der Zeit wissenschaftliche Modelle über den Haufen geworfen werden müssen. Das hält die Wissenschaft am Leben. Es gibt sogar eine Reihe von Theorien, die mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden obwohl sie sich später als falsch herausstellten.
    https://www.pravda-tv.com/2016/01/ir...preis-belohnt/

    Nach Metauntersuchungen lassen sich etwa 50% aller psychologischen, soziologischen oder sozialpädagogischen wissenschaftlichen Arbeiten, die heutzutage gemacht werden, hinterher im Kontrollversuch durch andere nicht bestätigen. Damit steht die Seriosität dieser Wissenschaften auf dem Spiel.

    S. Freud und K. Lorenz haben zu einer Zeit gearbeitet als die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens in ihren Bereichen teilweise erst entwickelt wurden. Dies sollte man bedenken, wenn man die heutigen Maßstäbe anlegt.

    Gruß von LittleThought,

    P.S.: Mir ist noch etwas eingefallen. Würde man die Menschen fragen welche Lebensumgebung für sie "das Gelbe vom Ei" wäre, käme womöglich etwas heraus, was zwar für den einzelnen sehr bequem für die Menschheit als ganzes aber tödlich wäre.
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    Geändert von LittleThought (21.12.2017 um 19:38 Uhr)
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    Alt 21.12.2017, 21:08   #17
    woipe1
     
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    Zitat:
    Zitat von LittleThought Beitrag anzeigen
    Nachdenken dürfte wohl selten verkehrt sein.
    Man sollte aber auch nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten.
    Prinzipiell war mir bekannt was in den Links dargestellt ist, ich kannte aber nicht alle Einzelheiten.

    Zur Relativierung dieser Art von Demontage eines Wissenschaftlers sei angemerkt, dass es völlig normal ist, wenn im Laufe der Zeit wissenschaftliche Modelle über den Haufen geworfen werden müssen. Das hält die Wissenschaft am Leben. Es gibt sogar eine Reihe von Theorien, die mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden obwohl sie sich später als falsch herausstellten.
    https://www.pravda-tv.com/2016/01/ir...preis-belohnt/

    Nach Metauntersuchungen lassen sich etwa 50% aller psychologischen, soziologischen oder sozialpädagogischen wissenschaftlichen Arbeiten, die heutzutage gemacht werden, hinterher im Kontrollversuch durch andere nicht bestätigen. Damit steht die Seriosität dieser Wissenschaften auf dem Spiel.

    S. Freud und K. Lorenz haben zu einer Zeit gearbeitet als die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens in ihren Bereichen teilweise erst entwickelt wurden. Dies sollte man bedenken, wenn man die heutigen Maßstäbe anlegt.

    Gruß von LittleThought,

    P.S.: Mir ist noch etwas eingefallen. Würde man die Menschen fragen welche Lebensumgebung für sie "das Gelbe vom Ei" wäre, käme womöglich etwas heraus, was zwar für den einzelnen sehr bequem für die Menschheit als ganzes aber tödlich wäre.
    da spricht ganz ein lehrer...
    wir als schüler, oder meine mitstudenten, wir träumten sicher vom garten eden... nur einfach daliegen und warten bis die reifen trauben in den mund fallen - oder eben die gebratenen tauben vom himmel...

    nein - wenn ich vom revidieren meiner meinung zu konrad lorenz spreche, dann ist das sicher kein auf den kopf stellen oder eine 180 grad-wende, aber dennoch eine anpassung durch die mir teilweise neuen informationen.

    gerade auch in den sog. "weichen" wissenschaften ist aufgrund der sich permanent weiterentwickelnden gesellschaft auch immer das wissen im fluß. dazu habe ich auch politikforum hinsichtlich geschichtlicher betrachtungen bereits etwas geschrieben. mit dem heutigen wissen ist es leicht über die vergangenheit abfällig zu urteilen. gerade das will ich sicher nicht tun.

    auch dir, falls wir uns nicht mehr lesen sollten, wünsche ich ein frohes weihnachtsfest und hoffe, dass du eine ruhige und friedliche zeit verbringen kannst.
    __________________
    1. was lange gärt, wird endlich wut (woipe)
    2. krieg ist der terror der reichen und terror ist der krieg der armen (sinngemäß nach: sir peter ustinov)
    woipe1 ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 22.12.2017, 05:18   #18
    LittleThought
     
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    LittleThought ist einfach richtig nettLittleThought ist einfach richtig nettLittleThought ist einfach richtig nettLittleThought ist einfach richtig nett
    Standard

    Eigenzitat:
    Mir ist noch etwas eingefallen. Würde man die Menschen fragen welche Lebensumgebung für sie "das Gelbe vom Ei" wäre, käme womöglich etwas heraus, was zwar für den einzelnen sehr bequem für die Menschheit als ganzes aber tödlich wäre.
    Zitat:
    Zitat von woipe1 Beitrag anzeigen
    da spricht ganz ein lehrer...
    Ist es so schlimm um mich bestellt?
    Zitat:
    Zitat von woipe1 Beitrag anzeigen
    wir als schüler, oder meine mitstudenten, wir träumten sicher vom garten eden... nur einfach daliegen und warten bis die reifen trauben in den mund fallen - oder eben die gebratenen tauben vom himmel...:smf1
    Diese Assoziation kann dabei wohl kommen.
    Ich habe bei dem obigen Satz aber an etwas viel Ernsthafteres gedacht.
    Der medizinische Fortschritt wird von jedem einzelnen Menschen meist als Segen betrachtet. Für die Menschheit als Ganzes könnte er tödlich werden, da in weiten Bereichen durch die Medizin das Gesetz der natürlichen Auslese aufgehoben wird.

    Auch an dich herzliche Weihnachtsgrüße
    LittleThought.
    __________________
    '
    Wir sollten mit dem, was wir für wahr halten, vorsichtig umgehen!
    Mit der Wahrheit haben wir nämlich ein Problem, wir kennen sie nicht.

    Geändert von LittleThought (22.12.2017 um 05:30 Uhr)
    LittleThought ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 24.12.2017, 17:02   #19
    woipe1
     
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    Standard

    Zitat:
    Ist es so schlimm um mich bestellt?
    aber natürlich... schlimm? find ich nicht... aber ganz ab davon - du hast es doch selbst irgendwo im profil stehen... also so what???

    Zitat:
    Eigenzitat:
    Mir ist noch etwas eingefallen. Würde man die Menschen fragen welche Lebensumgebung für sie "das Gelbe vom Ei" wäre, käme womöglich etwas heraus, was zwar für den einzelnen sehr bequem für die Menschheit als ganzes aber tödlich wäre.

    Diese Assoziation kann dabei wohl kommen.
    Ich habe bei dem obigen Satz aber an etwas viel Ernsthafteres gedacht.
    Der medizinische Fortschritt wird von jedem einzelnen Menschen meist als Segen betrachtet. Für die Menschheit als Ganzes könnte er tödlich werden, da in weiten Bereichen durch die Medizin das Gesetz der natürlichen Auslese aufgehoben wird.

    Auch an dich herzliche Weihnachtsgrüße
    LittleThought.
    ohne auf meinen garten eden wieder zurückzugreifen... im politik-forum wird so hin und wieder über dieses thema diskutiert. in anderer form als hier und definitiv mit härteren bandagen...
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