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    Alt 07.09.2004, 15:04   #1
    freebie1
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    Hallo,

    dieser Forenthread wurde angelegt, um Betroffenen und Interessierten einen Raum für den Informationsaustausch zum Thema "MS" zu bieten.
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    Alt 08.09.2004, 11:20   #2
    joerg41hb
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    Schön das freenet dieses Thema aufgreift. Ich habe am 22.06. meinen Bruder mit 40 1/2 Jahren durch MS verloren. Bei ihm war es die chronische Version. Sehr empfehlenswert ist bei solchem Fällen wie die meines Bruders die Einrichtung Haus Seeblick in Mölln. Dort war er 9 Jahre.

    LG
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    Alt 09.09.2004, 12:06   #3
    anjusika
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    Es gibt schon sooo viele MS-Foren im Web, z.B. bei Lifeline, wenn Du andere Betroffene suchst, hast Du da sicher mehr Erfolg. Wie viele mag es wohl bei Freenet geben? Ich weiß es nur von zweien (eine davon bin ich.)
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    Alt 10.09.2004, 18:24   #4
    mieschaoel
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    Hallo ,
    wenn es sooo viele Foren über MS gibt, kann mir doch sicher einer eine gute Adresse nennen. Vielen Dank von Mieschaoel



    Nicht der Zweifel sondern die Gewissheit ist daß was Wahnsinnig macht!
    Friedrich Nietzsche
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    Alt 13.09.2004, 09:21   #5
    schneckenhaus95
     
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    schneckenhaus95 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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    Hallo, vielleicht gibt es hier doch mehr Gleichgesinnte, als bisher angenommen. Ich denke, nicht jeder mag es hier veröffentlichen. Dafür gibt es sicherlich andere wichtige Informationen im Netz.

    Habe aber ein paar Zeilen für Euch, die evtl. auch zum Nachdenken anregen.

    "Alles was ich hatte das habe ich nicht mehr und was ich einmal konnte vermisse ich so sehr.

    Ich hab zwar zwei Beine doch bleibe ich oft stehen und kann dann keinen Schritt alleine weitergehen.

    Ich hab Arme und auch Beine die machen was sie wollen, nur selten tun sie das was sie gerade sollen.

    Ich hab einen Körper der mir nicht mehr gehört, die innere Verbindung zu ihm ist gestört.

    Im Kopf hab ich Gedanken die ich gerne sagen will, kann man mich nicht verstehen dann bleib ich lieber still.

    Im Herzen hab ich Sorgen die ich nicht jedem sag, sonst müßte ich wohl jammern den lieben langen Tag.

    Und trotzdem hab ich Humor, der ist mir noch geblieben, drum bin ich mit meinem Leben trotz alledem zufrieden.

    Verfasser unbekannt

    (Nur am Rande; bin auch davon betroffen)
    __________________
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    Alt 13.09.2004, 12:07   #6
    anjusika
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    www.lifeline.de/special/multiplesklerose/cda/pa...

    www.ms-life.de/mslife/diskussionsforum
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    Alt 24.10.2004, 13:07   #7
    akasha1
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    Was für ein enttäuschender Thread. Vielleicht ist das hier wirklich das falsche Forum dafür.

    Hier die "richtigen" Foren:

    www.dmsg.de
    www.just-me.ch
    www.ms-lebensb aum.de
    www.ehrliche-hamster.de

    Dann hat natürlich noch jeder der Pharmafirmen, die MS-Medikamente vertreiben, ein eigenes sehr professionell aufgemachtes Forum. Das beste ist aber www.just-me.ch
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    Alt 27.10.2004, 22:28   #8
    taita.ankh
     
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    Zusammenfassung
    Die Diagnose Multiple Sklerose (MS) bedeutet für die Betroffenen meist einen schweren Schicksalsschlag. MS ist die häufigste Erkrankung des Nervensystems, die im jungen Erwachsenenalter zu einer bleibenden Behinderung und zu vorzeitiger Berentung führen kann. Allerdings ist die Prognose für die meisten Erkrankten viel günstiger als allgemein angenommen wird. Multiple Sklerose führt zu vielfältigen Symptomen wie Sehstörungen, Gefühlsstörungen der Haut, Nervenschmerzen oder Muskellähmungen, die oft schubweise auftreten. Auslösend sind Entzündungen an den Markscheiden der Nervenfasern des zentralen Nervensystems, deren Ursachen noch nicht genau bekannt sind. Zur Diagnosestellung werden neben der neurologischen Untersuchung Methoden wie Liquoruntersuchung, visuell evozierte Potentiale und Kernspintomographie (MRT) herangezogen. Eine Heilung der Erkrankung ist derzeit noch nicht möglich. Allerdings kann durch die Gabe entzündungshemmender Medikamente bzw. von Präparaten, die die Immunabwehr herabsetzen, die Intensität der Krankheitsschübe vermindert werden. Daneben steht vor allem die Behandlung der mit der Erkrankung verbundenen Symptome im Vordergrund, um den Betroffenen eine hohe Lebensqualität zu sichern.

    Definition
    Bei der Multiplen Sklerose (lat. multiplex = vielfach; griech. skleros = hart) handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der die Markscheiden der Nervenfasern (=Myelinscheiden) zerstört werden. Sie gehört deshalb zur Gruppe der so genannten Entmarkungserkrankungen.

    Andere Namen für die Erkrankung sind Polysklerose (griech. polys = viel, zahlreich) bzw. Enzephalomyelitis disseminata (griech. enkephalos = Gehirn, myelos = Mark; lat. disseminare = aussäen, ausstreuen).
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    Alt 27.10.2004, 22:29   #9
    taita.ankh
     
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    Ein Freund von mir lebt auch schon Jahre damit. Zur Zeit geht es ihm gut. Er hat keine neuen Entzündungsherde.
    Ich freu mich über jeden Tag, an dem es ihm gut geht und er sich gut fühlt.
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    Alt 27.10.2004, 22:31   #10
    taita.ankh
     
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    Anatomie
    Das Nervensystem dient zum einen der Auseinandersetzung des Individuums mit seiner Umwelt und koordiniert zum anderen das Zusammenwirken der einzelnen Organe. Für diese Zwecke nimmt es Informationen aus der Umwelt oder dem Inneren des Körpers auf, leitet sie weiter, verarbeitet und speichert sie und gibt wiederum Informationen nach außen ab. Unterschieden werden das zentrale Nervensystem, das aus Gehirn und Rückenmark besteht, und das periphere Nervensystem, das in Form von Nervenbahnen die Verbindung zwischen dem zentralen Nervensystem und den Organen herstellt. Verglichen mit einem Computer, speichert und verarbeitet das zentrale Nervensystem die Daten, während das periphere Nervensystem die Verbindung zu den Ein- und Ausgabestationen (Sinnesorgane bzw. Muskulatur) herstellt.

    Das zentrale Nervensystem besteht aus grauer und weißer Substanz. In der grauen Substanz liegen die Zellkörper der Nervenzellen. An den Zellkörpern der Nervenzellen befinden sich Nervenfasern. Sie bilden die weiße Substanz des Nervensystems und leiten Informationen in Form elektrischer Impulse weiter. Die so genannten Axone (griech. ßxon = Wagenachse) führen die Informationen vom Zellkörper der Nervenzelle weg zu anderen Zellen, z.B. Muskelzellen. Die Dendriten (griech. déndron = Baum) dagegen empfangen die elektrischen Impulse von den Axonen anderer Nervenzellen und leiten sie zum Nervenzellkörper. Jede Nervenzelle enthält mehrere Dendriten und ein Axon.

    Einige der Axone bzw. Dendriten sind von einer Schicht aus Lipidzellen (Fettzellen) und Proteinen (Eiweißen) umgeben, der so genannten Mark- oder Myelinscheide. Die einzelnen Markscheiden verlaufen nicht kontinuierlich über die gesamte Nervenfaser, sondern werden von Einschnürungen unterbrochen, die Nervenfaserknoten oder (nach ihrem Entdecker) Ranvier-Schnürringe genannt werden. Die in der Nervenfaser geleitete Erregung springt von Knoten zu Knoten ("saltatorische Erregungsleitung"), und pflanzt sich auf diese Weise sehr viel schneller fort als beim kontinuierlichen Weiterlaufen.


    Nervenzelle
    Entstehung
    Bei der Multiplen Sklerose kommt es zu einer Auflösung der Markscheiden (=Entmarkung) an verschiedenen Stellen von Nervenfasern. Im frühen Stadium der Erkrankung sind die Markscheiden zunächst an bestimmten Stellen gerötet und geschwollen. Unter Umständen können sich solche entzündlich veränderten Herde vollständig zurückbilden. Meist jedoch zerfallen die Markscheiden an den betroffenen Arealen und werden durch Narbengewebe ersetzt, eine krankhafte Verhärtung des Gewebes (=Sklerosierung) setzt ein. Die einzelnen Entmarkungsherde, auch Plaques genannt, sind in unterschiedlicher Größe willkürlich über das gesamte zentrale Nervensystem verteilt. Besonders häufig finden sich Entmarkungsherde am Sehnerven, im Hirnstamm, im Kleinhirn und an den Hintersträngen des Rückenmarks.

    An den beschädigten Arealen der Markscheiden ist die Weiterleitung der Erregung gestört, die elektrischen Impulse können sich zwischen den verschiedenen Nerven- und Körperzellen (z.B. Muskelzellen) nicht mehr ungehindert ausbreiten. Störungen der Körperbewegungen (Motorik) und Körperempfindungen (Sensorik) sind die Folge.
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    Alt 27.10.2004, 22:32   #11
    taita.ankh
     
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    Ursachen
    Trotz intensiver Forschungsbemühungen ist es bis heute nicht gelungen, die genauen Ursachen für die Auflösungsprozesse an den Markscheiden der Nervenfasern zu finden. Allerdings konnten mehrere Faktoren festgestellt werden, die offensichtlich eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Multipler Sklerose spielen.

    Autoimmunprozesse - Angenommen wird heute, dass die Multiple Sklerose zur Gruppe der so genannten Autoimmunerkrankungen gehört (griech. autos = selbst, eigen). Hierbei handelt es sich um Abwehrreaktionen des Immunsystems gegen körpereigene Strukturen. Das Immunsystem ist in der Lage, körperfremde Stoffe zu erkennen und gegen sie zu reagieren. Darüber hinaus erkennt es körpereigene Strukturen, reagiert jedoch nicht mit ihnen, da es in der Embryonalentwicklung und während der ersten Lebensmonate lernt, solche körpereigenen Strukturen zu tolerieren. Wird diese Autoimmuntoleranz durchbrochen, greift das Immunsystem die körpereigenen Gewebe an und schädigt sie. Der Entstehungsmechanismus für Autoimmunerkrankungen ist bis heute nicht abschließend geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass sie auf der Grundlage von Infektionen mit Bakterien, Viren oder anderen Mikroorganismen entstehen, deren Strukturen teilweise identisch mit denen von körpereigenen Zellen sind. Durch die Reaktion des Immunsystems auf diese Erregerstrukturen kommt es zur Bildung von Antikörpern, die auch gegen das körpereigene Gewebe gerichtet sind (=Kreuzreaktion). Verbleiben die auf diese Weise gebildeten Autoantikörper nach dem Abklingen der Infektion im Blut, entwickeln sich chronische Erkrankungen, die in der Regel in Schüben verlaufen und verschiedene Organe und Gewebe betreffen können. Beispiele für solche Autoimmunerkrankungen sind Systemischer Lupus erythematodes oder Rheumatoide Arthritis. Verschiedene Befunde sprechen dafür, dass auch bei der Multiplen Sklerose autoimmune Reaktionen eine wesentliche Rolle spielen.

    Virale Infektionen - Vor allem Viren, die das Nervensystem befallen, wie Masern- oder Herpesviren, stehen im Verdacht, die Auslösung der Erkrankung zu begünstigen. Bei Tieren wurden für verschiedene MS-ähnliche Erkrankungen Viren als Verursacher nachgewiesen. Für den weiteren Krankheitsverlauf scheinen sie dagegen keine Bedeutung zu haben.

    Genetische Ursachen - Verschiedene Studien lassen vermuten, dass bestimmte Gene die Neigung für die Erkrankung beeinflussen. So erkranken z.B. einige Völker viel seltener an Multipler Sklerose als andere. Familienuntersuchungen ergaben, dass für enge Verwandte eines MS-Patienten das Risiko, ebenfalls daran zu erkranken, 10- bis 15mal höher ist als in der übrigen Bevölkerung. Bisher wurden jedoch keine Einzelgene identifiziert, die für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich gemacht werden könnten.
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    Alt 27.10.2004, 22:33   #12
    taita.ankh
     
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    Häufigkeit
    Die Multiple Sklerose ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In der Bundesrepublik Deutschland wird von etwa 60-80 MS-Patienten pro 100.000 Einwohnern ausgegangen. Weltweit sind ca. 1 Million Menschen betroffen.

    Grundsätzlich zeigt sich hinsichtlich der Erkrankungshäufigkeit eine unterschiedliche geographische Verteilung. Die Erkrankungszahlen nehmen mit wachsendem Abstand vom Äquator jeweils nach Norden und Süden zu. So ist die Multiple Sklerose in Europa oberhalb des 46. Breitengrades häufiger als unterhalb. In Ägypten, Südafrika und Südamerika ist die Krankheit selten, in Japan kommt sie praktisch nicht vor. Einwanderer, die ihr Geburtsland im frühen Kindesalter verlassen, haben das gleiche Risiko für eine Erkrankung wie die Einheimischen des neuen Heimatlandes. Wechseln sie dagegen den Wohnort erst nach der Pubertät, behalten sie das Erkrankungsrisiko ihres Ursprungslandes. Darüber hinaus gibt es in jedem Land einzelne Regionen, in denen Multiple Sklerose besonders häufig auftritt.

    Das Haupterkrankungsalter für Multiple Sklerose liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Vor dem 10. und nach dem 60. Lebensjahr ist das Auftreten eines ersten MS-Schubes äußerst selten. Angenommen wird allerdings, dass Symptome frühestens etwa 10 Jahre nach Beginn der Erkrankung sichtbar werden.
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    Alt 27.10.2004, 22:34   #13
    taita.ankh
     
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    Symptome
    Die Symptome, die bei einer MS-Erkrankung auftreten, sind äußerst vielgestaltig.

    Ein häufiges Symptom sind Sehstörungen, die auf eine Entzündung des Sehnerven (Optikusneuritis) zurückzuführen sind. Sie beginnen häufig mit Augenschmerzen, die sich bei Bewegungen der Augäpfel verstärken. Je nach Ausmaß der Entzündung kommt es zum Schleiersehen (wie durch ein Milchglas), zu Störungen des Farbsehens, zu Ausfällen des Gesichtsfeldes oder gar zur vorübergehenden Erblindung. In manchen Fällen leidet das so genannte zentrale Sehen, so dass die Patienten z.B. plötzlich Schwierigkeiten haben, kleine Druckschrift zu lesen. Meist bilden sich die Symptome innerhalb weniger Wochen nach Abklingen der Entzündung wieder zurück. Eine andere Sehstörung betrifft das Sehen von Doppelbildern, das durch eine Lähmung der Augenmuskulatur hervorgerufen wird.
    Ebenfalls sehr häufig sind spastische Lähmungen der Muskulatur. Ihr Schweregrad reicht von Störungen der Feinmotorik, Steifigkeit des Ganges bis hin zu kompletten Lähmungserscheinungen, wobei bestimmte Muskelreflexe abgeschwächt sind. Wichtige Frühsymptome sind hierbei allgemeine Mattigkeit und rasche Ermüdbarkeit, die die Leistungsfähigkeit der Patienten stark einschränken.
    Störungen der Körperempfindungen (sensorische Störungen) sind fast immer anzutreffen. Die Patienten berichten über Missempfindungen, Kribbeln, Spannungs- oder Engegefühle (wie ein "eiserner Handschuh" oder "Gürtel") vor allem an Händen und Füßen. Schmerzen oder Störungen des Temperaturempfinden treten dabei nur selten auf.
    Bei einer Beteiligung verschiedener Hirnnerven, kommt es zu Gesichtslähmungen (Fazialisparese) oder Gesichtsschmerzen (Trigeminusneuralgie). Auch Geschmacks- und Gleichgewichtsstörungen können auftreten.
    Als sehr beeinträchtigend werden von den Patienten Sprachstörungen, Gangunsicherheiten und das Zittern der Hände bei gezielten Bewegungen (Intentionstremor) erlebt, die bei einer Schädigung des Kleinhirns auftreten. Eine für Multiple Sklerose typische Sprachstörung ist eine langsame, schleppende Sprache, bei der die einzelnen Silben abgehackt und explosiv ausgestoßen werden (skandierende Sprache).
    Ein relativ häufiges Symptom im Zusammenhang mit MS sind Blasenentleerungsstörungen. In frühen Stadien treten sie vor allem als heftiger Harndrang mit unwillkürlichem Harnverlust (Harninkontinenz) in Erscheinung. Später kommt es meist zu ungewolltem Harnverhalt. Auch Störungen der Stuhlentleerung (meist Verstopfungen), Störungen der Sexualfunktionen und Störungen der Schweißabsonderung sind möglich.
    Psychische Erkrankungen können ebenfalls Folge einer Multiplen Sklerose sein. Neuere Untersuchungen ergaben, dass die Patienten entgegen früheren Annahmen vor allem unter depressiven Symptomen wie Traurigkeit und Antriebslosigkeit leiden. Mitunter zeigen die Erkrankten auch euphorische Stimmungen, die mit dem eigentlichen Krankheitszustand nicht in Übereinstimmung zu bringen sind. In solchen Fällen reagieren sie auch in ernsten Situationen mit unangemessener Heiterkeit und Lachen.
    Etwa 80 % der MS-Patienten erleben bei erhöhten Außen- oder Körpertemperaturen eine Verschlechterung ihrer Symptome. Abkühlung dagegen führt meist zu einer Besserung des Befindens.
    Grundsätzlich können alle genannten Beschwerden einzeln oder in wahllosen Kombinationen auftreten. Es gibt kein einzelnes Symptom, das spezifisch für die Erkrankung wäre. Immer sind es das gemeinsame Auftreten verschiedener Symptome und der Verlauf der Krankengeschichte, die den Verdacht auf das Vorliegen einer Multiplen Sklerose lenken.
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    Alt 27.10.2004, 22:35   #14
    taita.ankh
     
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    Verlauf
    Im Wesentlichen sind vor allem zwei Verlaufsformen der Erkrankung zu beobachten: ein schubweiser Verlauf mit wechselnden Symptomen oder ein chronisch-fortschreitender Verlauf.

    Etwa 80 % aller MS-Erkrankungen beginnen mit Schüben. Hierbei entwickeln sich innerhalb von wenigen Tagen akute Symptome, die mehrere Tage oder Wochen anhalten. Anschließend bilden sich die Beschwerden spontan zurück, wobei bestimmte Restschäden übrigbleiben können. Die Zeit zwischen zwei Schüben dauert in der Regel 1-2 Jahre. Es können allerdings auch symptomfreie Intervalle von nur wenigen Monaten oder auch mehreren Jahren auftreten.

    Ca. 10-20 % der MS-Erkrankungen zeigen einen von Beginn an dauerhaft fortschreitenden Verlauf (=chronisch-progredient). Hierbei verschlimmern sich die Symptome der Erkrankung stetig in größeren Zeitabständen, ohne dass es zu zwischenzeitlichen Besserungen käme. Bei einem Teil der Kranken tritt diese Verlaufsform auch erst nach vorhergegangenen Schüben auf.

    Die Häufigkeit von Krankheitsschüben nimmt mit zunehmender Dauer der Erkrankung ab. Sie ist kein Maß für das Entstehen zurückbleibender Schäden. Etwa 30-50 % der Patienten zeigen auf lange Sicht gutartige Verläufe der Krankheit, die nur mit minimalen Behinderungen einhergehen und den Erkrankten meist ein normales Alltags- und Berufsleben erlauben. Allerdings gibt es in etwa 3-5 % der Fälle schwerwiegende Verläufe, die innerhalb der ersten 5 Jahre nach Krankheitsbeginn tödlich enden. Äußerst selten nimmt die Erkrankung einen fulminanten Verlauf und führt innerhalb nur weniger Wochen nach den ersten Symptomen zum Tod.

    Diagnose
    Besteht auf Grund der Krankengeschichte eines Patienten der Verdacht auf eine vorliegende MS-Erkrankung, sind verschiedene Untersuchungen notwendig, um andere mögliche Ursachen für die Beschwerden auszuschließen. Neben einer eingehenden neurologischen Untersuchung des Patienten gehört hierzu eine Kontrolle der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, die durch Punktion gewonnen wird (Liquorpunktion). In den meisten Fällen finden sich dabei krankhaft veränderte Werte, z.B. erhöhte Konzentrationen an Gesamteiweiß, so genannten Immunglobulinen G und Lymphozyten bzw. das Auftreten von Plasmazellen im Liquor. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass solcherart veränderte Werte auch bei anderen entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems auftreten können, z.B. bei Hirnhautentzündung (=Meningitis).

    Eine weitere Untersuchungsmethode sind die so genannten visuell evozierten Potentiale (VEP). Hierunter werden Reaktionen im Gehirn verstanden, die durch bestimmte optische Reize ausgelöst sind und mit Hilfe des Elektro-Enzephalogramms (EEG) registriert werden können. Liegt eine Multiple Sklerose vor, zeigen sich meist charakteristische Veränderungen, z.B. die Verzögerung bestimmter Reaktionen.

    Unter den bildgebenden Verfahren ist vor allem die Kernspintomographie (MRT) als Untersuchungsmethode geeignet. Hier sind häufig schon sehr frühzeitig die krankhaft veränderten Herde erkennbar, die für Multiple Sklerose charakteristisch sind, ohne dass bereits Symptome auftreten. Im Vergleich zur Kernspintomographie ist die Computertomographie (CT) wesentlich weniger aussagekräftig
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    Alt 27.10.2004, 22:37   #15
    taita.ankh
     
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    Therapie
    Es gibt bisher noch keine Therapie, die Multiple Sklerose heilen kann. Es ist jedoch heute möglich, die Stärke und Häufigkeit der auftretenden Schübe zu mindern. Darüber hinaus zielt eine Therapie darauf ab, die krankheitsbedingten Symptome so weit wie möglich zu lindern.

    Da angenommen wird, dass Multiple Sklerose zu den Autoimmunerkrankungen gehört, besteht ein wesentlicher Therapieansatz darin, die Aktivität des Immunsystems durch die Gabe bestimmter Medikamente, so genannter Immunsuppressiva, zu unterdrücken. Während eines akuten Schubs wird deshalb in hoher Dosierung Kortison verabreicht, das in erster Linie entzündungshemmende Effekte zeigt. Die Wirksamkeit einer solchen Kortison-Stoßtherapie ist allerdings in den einzelnen Fällen sehr unterschiedlich. Bei einem schweren Schub, der nicht ausreichend auf Kortison reagiert, kann eine zusätzliche Behandlung mit Plasmapherese in Erwägung gezogen werden. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem über einen Filtermechanismus Substanzen, die in bestimmte Entzündungsreaktionen involviert sind, aus dem Blut entfernt werden.

    Zur Vorbeugung von akuten Schüben und dem damit verbundenen Voranschreiten der Erkrankung werden zwischen den einzelnen Schüben Medikamente eingesetzt, die die Aktivitäten des Immunsystems beeinflussen, wie so genanntes Beta-Interferon oder die Immunsuppressiva Azathioprin und Mitoxantron. Da Beta-Interferon nicht in Tablettenform gegeben werden kann, sondern mehrfach pro Woche gespritzt werden muss, sollten die Patienten möglichst angelernt werden, sich diese Spritzen selbst zu verabreichen. Auf diese Weise können sie trotz ihrer Erkrankung eine gewisse Unabhängigkeit bewahren. Neuere Medikamente sind die so genannten Immunmodulatoren. Substanzen, die die Immunreaktion nicht komplett unterdrücken, sondern in die Körpereigenen Prozesse regulierend eingreifen und dabei die antientzündlichen Vorgänge als Gegenspieler der entzündlichen fördern. Gleichzeitig wird die Bildung körpereigener sog. neurotropher Faktoren Faktoren gefördert, welche Gewebeschäden entgegenwirken und damit einen Schutz der Nervenbahnen darstellen.

    Grundsätzlich unternimmt die medizinische Forschung große Anstrengungen, Medikamente zu entwickeln, die über eine Beeinflussung verschiedener Immunreaktionen positive Effekte bei der Behandlung von Multipler Sklerose erzielen (z.B. Studien zur Erprobung monoklonaler Antikörper oder von Antikörpern gegen so genanntes TNF Alpha). Für die Zukunft sind hier sicher weitere Fortschritte zu erwarten. Entscheidende Bedeutung hinsichtlich der Lebensqualität der betroffenen Patienten hat die Behandlung der verschiedenen mit der Krankheit verbundenen Symptome. Dabei kommt es darauf an, die Beschwerden durch geeignete Therapien weitestgehend zu lindern. Hierzu gehören z.B. eine angemessene krankengymnastische Behandlung bei Gehbehinderungen oder Koordinationsstörungen bzw. die adäquate Therapie von Blasenstörungen.

    Selbstinjektion der Interferone

    Ihre Medikamente selber injizieren zu können, ist für viele MS-Patienten ein wichtiges Stück Unabhängigkeit. Um die Selbstinjektion des Interferon-Präparats für die Patienten noch leichter zu machen, gibt es sog. Fertigspritzen: Sie müssen nicht extra aufbereitet werden, sondern sind jederzeit einsetzbar. Moderne Fertigspritzen verfügen über eine extra dünne und fein geschliffene Nadel, so dass sie leichter durch die Haut dringt und so das Selbstspritzen von Beta-Interferon angenehmer macht. Das Eindringen der Spritze ist kaum merkbar - ein wichtiger Grund für oftmaligen Therapieabbruch kann dadurch verhindert werden.

    Zusätzliche Injektionshilfen dienen der einfachen und komfortablen Handhabung von Fertigspritzen. In der Regel gibt es sie in Kombination mit der Fertigspritze
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    Alt 27.10.2004, 22:37   #16
    taita.ankh
     
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    Prognose
    Die Multiple Sklerose hat eine bessere Prognose als häufig angenommen wird. Insgesamt lässt sich feststellen, dass sich die mittlere Lebenserwartung von MS-Erkrankten nicht wesentlich von der der Normalbevölkerung unterscheidet. Etwa 30-50 % der Patienten zeigen auf lange Sicht einen gutartigen Verlauf der Erkrankung. So sind nach einer mittleren Krankheitsdauer von 18 Jahren noch etwa ein Drittel der Patienten voll berufstätig oder arbeiten relativ uneingeschränkt im Haushalt. Etwa 50 % der Patienten leben mit der Krankheit 30 Jahre und länger. Ein günstiger Verlauf ist vor allem dann zu erwarten, wenn es nach den Schüben zu einer weitgehenden Rückbildung der Symptome kommt. Ca. 10-20 % der Patienten zeigen allerdings einen von Beginn an dauerhaft fortschreitenden Verlauf, bei dem sich die Symptome zwischen den einzelnen Schüben kaum oder gar nicht verbessern.

    Hinsichtlich der Frage der Familienplanung konnten verschiedene Studien keine negativen Effekte von Schwangerschaft und Geburt auf den Krankheitsverlauf zeigen. Während die Schubhäufigkeit im Laufe einer Schwangerschaft abnimmt, ist sie unmittelbar nach der Entbindung leicht erhöht. Auf den weiteren Verlauf der Erkrankung und die individuelle Prognose hat dies jedoch keinen Einfluss.
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    Alt 30.10.2004, 14:37   #17
    hanbeh
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    ich ahbe nun seit 6 Mon.die Diagnose MS und muss damit fertig werden.Habe auch schon eine Mithoxantrongabe hinter mir aber seitdem geht es mir schlechter nun Überlege ich ob ich die 2te am 15.12 überhaupt mitmache
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    Alt 04.11.2004, 22:05   #18
    bloodydeerhunter
     
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    Hallo alle zusammen!
    Finde es super, das es hier leute giebt die sich überdiese Krankheit gedanken machen.
    Die Mutter meines Sohnes, und jetzt ne sehr gute Frewundin von mir leidet seit ca. 3 Jahren an MS. Aber trotz dieser Krankheit, sollte man den Lebensmut nicht verlieren. Sie lag auch schon öfters deswegen im KH, aber trotzdem versucht sie so weiter zumachen, wie vorher auch

    Mfg
    Dennis
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    Alt 05.11.2004, 05:12   #19
    hanbeh
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    Meine Mithoxantrongabe ist nun 6 Wochen her und ganz langsam geht es bei mir Aufwärts Langsam lassen die Nebenwirkungen nach. Ich hoffe ,dass es nun so bleibt.
    Viele Grüsse
    Hans
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    Alt 18.01.2006, 20:12   #20
    gradoom100
     
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    Zitat:
    Zitat von bloodydeerhunter
    <div id="displayQuote2">Hallo alle zusammen!

    Finde es super, das es hier leute giebt die sich überdiese Krankheit gedanken machen.

    Die Mutter meines Sohnes, und jetzt ne sehr gute Frewundin von mir leidet seit ca. 3 Jahren an MS. Aber trotz dieser Krankheit, sollte man den Lebensmut nicht verlieren. Sie lag auch schon öfters deswegen im KH, aber trotzdem versucht sie so weiter zumachen, wie vorher auch


    Mfg

    Dennis</div>

    Dieser Meinung bin ich auch!!!


    Habe seit fast 15 Jahren MS mit sämtlichen Höhen und Tiefen, aber wenn man mit und nicht gegen MS lebt, geht es gut.
    gradoom100 ist offline   Mit Zitat antworten
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