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    Alt 01.08.2017, 23:33   #41
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    "'System' ist das planmässige Gefüge einer Gedankenmehrheit.

    Sobald Du es wagst neu zu denken, hat das ‘neue System‘ auch schon begonnen. Durch Dich. Einfach so. Also trau Dich..."
    Freeman Austria

    "Irgendein schlauer Kopf hat einmal gesagt, die einzige Angst des Menschen bestünde letztendlich darin, dass die Wahrheit absolut sein könnte. Und ein anderer, dass für jeden Tag im Jahr genau einmal "Fürchte Dich nicht!" in der Bibel steht.

    Das Witzige dabei:

    Es ist ihr egal, ob man sie kennt, ob man sich vor ihr fürchtet, ob man sie hasst, ob man sie ignoriert, ... der Wahrheit! Sie ist einfach. In Ewigkeit."
    Freeman Austria

    alles Liebe
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    Betrachte die Welt als Dein Selbst, habe Vertrauen zum Sosein der Dinge, liebe die Welt als Dein Selbst. Dann kannst Du Dich um alle Dinge kümmern. Laotse
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    Alt 02.08.2017, 23:58   #42
    Stille
     
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    Gott ist tot – oder ist er als vermisst gemeldet?
    „Alle Religionen glauben, dass Gott die Welt und damit auch den Menschen erschaffen hat. Doch wenn du von jemandem erschaffen wurdest, bist du nur eine Marionette, du besitzt keine eigene Seele. Und wenn du von jemandem erschaffen wurdest, dann kann er dich jeden Moment wieder vernichten. Weder hat er dich gefragt, ob du wolltest, dass er dich erschafft, noch wird er dich fragen: ‚Willst du vernichtet werden?'

    Wenn du die Fiktion akzeptierst, dass Gott die Welt und auch die Menschheit erschaffen hat, dann ist Gott der größte Diktator. Wenn Gott eine Realität ist, dann ist der Mensch ein Sklave, eine Marionette. Dann hält Gott alle Fäden in der Hand, und auch dein Leben. Dann ist Erleuchtung kein Thema, dann ist es kein Thema, ob es einen Gautam Buddha gab, denn es gibt keine Freiheit. Gott zieht die Fäden, und du tanzt, er zieht die Fäden, und du weinst, er zieht die Fäden, und du fängst an zu morden, dich selbst umzubringen, Krieg zu führen. Du bist nur eine Puppe, und er ist der Puppenspieler.

    Tugend und Sünde sind dann kein Thema mehr, Heilige und Sünder sind dann kein Thema mehr. Nichts ist gut und nichts ist schlecht, denn du bist nur eine Marionette. Eine Marionette kann nicht für ihre Taten verantwortlich gemacht werden. Verantwortung gilt nur für denjenigen, der Handlungsfreiheit besitzt.

    Entweder es gibt Gott oder es gibt Freiheit, beides gleichzeitig kann es nicht geben. Das ist die grundlegende Bedeutung von Friedrich Nietzsches Aussage: Gott ist tot, also ist der Mensch frei.

    Kein Theologe, kein Religionsgründer hat jemals drüber nachgedacht, dass du die Würde des Bewusstseins, der Freiheit und der Liebe zerstörst, wenn du Gott als Schöpfer akzeptierst. Du nimmst dem Menschen seine ganze Verantwortung, und du nimmst ihm seine ganze Freiheit. Du reduzierst die gesamte Existenz zur Laune eines merkwürdigen Burschen namens Gott.

    Aber Nietzsches Argument ist nur eine Seite der Medaille. Er hat vollkommen Recht, aber nur mit einer Seite der Medaille. Er hat eine sehr wichtige und bedeutsame Aussage gemacht, doch er hat etwas vergessen, und das musste passieren, denn seine Aussage basiert auf Rationalität, Logik und Intellekt. Sie basiert nicht auf Meditation.

    Der Mensch ist frei, aber frei wofür? Wenn es keinen Gott gibt, und der Mensch frei ist, dann heißt das, dass er nun alles machen kann, gut oder schlecht. Es gibt niemanden, der ihn verurteilt, niemanden, der ihm vergibt. Diese Freiheit ist einfach nur Zügellosigkeit.

    Das ist die die andere Seite. Du beseitigst Gott und der Menschen bleibt vollkommen leer zurück. Natürlich erklärst du damit seine Freiheit, doch zu welchem Zweck? Wie kann er seine Freiheit kreativ und verantwortlich nutzen? Wie kann er vermeiden, dass seine Freiheit zur Zügellosigkeit verkommt?

    Friedrich Nietzsche wusste nichts über Meditation, das ist die andere Seite der Medaille. Der Mensch ist frei, doch seine Freiheit kann nur dann eine Freude und ein Segen für ihn sein, wenn er in Meditation verwurzelt ist. Beseitige Gott, dass ist vollkommen in Ordnung, denn er war die größte Gefahr für die Freiheit des Menschen, doch gib dem Menschen einen Sinn, eine gewisse Bedeutung, eine gewisse Kreativität, eine gewisse Empfänglichkeit, einen Weg, das ewige Leben zu finden.

    Friedrich Nietzsche wurde in der letzten Phase seines Lebens beinahe wahnsinnig. Er wurde eingeliefert, verbrachte einige Zeit in einer psychiatrischen Anstalt. Solch ein Geistesgigant, was war mit ihm passiert? Er war zu dem Schluss gekommen: „Gott ist tot“, doch das ist eine negative Schlussfolgerung. Er wurde leer, doch seine Freiheit war ohne Bedeutung. Es war keine Freude in ihm, denn es war nur eine Freiheit von Gott, doch wofür? Die Freiheit besitzt zwei Seiten: von etwas und für etwas. Die zweite Seite fehlte. Das machte ihn wahnsinnig.

    Leere treibt Menschen immer in den Wahnsinn. Man braucht Erdung, Zentrierung, man braucht eine Verbindung zur Existenz. Wenn Gott tot ist, ist die Verbindung zur Existenz zerstört. Wenn Gott tot ist, ist man allein und ohne Wurzeln. Ein Baum kann ohne Wurzeln nicht leben, und ein Mensch ebenso wenig.

    Gott existiert nicht, doch er war ein guter Trost. Er füllte das Innere des Menschen aus, auch wenn er eine Lüge war. Doch wenn eine Lüge jahrtausendelang tausendmal wiederholt wird, wird sie beinahe zur Wahrheit. Gott war für die Menschen in ihrer Angst, in ihrer Furcht, in ihrem Schrecken vor Alter und Tod und darüber hinaus – vor der unbekannten Finsternis – ein großer Trost. Gott war ein gewaltiger Trost, auch wenn er eine Lüge war. Lügen können einen trösten, das muss man verstehen. Tatsächlich sind Lügen süßer als die Wahrheit.

    Gautama Buddha soll gesagt haben: ‚Die Wahrheit ist am Anfang bitter, doch am Ende süß, und Lügen sind am Anfang süß, doch am Ende bitter‘ –wenn sie als Lügen entlarvt werden. Dann taucht eine enorme Bitterkeit auf, darüber, dann man von den Eltern, von den Lehrern, von den Priestern, von allen sogenannten Führern, getäuscht und betrogen wurde. Ihr wurdet fortlaufend getäuscht und betrogen. Diese Frustration führt zu großem Misstrauen gegenüber allen. ‚Niemand ist vertrauenswürdig …‘ Das erzeugt ein Vakuum.

    Nietzsche war also in der letzten Phase seines Lebens nicht wirklich wahnsinnig, es war einfach nur die unvermeidliche Folge seines negativen Zugangs. Der Intellekt kann nur negativ sein, er kann argumentieren und kritisieren und sarkastisch sein, doch er kann keine Nahrung geben. Ein negativer Standpunkt kann einem keine Nahrung geben. Er verlor also seinen Gott, und damit verlor er seinen Trost. Er wurde frei, doch nur, um wahnsinnig zu werden.

    Und das gilt nicht nur für Friedrich Nietzsche, also kann man nicht sagen, dass es einfach nur ein Zufall war. Viele intellektuelle Giganten finden sich Irrenhaus wieder oder begehen Selbstmord, weil niemand in einer negativen Finsternis leben kann. Man braucht Licht und eine positive Erfahrung von Wahrheit. Nietzsche beseitigte das Licht und erzeugte ein Vakuum in sich selbst und in allen, die ihm folgten.

    Wenn du in deinem tiefsten Inneren ein Vakuum verspürst, absolute Leere ohne Sinn und Bedeutung, dann geht das auf Friedrich Nietzsche zurück. Eine ganze Philosophie ist im Westen daraus entstanden. Nietzsche war der Begründer dieses negativen Zugangs zum Leben.

    Kierkegaard, Sartre, Marcel, Jaspers und Heidegger – all die Giganten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – sprachen nur über Sinnlosigkeit, Angst, Leiden Furcht, Schrecken, Qual. Und diese Philosophie wurde im Westen als Existentialismus bezeichnet. Das ist sie aber nicht. Sie ist einfach Nicht-Existentialismus. Sie zerstört alles, was dich getröstet hatte.

    Ich stimme der Zerstörung zu, denn das, was den Menschen getröstet hatte, waren nur Lügen. Gott, Himmel und Hölle – all das waren Fiktionen, die nur dazu geschaffen worden waren, um den Menschen zu trösten. Es ist gut, dass sie zerstört wurden, doch damit lässt man den Menschen in einem vollkommenen Vakuum zurück. Aus diesem Vakuum heraus wurde der Existentialismus geboren.

    Und das ist der Grund, warum er nur über Sinnlosigkeit spricht: ‚Das Leben hat keinen Sinn.‘ Er spricht über Bedeutungslosigkeit: ‚Du bist nur ein Zufall. Ob du hier bist oder nicht, ist für die Existenz nicht von Bedeutung.‘ Und diese Menschen nennen Ihre Philosophie Existentialismus. Sie sollten sie Akzidentalismus nennen. Du wirst nicht gebraucht, du bist nur durch einen bedeutungslosen Zufall in Erscheinung getreten. Gott machte euch zu Marionetten, und die Philosophen von Nietzsche bis Sartre machen euch zu einem Zufall.

    Doch der Mensch hat in seinem Innern ein enormes Bedürfnis, mit der Existenz verbunden zu sein. Er braucht Wurzeln in der Existenz, denn nur wenn seine Wurzeln tief in die Existenz reichen, wird er zu einem Buddha erblühen, wird er sich zu Millionen von Blüten öffnen, wird sein Leben nicht bedeutungslos sein. Dann wird sein Leben von Bedeutung, Sinn und Segen überfließen, sein Leben wird ein einziges Fest sein.

    Doch die Schlussfolgerung der sogenannten Existentialisten ist, dass wir unnötig sind, dass unser Leben keinen Sinn, keine Bedeutung hat. Die Existenz baucht uns nicht!

    Daher möchte ich Friedrich Nietzsches Werk zu Ende bringen, denn es ist unvollständig. Es wird die ganze Menschheit in den Wahnsinn treiben – nicht nur Friedrich Nietzsche selbst, sondern die ganze Menschheit. Ohne Gott bist du natürlich frei, doch wozu? Du stehst mit leeren Händen da. Auch vorher waren deine Hände leer, denn das, womit sie gefüllt waren, waren lauter Lügen. Doch nun ist dir vollkommen bewusst, dass deine Hände leer sind und du nirgendwohin gehen kannst.

    Ich habe einmal von einem berühmten Atheisten gehört. Er starb und seine Frau zog ihm seine besten Kleider an, seine besten Schuhe, bevor er in den Sarg gelegt wurde – die beste Krawatte, das Allerteuerste. Sie wollte ihm eine schöne Abschiedsveranstaltung geben, ein schönes Lebewohl. Er war so gut angezogen wie noch nie zuvor in seinem ganzen Leben.

    Dann kamen die Freunde und Nachbarn. Und eine Frau meinte: ‚O je! Nun ist er so ausgehfein und wird doch nirgendwo hingehen!‘ Er war Atheist, glaubte also nicht an Gott, er glaubte nicht an den Himmel, er glaubte nicht an die Hölle – nirgendwo hin zu gehen, und so ausgehfein!

    Das ist der Zustand, in dem jede negative Philosophie den Menschen hinterlässt: in Schale geworfen, ausgehfein, und er kann nirgendwo hingehen! Solch ein Zustand erzeugt Wahnsinn...

    Solange deine Freiheit nicht zum Erblühen deiner Bewusstheit führt und die Erfahrung der Freiheit dich nicht in die Ewigkeit führt, in die Wurzeln, in den Kosmos und in das Leben, wirst du wahnsinnig. Dein Leben ist sinnlos sein, ohne Bedeutung. Was immer du tust, es spielt keine Rolle.

    Aus der Sicht der sogenannten Existentialisten, die alle Friedrich Nietzsche nachfolgen, der der Begründer war, ist die Existenz vollkommen ohne Intelligenz. Sie haben Gott weggenommen, also denken sie – und ihrer Logik erscheint das vollkommen richtig –, dass die Existenz ebenfalls tot ist, dass sie ohne Intelligenz ist, dass sie ohne Leben ist.

    Gott war das Leben, Gott war das Bewusstsein. Gott war der letztendliche Sinn, das Salz eures Seins. Wenn Gott nicht mehr da ist, wird die gesamte Existenz seelenlos, wird das Leben lediglich zu einem Nebenprodukt der Materie. Wenn man stirbt, stirbt alles, und nichts bleibt mehr übrig. Dann gibt es keine Frage mehr von gut oder böse. Die Existenz ist vollkommen gleichgültig, sie kümmert sich nicht um euch. Gott pflegte sich um euch zu kümmern. Sobald Gott entfernt wird, beginnt eine große Entfremdung zwischen euch und der Existenz.

    Es gibt keine Verbindung mehr, die Existenz kümmert sich nicht, kann sich nicht kümmern, weil sie nicht mehr bewusst ist. Es ist kein intelligentes Universum mehr, es ist nur noch tote Materie, so wie wir alle. Und das Leben, wie wir es kennen, ist nur ein Nebenprodukt. Ein Nebenprodukt verschwindet sofort, wenn die Elemente, aus denen es entstanden ist, sich auflösen...

    Sobald man weiß, dass es ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Negativen und dem Positiven braucht, ist man in der Existenz verwurzelt. Das eine Extrem besteht darin, an Gott zu glauben, und das andere Extrem besteht darin, nicht an Gott zu glauben; man muss genau in der Mitte stehen, vollkommen im Gleichgewicht. Dann werden Atheismus und Theismus gleichermaßen irrelevant.

    Sobald du einmal erfahren hast, dass dein inneres Wesen im Gleichgewicht und still und friedlich ist, öffnen sich plötzlich Türen, die dir bisher aufgrund deiner Gedanken verschlossen waren, und die gesamte Existenz wird dir offenbar. Du bist kein Zufall. Die Existenz braucht dich. Ohne dich würde der Existenz etwas fehlen, und niemand könnte es ersetzen.

    Das ist es, was dir Würde gibt, die Tatsache, dass du der gesamten Existenz fehlen würdest. Die Sterne und die Sonne und der Mond, die Bäume und die Vögel und die Erde – alles im Universum würde spüren, dass ein kleiner Platz leer ist und von niemandem außer von dir gefüllt werden kann. Das schenkt dir große Freude, das gibt dir die erfüllende Gewissheit, dass du mit der Existenz verbunden bist und dass die Existenz sich um dich kümmert. Sobald du klar und still bist, kannst du erkennen, dass ungeheuere Liebe aus allen Dimensionen zu dir fließt.

    Du bist die höchste Evolutionsstufe des Lebens, der Intelligenz, und alles hängt von dir ab. Wenn du über den Verstand und seine Intelligenz hinauswächst in Richtung No-Mind und seiner Intelligenz, dann wird die Existenz dich feiern: Wieder hat ein Mensch den höchsten Gipfel erreicht. Ein Teil der Existenz hat sich plötzlich zur höchsten Möglichkeit dessen erhoben, was in jedem als Potential angelegt ist …

    Und ein Mensch, der um seine Verbindung, um seine tiefe Verbindung zur Existenz weiß, kann nicht gegen das Leben handeln. Das ist schlichtweg unmöglich. Er kann anderen einfach nur so viel Segen, so viel Seligkeit, so viel Gnade schenken, wie sie empfangen können. Und seine Quellen sind unerschöpflich. Wenn man die unerschöpfliche Quelle des Lebens und der Ekstase gefunden hat, spielt es keine Rolle mehr, ob es einen Himmel oder eine Hölle gibt oder nicht. Das alles spielt dann überhaupt keine Rolle mehr.

    Ich lehre euch, wie ihr Kontakt mit der Existenz herstellen könnt, wie ihr herausfinden könnt, wie ihr mit der Existenz verbunden, verdrahtet seid. Woher bekommt ihr von Augenblick zu Augenblick euer Leben? Woher kommt eure Intelligenz? Wenn die Existenz nicht intelligent wäre, wie könntet ihr dann intelligent sein? Woher sollte diese Intelligenz kommen?

    Wenn ihr Rosen blühen seht, habt ihr euch dann jemals überlegt, dass all diese Farben, all diese Zartheit, all diese Schönheit irgendwo im Samen verborgen lag? Doch der Same allein genügte nicht, damit daraus eine Rose wurde; er braucht die Unterstützung der Existenz – den Boden, das Wasser, die Sonne. Der Samen verschwand in der Erde, und die Rose begann zu wachsen. Nun braucht sie Luft, Wasser, Erde, die Sonne, den Mond.

    All das zusammen verwandelt den Samen, der fast wie ein totes Stück Stein wirkt. Plötzlich geschieht eine Verwandlung, eine Metamorphose. Diese Rose, diese Farben, diese Schönheit, dieser Duft könnten nicht in Erscheinung treten, wenn all dies nicht bereits in der Existenz angelegt wäre. All das mag versteckt sein, mag im Samen verborgen sein. Doch immer wenn etwas geschieht, bedeutet das, dass es bereits vorhanden war – vielleicht als Potential. Ihr besitzt Intelligenz ...
    Osho, God Is Dead, Now Zen Is the Only Living Truth, Talk #1

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    Alt 03.08.2017, 00:31   #43
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    Was ist die Existenz? Ist es so etwas wie Gott?

    Die Existenz ist das, was ist, und Gott ist das, was nicht ist. Existenz ist eine Realität, Gott ist eine Fiktion. Existenz ist nur Meditierenden zugänglich, Menschen der Stille; Gott ist ein Trost für kranke Köpfe, kranke Psychen.

    Die Existenz ist nicht deine Erfindung – Gott ist es. Darum gibt es nur eine Existenz, aber Tausende von Göttern. Jeder erschafft sich einen Gott entsprechend seinen Bedürfnissen, seinen Leiden, seinen Erwartungen oder übernimmt einen alten Glauben an Gott.

    Gott ist ein großer Trost, aber er ist kein Heilmittel. Die Existenz ist kein Trost. Im Einklang mit ihr zu sein, heißt, gesund und ganz zu sein. Alle Religionen der Welt haben dich Gott gelehrt; ich lehre dich die Existenz. Ich lehre dich, in Einklang mit dem zu sein, was dich umgibt, was in dir ist und um dich herum. Sobald du damit im Einklang bist, gibt es keinen Tod mehr für dich, kein Leid, keine Anspannung, keine Sorgen, nur einen unglaublichen Frieden, der dich umgibt, eine Zufriedenheit, von der du nie zu träumen gewagt hast.

    Gott ist für diejenigen, deren Bewusstheit nicht wachsen kann, die zurückgeblieben sind, was Bewusstheit anbelangt. Er ist eine Art Spielzeug; zurückgebliebene Leute brauchen das. Und in dem Moment, wo ich sage, er ist ein Spielzeug, bleibt es dir überlassen, was du aus ihm machen willst – einen Affen oder einen Elefanten. Es hängt nur von dir ab, ihm vier Hände zu geben oder tausend Hände. Es ist deine Schöpfung. Seltsam genug, dass der Mensch glaubt, Gott habe alles erschaffen.

    Die Wahrheit ist, dass Gott selbst ein Produkt der menschlichen Fantasie ist.

    Gott ist die größte Lüge, die du finden kannst, weil auf dieser Lüge tausende anderer Lügen beruhen. Kirchen, religiöse Organisationen vervielfachen die Lügen immer weiter, alles nur, um eine Lüge zu bewahren. Du musst die Psychologie des Lügens verstehen. Das erste, was du zum Lügen brauchst, ist ein gutes Gedächtnis, weil du dich erinnern musst. Du belügst jemanden wegen etwas, jemand andern wegen etwas anderem; du musst dich erinnern, was du zu dem einen gesagt hast, und was zu dem anderen.

    Für Wahrheit braucht man kein Gedächtnis. Wahrheit ist immer da, immer dieselbe. Du musst sie nicht in dein Gedächtnis stopfen. Das Gedächtnis macht dich unfrei, es ist ein Gefängnis; es klammert sich an dir fest, überzieht dich dermaßen, dass du allmählich völlig verschwindest. Die Wahrheit befreit dich von allen Lügen. Und plötzliche ist da eine Offenbarung, dass du Teil einer unermesslichen Wahrheit bist, die ich Existenz nenne.

    Du brauchst keine Kirchen, du brauchst keine Tempel, du brauchst keine Moscheen; du brauchst nur ein andächtiges Herz, ein liebendes Herz, ein dankbares Herz. Das ist dein wahrer Tempel. Das wird dein ganzes Leben verwandeln. Das wird dir helfen, nicht nur dich selbst zu entdecken, sondern eben jene Tiefe dieser unermesslichen Existenz.

    Wir sind wie die Wellen des Ozeans – immer nur an der Oberfläche; dabei ist der Ozean kilometertief. Der Pazifik ist acht Kilometer tief. Aber eine kleine Welle an der Oberfläche wird die Tiefe nie erfahren – ihre eigene Tiefe, denn sie ist nicht getrennt vom Ozean. Sie hält an ihrem kleinen Dasein fest, hat Angst vor dem Tod, Angst, sich in der Weite zu verlieren, der ozeanischen Unendlichkeit.

    Gott wurde erfunden.

    Er war das Bedürfnis des Menschen; die Menschen brauchten einen Beschützer. In der Unermesslichkeit des Universums fühlt sich der Mensch so allein, so klein. Die ungeheure Weite lässt ihn erzittern. Was ist schon deine Existenz?

    Das erinnert mich an eine Geschichte von Bertrand Russel. Der Erzbischof von England sieht in einem Traum, dass er die perlenbesetzten Tore des Paradieses erreicht hat. Einerseits ist er hocherfreut, andererseits ist er sehr beunruhigt, weil die perlenbesetzten Tore so unermesslich weit sind, in beide Richtungen, dass er nicht das ganze Tor gleichzeitig sehen kann. Es ist so hoch, dass es außerhalb des Sehvermögens seiner Augen liegt. Und er selbst sieht aus wie eine kleine Ameise im Vergleich zu diesem riesigen Tor. Er ist ein bisschen ängstlich. Er ist kein gewöhnlicher Mensch, er ist der Erzbischof von England. Er fühlt sich erniedrigt von diesem Tor und die Angst steigt hoch: „Wenn das die Situation am Tor ist, wie ist dann erst die Situation drinnen?“

    Mit ängstlichen Händen klopft er an die Tür, aber in der Unermesslichkeit dieses Raumes kann nur er sein Klopfen hören. Er braucht Tage, aber er klopft immer stärker und stärker. Schließlich öffnet sich ein kleines Fenster im Tor und Petrus schaut heraus mit tausend Augen und versucht herauszufinden, wer das Geräusch gemacht hat. Diese tausend Augen sind so glänzend, so wie Sterne, dass sich der Erzbischof noch kleiner fühlt – fast wie ein Nichts.

    Und Petrus fragt: „Wer immer du bist, wo immer du bist, bitte trete vor.“

    Der Erzbischof zeigt sich. Er sagt zu Petrus: „Vielleicht kennst du mich nicht. Du kannst das bei Jesus Christus überprüfen, ich bin der Erzbischof von England.“

    Petrus sagt: „Hab nie irgendwas gehört von dieser Sache, England.“

    Der Erzbischof sagt: „Vielleicht hast du nie etwas von England gehört, aber du musst etwas von unserem wunderschönen Planeten gehört haben, der Erde.“

    Petrus sagt: „Ich will deine Gefühle nicht verletzen, aber ohne die Kennziffer deiner Erde kann ich nicht herausfinden, wovon du sprichst. Ich muss zur Bibliothek gehen und nachschauen – wenn du mir die Kennziffer gibst – zu welchem Sonnensystem du gehörst, denn es gibt Millionen Sonnensysteme, und jedes Sonnensystem hat viele Planeten.“

    Aber dem Erzbischof kam nie in den Sinn, dass die Erde eine Kennziffer haben könnte. Er sagt: „Ich kenne keine Kennziffer, aber ich bin der Erzbischof. Gehe einfach zu Jesus Christus und sage es ihm.“

    Petrus sagt: „Du gibst mir Rätsel um Rätsel auf. Wer ist dieser Bursche, Jesus Christus?“

    Der Erzbischof ist sehr bestürzt. Er sagt: „Du kennst Jesus Christus nicht, den einzigen Sohn Gottes?“

    Petrus sagt: „Was mich betrifft, habe ich Gott nie gesehen; ich weiß nicht, ob es ihn gibt oder nicht. Ich bin nur der Torwächter. Vielleicht gibt es irgendwo im innersten Teil des Paradieses jemanden, der glaubt, Gott zu sein, aber ich bin ihm nie begegnet…“

    Das ist so ein Schock, dass der Erzbischof schweißgebadet aufwacht.

    Die Geschichte ist bedeutsam, weil sie zeigt, wie klein wir sind und wie groß das Universum ist. Natürlich waren die Menschen der Urvölker nicht fähig, sich an den Gedanken dieser unendlichen Weite des Universums zu gewöhnen, ohne diesem etwas Persönlichkeit zu verleihen und ohne sich irgendwie auf diese Persönlichkeit zu beziehen.

    Gott war die Bemühung des primitiven Verstandes des Menschen, der Existenz eine Persönlichkeit zu verleihen. So wird sie zu Gott, dem Vater. So kannst du eine Beziehung zu ihr eingehen. Du magst sogar gegen ihn sein, aber wenigstens gibt es jemanden, für den oder gegen den du sein kannst; da gibt es jemanden, der größer ist als du, der dich beschützt, der deine Garantie ist.

    Gott ist einfach die Armut der menschlichen Bewusstheit.

    Menschen die, wie Gautama Buddha, ihre innere Bewusstheit und dessen Höhepunkt erlangt haben, verneinten die Existenz Gottes. Jeder, der jemals im Inneren gesundet ist, der über den Verstand, den grundsätzlich kranken Verstand, hinausgegangen ist, hat Gott verneint. Gott als Erfindung taugt für Kindergartenkinder. Sie brauchen es – Parabeln, Fabeln, Geschichten. Aber sehr wenige Menschen sind über den Kindergarten hinausgekommen.

    Gott existiert, weil du dir deiner selbst nicht bewusst bist. Gott existiert, weil du keinen Kontakt mit deinem eigenen Zentrum hergestellt hast. In dem Moment, in dem du dich selbst erkennst, gibt es keinen Gott, und es gibt kein Bedürfnis nach irgendeinem Gott. In der Tat unterstütze ich Friedrich Nietzsche, der sagt: „Gott ist tot.“

    Der zweite Teil seines Satzes ist sogar noch bedeutsamer: „Gott ist tot, und der Mensch ist jetzt frei.“ Dieser zweite Teil hat nicht viel Aufmerksamkeit bekommen von den Philosophen, von den Mystikern, von den Psychologen, doch der zweite Teil ist der wichtigste; der erste Teil nicht so. Tatsächlich ist der erste Teil im Grunde genommen falsch. Gott kann nicht sterben – Erfindungen sterben nie. In dem Moment, in dem du weißt, dass sie Erfindungen sind, stellt sich die Frage nach ihrem Tod nicht. Sie werden weder geboren, noch sterben sie. Gott ist von Anfang an nie geboren worden – wie kann er sterben? Der Tod ist das andere Extrem der Geburt.

    Der erste Teil ist also nicht sehr wichtig, aber er hat von den Theologen viel Gewicht erhalten, weil sie Angst bekommen haben: „Das ist ein Sakrileg, den Leuten zu erzählen, Gott sei tot. Das heißt jetzt, dass keine Religion gebraucht wird.“ Sie bekamen Angst um ihr eigenes Geschäft. Aber sie vergaßen den zweiten Teil, der wichtiger ist. Er hat ungeheuer wichtige Konsequenzen. Er bedeutet, dass Gott eine Fessel war, Gott war eine geistige Behinderung, Gott war aus Angst entstanden. Gott war kein Schatz, sondern ein großes, gewaltiges Gewicht auf deinem Herzen und auf deinem Wachstum.

    Sobald Gott weg ist, ist der Menschen völlig frei zu wachsen und zu blühen.

    Ein Gott ist ein Despot, ein Faschist. Ohne Gott wird die Welt zur Freiheit. Die Existenz verleiht jedem Individuum eine ungeheure Würde. Sie verleiht dem kleinsten Grashalm bis zum größten Stern des Universums riesige Bedeutsamkeit und Liebe; es gibt keine Unterschiede. Da gibt es Gleichwertigkeit und gleiche Chancen. Und es gibt keine Notwendigkeit zu beten und deine Zeit zu verschwenden, die heiligen Schriften zu lesen, die die unheiligsten Bücher der Welt sind. Da gibt es keine Notwendigkeit, von den Priestern ausgebeutet zu werden. Du bist zweifellos und urplötzlich frei von all diesen Ketten. Jetzt kannst du du selbst sein.

    Solange es einen Gott gibt, kannst du nie du selbst sein. Du bist nur eine Marionette, deine Fäden liegen in der Händen Gottes. In Indien gibt es die uralte Redewendung, dass sich nicht einmal ein kleines Blatt am Baum bewegt, solange es nicht die Anweisung von Gott erhalten hat, sich zu bewegen. Was immer du bist, aus der Sicht der Religionen bist du aus Lehm gemacht. Das Wort „human“ kommt von Humus, was Erde bedeutet. Und das Wort auf Hebräisch, Arabisch, Urdu, Hindi ist admi – es wird als Name für den ersten Menschen benutzt, Adam. Admi bedeutet Erde. Gott machte den Menschen aus Erde und hauchte der Puppe dann Leben ein.

    Nun, was für eine Art von Freiheit hast du jetzt? Jemand hat dir Leben eingehaucht und es liegt in seiner Hand, in jedem beliebigen Moment aufzuhören, dir Leben einzuhauchen. Was immer du tust, die Religionen glauben, dass es dein Schicksal ist, dass es dir quer über der Stirn geschrieben steht. Und es gab viele Hochstapler, die sogar versucht haben, zu lesen, was auf deiner Stirn steht. Astrologen, Handleser, Betrüger aller Art haben die Naivität und Unschuld der Menschheit ausgenutzt. Da gibt es Leute, die deine Hand lesen, die Linien anschauen, dir erzählen, was diese Linien bedeuten. Die ganze Betonung liegt darauf, dass du nicht dein eigenes Leben lebst; du bist nur Teil eines Schauspiels, und die Rolle, die du spielst, wurde vorher festgelegt.

    Das war das Argument, das Krishna, die Inkarnation des indischen Gottes – Mahabharata im großen Krieg – seinem Schüler Arjuna lieferte. Als Arjuna das riesige Massaker kommen sah, verlor er einfach die Nerven. Er war ein Mann gewaltigen Mutes und immenser Intelligenz.

    Er sagte: „Ich sehe einfach keinen Grund für diesen Krieg. Sogar wenn ich gewinne… und ich bin sicher, dass ich gewinnen werde“ – es gab keinen anderen Krieger seiner Qualität – „aber auf dem goldenen Thron des Sieges zu sitzen, umgeben von den Leichen all meiner Freunde und all meiner Feinde, all diesen schönen Menschen, reizt mich überhaupt nicht. Dieses Bild macht mich wahnsinnig. Anstatt zu kämpfen überlasse es lieber der anderen Seite – einem unbedeutenden Mann, einem Cousin. Lass ihn über das Land regieren, ich gehe in den Himalaya um zu meditieren, um ein Sannyasin zu werden. Ich habe jegliches Interesse am Kämpfen verloren.“

    Krishna versuchte auf jede erdenkliche Art, ihn zu überzeugen, aber Arjuna ist ein großer Intellektueller; er argumentiert weiter gegen ihn. Schließlich sieht Krishna keinen anderen Weg mehr und greift zum letzten Mittel und sagt: „Es steht in deinem Schicksal geschrieben. Wenn du weggehst, gehst du von Gott weg. Dieser Krieg ist von Gott vorgegeben, um jene zu vernichten, die nicht rechtschaffen sind und um nur die überleben zu lassen, die rechtschaffen sind.“ Nun gibt es kein Argument mehr dagegen, weil Arjuna selber an Gott und das Schicksal glaubt.

    Arjuna führte den Krieg. Krishna war dafür verantwortlich, vor fünftausend Jahren, dass dieses Land wegen eines unwahren Beweises – komplett erfunden – verwüstet wurde. Dieser Krieg hat so viele Menschen getötet. Und er hat nicht nur Menschen getötet, er hat auch den Mut des Landes zerstört; es bekam Angst vor jeder kleinen Unruhe.

    Zweitausend Jahre Sklaverei… Ich möchte absolut klarstellen, dass die Menschen, die für diese zweitausend Jahre Sklaverei verantwortlich sind, die bedeutendsten Menschen Indiens sind. Die Liste wird angeführt von Krishna; Arjuna war nur sein Schatten. Dann kam Mahavira, der den Menschen eine so extreme Gewaltlosigkeit beibrachte, dass seine Jünger nicht einmal etwas anbauen können, weil Pflanzen leben. Denn wenn du sie anbaust, wirst du die Pflanzen töten müssen, wenn du die Ernte einbringst. Gautama Buddha ist der Dritte, der die Menschen gelehrt hat, zu akzeptieren, zufrieden zu sein, wo auch immer und was auch immer sie haben. Ob du arm, hungernd, erschöpft, versklavt bist – bleibe völlig zufrieden.

    Ihre Lehren waren großartig. Das muss in Erinnerung bleiben, sonst wird es von allen missverstanden. Ihre Lehren waren großartig, aber sie haben nie über alle Auswirkungen ihrer Lehren nachgedacht. Sie haben nie daran gedacht, dass ein Land, dem du Gewaltlosigkeit beibringst, dem du beibringst, alle Waffen fallen zu lassen während die ganze Welt dies nicht tut, dass du dieses Land in einen Opferzustand versetzt, von allen ausgebeutet.

    Und zweitausend Jahre lang kam ein Eroberer nach dem anderen nach Indien, beutete es aus und ging zurück. Schließlich kamen Mohammedaner und dachten: „Wieso sollten wir zurückkehren? Wir können die Menschen nicht nur ausbeuten, sondern über sie herrschen und hier bleiben.“ Und dann kamen die Briten und die Franzosen und die Portugiesen, sie alle versuchten, dass Land auszubeuten. Sie alle hatten ihre kleinen Taschen dabei. Großbritannien erwies sich als viel schlauer. Die Portugiesen hatten ihre kleinen Inseln Diu, Daman und Goa, und die Franzosen hatten einen kleinen Anteil des Landes, Pondicherry. Großbritannien hatte das ganze Land.

    Die Menschen blieben hungernd und erschöpft zurück, sie starben aus Hunger; und niemand hat jemals gedacht, dass diese großartigen Prinzipien auf eine Art für diese unglückliche Situation verantwortlich sind, die Indien während Jahrtausenden durchgemacht hat. Und sogar heute versucht niemand, alle Konsequenzen zu erkennen. Jeder bedeutende Grundsatz hat seinen eigenen dunklen Schatten dahinter. Und wenn du den dunklen Schatten nicht ebenfalls verstehst, wirst du bald von dem dunklen Schatten einverleibt. Wenn du ihn verstehst, kannst du das verhindern.
    Osho, Hari Om Tat Sat, Kapitel 9

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    Geändert von Stille (03.08.2017 um 00:32 Uhr) Grund: ERgänzung
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    Alt 03.08.2017, 00:36   #44
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    Fortsetzung

    Gott ist tot – oder ist er als vermisst gemeldet?

    Deshalb ist mein Verständnis von Bewusstheit einfach das: Wenn Gott mit Nietzsches Erklärung nicht gestorben ist, müssen wir ihn töten! Wo immer du ihm begegnest, es ist nicht einmal nötig auch nur Hallo zu sagen. Töte ihn erst und dann kannst du Hallo sagen – einfach um die Formalitäten zu einzuhalten. Aber Gott wird überhaupt nicht benötigt. Mit Gott oben im Himmel wird der Mensch immer ein Sklave bleiben, und der Mensch wird immer unbewusst bleiben, und der Mensch wird nie danach streben, den Gipfel seines Potentials zu erreichen.

    Wenn Gott weg ist, magst du ein bisschen Angst haben – einfach aus alter Gewohnheit – aber diese Angst verschwindet.

    Irgendwann erkennst du, dass du auf eigenen Füssen stehst und du etwas tun musst, um mehr Bewusstheit in dir zu schaffen, ein liebevolleres Herz zu schaffen, dass Gebete nutzlos sind, da gibt es niemanden, der sie beantwortet… Ja, manchmal wurden sie beantwortet. Wenigstens einmal bestimmt…

    Ein armer Mann bat Gott über Monate hinweg: „Gib mir fünfzig Dollar. Ich will nicht viel, nur fünfzig Dollar.“ Erst betet er, aber dann dachte er: „Millionen von Leuten beten, und es gibt einen Gott und Millionen Gebete. Ob mein armseliges Gebet ihn jemals erreicht… Und um ihn herum muss so viel Lärm sein – Gebete aus allen Kirchen, allen Moscheen, allen Synagogen, allen Tempeln – wer kümmert sich da um mich? Es ist besser, einen Brief zu schreiben.“

    Er schrieb ihm einen Brief: „Hiermit will ich dich daran erinnern, dass ich seit Monaten bete, aber die Antwort ist nicht gekommen. Es scheint, dass mein Gebet dich nicht erreicht hat. Ich kann das verstehen, wegen des vielen Lärms um dich herum durch all die Gebete. Und große Leute beten – der Papst und der Erzbischof und der Shankaracharya – wer kümmert sich schon um mein kleines Gebet? Und ich bitte nicht um viel – kein Paradies, kein Himmel, nichts, nur fünfzig Dollar. Schließlich habe ich mich entschlossen, den Brief zu schreiben.“ Und er schrieb in großen Buchstaben: „Fünfzig Dollar! Denk dran, es ist dringend.“

    Aber dann war er sehr verstört, weil er die Adresse nicht kannte, an wen sollte er es richten. Er dachte: „Am besten adressiere ich es an: Gott, c/o Postminister. Wenn der Postminister seine Adresse nicht finden kann, wer kann das sonst?“ Der Brief erreichte den Postminister. Er schaute, er lachte und dann wurde er auch traurig. Er dachte: „Der Mann muss verzweifelt sein – niemand schreibt Gott Briefe. Und er bittet nicht um viel.“

    Also sagte er zu all seinen Freunden: „Bitte schaut euch den Brief dieses armen Mannes an. Ihr spendet alle etwas und dann schicken wir ihm die fünfzig Dollar. Lasst wenigstens einmal ein Gebet erhört werden.“ Sie sammelten das Geld, aber sie sammelten nur fünfundvierzig Dollar. Der Postminister sagte: „Das macht nichts, wir sollten ihm wenigstens diese Summe schicken.“

    Als die fünfundvierzig Dollar den Mann erreichen, zählte er das Geld nach, und schaute nach oben und schrie: „Gott, vergiss nicht. Wenn du mir nächstes Mal Geld schickst, schicke es nie mehr mit der Post! Diese gerissenen Kerle haben ihre Kommission einbehalten. Ich habe nur fünfundvierzig Dollar erhalten!“

    Außer diesem habe ich nie erlebt, dass irgendein Gebet erhört wurde – und das nicht mal vollständig. Es gibt niemanden, der antworten könnte. Der Existenz muss man sich auf ganz andere Weise nähern.

    Gott muss verehrt werden. Gott muss angebetet werden.

    Mit der Existenz muss man durch Meditation in Berührung kommen.

    Es gibt nur zwei Arten von Religion in der Welt: die Religion des Gebets und die Religion der Meditation. Du siehst meinen Punkt. Die Religionen des Gebets glauben alle an Gott und die Religionen der Meditation glauben nicht an irgendeinen Gott. Weil Meditation dich nach innen bringt und dich erfüllt, gibt es keine Notwendigkeit für Gebete, und es gibt keine Notwendigkeit für irgendwelchen Trost. Du bist in solchem Jubel, in einem derart glückseligen Zustand; du kannst die ganze Welt segnen.

    Ich lehre dich die Existenz, und der Zugang zur Existenz liegt in deinem eigenen Sein; daher ist Meditation kein Gebet – denk dran, sie ist gegen Gebete. Gebete sind Teil dieses künstlichen Kauderwelsches über Gott, Himmel, Hölle. Gebete sind ein fester Bestandteil dieses ganzen Mülls. Meditation ist einfach der einzige echte Weg, um mit der Existenz in Kontakt zu treten. Und dieser Kontakt wird sofort zu einer Fusion und einem Verschmelzen. Du selbst wirst zur Existenz. Dann bist du in den Wolken und du bist in den Sternen, du bist in den Blumen und du bist im Regen. Du bist überall. Du bist nicht länger ein Tropfen, du bist zum Ozean geworden.

    Denk an die deutliche Unterscheidung zwischen Existenz und Gott. Gott bedeutet eine Enteignung deiner Intelligenz. Du akzeptierst die Demütigung, du akzeptierst: „Wir sind nur Marionetten; du bist die Macht. Was immer du mit uns tun willst, wirst du tun. Das Einzige, was wir tun können, ist beten.“ Er legt dich total lahm. Die ganze Idee von Gott ist widerlich. Die Existenz jedoch besitzt Frische und Schönheit und Wahrheit.

    Verwechsle diese beiden Worte nie. Eines ist Realität, das andere ist einfach eine Erfindung.
    Osho, Hari Om Tat Sat, Kapitel 9
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    Alt 03.08.2017, 00:39   #45
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    Gott ist tot - oder ist er als vermißt gemeldet?

    Alles gut und schön.

    Und woher kommt die Existenz?

    Die Gedankenansätze auf "Existenz" bestehen zu lassen, bringt es auch nicht.

    Eine erneute menschliche Erklärung zu dem, was Spiritualität ist und was nicht.

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    Alt 03.08.2017, 00:56   #46
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    Die Welt ist klein geworden, und all diese Glaubensrichtungen sind nun nicht länger verborgen, sondern sind für jedermann zugänglich – alle diese Dinge haben im Verstand eine enorme Komplexität geschaffen. (Osho)

    Ein lieber Mensch, gottlos aufgewachsen, das nun nicht als Kritik verstanden werden soll, hat seine Einstellung zum "Glauben, zur "Schöpfung.
    Ein lieber Mensch, mit Gott aufgewachsenn, das nun nicht als Kritik verstanden werden soll, hat seine Einstellung zum "Glauben", zur "Schöpfung".

    alles Liebe
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    Alt 04.08.2017, 02:22   #47
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    Es ist wertvoll und kostbar sich damit zu beschäftigen, was eigene Spiritualität ist ohne
    Ausrichtung nach Außen. Es ist im Außen so, so vieles vorgegeben, angeregt etc. wie
    die eigene Spiritualität auszusehen hat, wie sie auszuleben ist, was dafür zu tun und
    zu machen ist. Und das führt zu nichts. Spiritiualität ist individuell.

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    Alt 04.08.2017, 02:26   #48
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    "Während der materialistische Mensch, der sein Leben mit der Existenz des physischen Körpers gleichsetzt, mit zunehmenden Alter immer mehr in einen seelischen Konflikt gerät, hat es der spirituelle Mensch leichter. Er kann in sich den irrigen Glaubenssatz „Ich bin mein Körper“ auflösen und ihn durch

    Ich bin unsterbliches Bewusstsein

    ersetzen. So verlieren Alterung und Tod ihren Schrecken. Der Körper folgt seinem natürlichen Entwicklungsbogen, während das Bewusstsein seinen eigenen Weg geht. Der im Geistigen verankerte Mensch wird immer mehr zum Zuseher. Die körperlichen Einschränkungen belasten ihn seelisch weniger, denn er weiß, dass es sich bei seinem Körper nur um ein vorübergehendes Gefährt handelt.

    Deswegen wird er aber die Pflege und Gesunderhaltung des Gefährts nicht vernachlässigen, denn der Körper ist das Werkzeug des Bewusstseins in dieser Welt und kann seine Dienste nur leisten, wenn sich um ihn gekümmert wird. Allerdings kettet sich der Geistmensch nicht an seine physische Hülle, weil er weiß, dass er mehr ist als sie. Er erhebt sich über ihre Einschränkungen und kann so ein Leben in innerer Freiheit und Gelassenheit führen."
    https://www.geistigewelt.tv/spiritua...-dein-koerper/

    alles Liebe
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    Alt 04.08.2017, 02:28   #49
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    Das Wahrnehmen und Anschauen von Impulsen im Außen.

    Was ist eigene individuelle Spiritualität?

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    Alt 04.08.2017, 07:37   #50
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    Und dieses Buch, das Vigyana Bhairava Tantra, ist fünftausend Jahre alt. Und nichts ist ihm
    hinzuzufügen. Es besteht keine Möglichkeit, ihm noch etwas hinzuzufügen.Es ist erschöpfend,
    es fehlt nichts. Es ist das allerälteste und doch das modernste, neueste, alt wie ein
    Gebirge - diese Methoden scheinen ewig gültig zu sein - und doch sind sie so neu wie
    der Tautropfen vor Sonnenaufgang. Diese 112 Methoden der Meditation umfassen die gesamte
    Wissenschaft von der Transformation des Verstandes.
    Osho Das Buch der Geheimnisse

    https://www.randomhouse.de/leseprobe...3442338474.pdf

    alles Liebe
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    Alt 04.08.2017, 07:52   #51
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    Die Freiheit vom Körper erfahren
    Die geschlossenen Augen bewegungslos halten

    „Schließe die Augen. Aber Schließen allein ist nicht genug. Völliges Schließen heißt, deine Augen zu schließen und ihre Bewegungen anzuhalten. Andernfalls werden die Augen weiterhin Dinge sehen, die äußerlich sind.
    In den Körper schauen

    Jedesmal, wenn du das Gefühl hast, dass es leicht ist und du die Zeit dazu hast, schließe die Augen und halte dann innerlich alle Bewegungen der Augen an. Lasse keine Bewegung zu. Fühle! Erlaube keine Bewegung. Unterbinde alle Augenbewegungen. Habe das Gefühl, als ob sie zu Steinen geworden wären, und dann verharre in diesem versteinerten Augenzustand. Tue überhaupt nichts, verharre einfach so. Plötzlich, eines Tages, wird dir bewusst werden, dass du in dich selbst hineinschaust.

    (….)
    Das innere Zentrum des Körpers erforschen

    Du hast deinen Körper nur von außen gesehen. Du hast deinen Körper in einem Spiegel gesehen, oder du hast deine Hände von außen gesehen. Du kennst nicht das Innere deines Körpers. Du hast dein eigenes Selbst nie betreten. Du warst noch nie im Zentrum deines Körpers und Seins, um dich anzuschauen, was es da innen alles gibt.
    „Ich bin nicht der Körper“

    Diese Technik ist sehr hilfreich, um sich einmal innen umzuschauen. Das Umschauen verwandelt dein ganzes Bewusstsein, deine ganze Existenz. Denn wenn du dich von innen ansehen kannst, wirst du augenblicklich anders als die Welt ist. Diese falsche Identität, der zufolge ‚ich der Körper bin‘, kommt daher, dass wir unsere Körper immer nur von außen anschauen. Wenn du dir deinen Körper von innen her anschauen kannst, wird der Schauende verändert. Dann kannst du dein Bewusstsein in deinem Körper – vom Kopf bis zu den Zehen – wandern lassen; du kannst jetzt im Inneren des Körpers ‚eine Runde drehen‘. Wenn du erst einmal in der Lage bist, dir alles von innen her anzuschauen und dort herumzuwandern, dann ist es nicht mehr schwierig, darüber hunauszugehen.

    (….)
    Die Freiheit vom Körper

    Sobald du weißt, wie das geht, sobald du weißt, dass du vom Körper getrennt bist, bist du eine gewaltige Sklaverei los. Jetzt zieht dich keine Schwerkraft mehr runter, jetzt hast du keinerlei Grenze. Jetzt bist du absolute Freiheit. Du kannst aus dem Körper hinaustreten, kannst kommen und gehen. Und dann wird dein Körper lediglich zu einer Behausung.“
    (Osho)

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    Alt 04.08.2017, 07:54   #52
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    Es ist kostbar und wertvoll, nach innen zu schauen. Im Außen gibt es genug.
    Mit sich innerlich verbunden sein. Wunderschön ist das.

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    Alt 07.08.2017, 19:47   #53
    ru1965
     
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    ru1965 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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    saft hast du ja, alta!! wenn ich nicht so faul wäre,...... - kannst mir das nicht als hörbuch schicken?

    aber friedrich wirst du nie richtig verstehen können! dafür musst du auch schon wahnsinnig sein, denken wie ein wahnsinniger. dann kommst der sache schon näher. dem geheimnis. diese welt hier ist doch langweilig!

    die welten danach, die sind viel spannender. zum glück bleiben die euch schmoks zum grössten teil verborgen. wenn man das erstmal verstanden hat, so wie er und noch einige wenige andere, dann erkennt man die sinnlosigkeit und fragt sich wofür das alles hier.

    und wenn man es dann erkennt, weiss man wie allein man eigentlich ist und erkennt auch die nutzlosigkeit und die ...... und das, usw!

    jo, war 'ich'.

    denn: Das Geheimnis eines Menschen liegt in der Hierarchie seiner Ängste!
    ru1965 ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 08.08.2017, 03:00   #54
    broo-klyn
     
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    hi LittleThought,
    habe doch glatt diesen, deinen Beitrag überlesen, t'schuldigung!

    Zitat:
    Wenn aus einer Menge A von Zuständen zwingend der Zustand B folgt dann sagen wir der Zustand B ist durch den Zustand A determiniert (festgelegt). Auch meine inneren menschlichen Zustände gehören anfangs zur Menge A und am Ende zur Menge B. Da der Zustand A durch den Zustand B determiniert ist , habe ich keine Möglichkeit im Zustand A den Zustand B zu vermeiden. Ich habe also keine Entscheidungsmöglichkeit.
    Ich bin also bezüglich meiner Entscheidungen nicht frei.
    richtig! (ist dir ein kleiner Fehler unterlaufen, dass der Zustand A durch den Zustand B determiniert ist?
    Zitat:
    Im Prinzip führen, bei naturwissenschaftlicher Betrachtungsweise, immer die Naturgesetze vom Zustand A zum Folgezustand B. Das "ich" ist nicht operationalistisch definiert und damit keine naturwissenschaftliche Größe und kann somit innerhalb einer naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise eigentlich nicht verwendet werden. Und das Gleiche gilt für den Freiheitsbegriff.
    nimm als kleines Beispiel das Verhalten unseres Planeten. Dieser richtet sich partout nicht nach 'naturwissenschaftlichen' Formeln und hat z.B. bei der halbierten Präzession seiner selbst (~ 13.000 J), vergessen, die nächste Kaltzeit einzuläuten; wir haben inzwischen 14.000 J zurückgelegt, und es wird immer wärmer. Oder, versuche aus dem Wetter abzuleiten, dass aus einem Zustand A, sich ein Zustand B ableitet. Wird nicht klappen, weil bei chaotischen Systemen die Analogie nicht funktioniert. Irgendwann landet auch die größte Mandelbrot-Menge, bei einem Quant.

    Das ICH wurde nicht personalisiert, es entsprach eher einem =.
    Zitat:
    Ob wir das, was in der Quantenphysik als Zufall erscheint, als Konsequenz der fehlenden Eindeutigkeit der Zustände ansehen oder ob wir meinen, dass aus einem Zustand A durch Foliation viele Zustände Bi entstehen sind wohl nur Betrachtungsweisen.
    sicherlich, aber diese Betrachtungsweisen sind dadurch nicht aus der Welt.
    Zitat:
    Wenn wir auf diese Betrachtungsweisen das Prinzip von Ockhams Rasiermesser anwenden, muss wohl der erste Ansatz vorgezogen werden. Am Ergebnis des fehlenden Determinismus ändern diese Betrachtungsweisen nichts.
    so sagt es die Denker-Schule .
    Zitat:
    Wenn meine Entscheidungen aber durch die quantenmechanischen Gesetze des Zufalls bestimmt werden, habe ich ebenfalls keine Entscheidungsmöglichkeit. Ich bin dann in diesem Sinne also ebenfalls nicht frei.
    so hast du elegant, das Problem des 'freien Willens' (da ja alles und jedes determiniert ist) ausgehebelt.
    Zitat:
    Es ist vielleicht erwähnenswert, dass obwohl es im Mikrokosmos den Determinismus nicht gibt er im Makrokosmos in guter Näherung existiert.
    Da unsere Lebenserfahrung durch den Makrokosmos bestimmt wird, haben wir Schwierigkeiten den fehlenden Determinismus (sprich Zufall) zu akzeptieren oder zu verstehen.
    richtig, es gibt schlicht keine Möglichkeit, den Punkt B zu verändern, weil er durch A determiniert ist. Die Frage ist dann höchstens, ob A durch ein -A determiniert wurde, wie verhält sich dann B zu diesem -A?

    Gruß ...klyn
    broo-klyn ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 08.08.2017, 11:09   #55
    LittleThought
     
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    Zitat:
    Zitat von broo-klyn Beitrag anzeigen
    hi LittleThought,
    habe doch glatt diesen, deinen Beitrag überlesen, t'schuldigung!
    ...
    Gruß ...klyn
    Hallo broo-klyn !

    Ich hatte eigentlich eher vermutet, dass du dich mit Rücksicht auf die Themenerstellerin mit der Antwort zurückgehalten hast, da wir doch etwas weit von ihrem Thema abgekommen sind. Ich denke wir sollten unsere Gedanken bezüglich des Determinismus unter diesem Thema nicht weiter ausbreiten.

    Gruß von LittleThought.
    __________________
    '
    Wir sollten mit dem, was wir für wahr halten, vorsichtig umgehen!
    Mit der Wahrheit haben wir nämlich ein Problem, wir kennen sie nicht.
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    Alt 10.08.2017, 23:07   #56
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    Danke Little Thought

    alles Liebe
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    Alt 10.08.2017, 23:08   #57
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    Muss ich mich anstrengen um bewusst zu sein?

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    Es geht nicht darum, Anstrengungen zu machen, um bewusst zu sein. Wenn du dich anstrengst, um bewusst zu sein, wirst du Spannungen in dir kreieren - jede Anstrengung ruft Spannung hervor. Wenn du versuchst bewusst zu sein, kämpfst du gegen dich selbst; es gibt keinen Grund zu kämpfen. Bewusstheit ist keine Begleiterscheinung von Anstrengung: Bewusstheit entsteht durch Loslassen: Bewusstheit bedeutet das Aufblühen von Hingabe, von Entspannung.

    Sitze einfach still in einer entspannten Haltung, tue nichts...und Bewusstheit wird sich einstellen. Du musst sie nicht von irgendwoher herbei ziehen, nicht von irgendwoher herbeischaffen. Sie wird aus dem Nichts auf dich herabsinken. Sie wird in dir aufwallen aus deinen eigenen Quellen. Sitze und sei einfach still.

    Aber ich verstehe dein Problem. Es ist sehr schwierig, still zu sitzen , die Gedanken kommen. Lass sie einfach kommen. Kämpfe nicht mit ihnen, dann wirst du keine Energie brauchen. Lass sie einfach kommen - was kannst du schon machen? Wolken kommen und gehen; lass die Gedanken kommen und lass sie wieder gehen, wenn sie gehen wollen. Bewache sie nicht, und habe nicht die Einstellung, dass Gedanken kommen oder nicht kommen sollten - sei urteilsfrei. Lass sie kommen und lass sie gehen, wie sie wollen. Sei einfach vollkommen leer. Gedanken werden vorbeiziehen, sie werden kommen und gehen, und nach und nach wirst du sehen, dass du von ihrem Kommen und Gehen unbeeinflusst bleiben kannst. Und wenn du unberührt bleiben kannst von ihrem Kommen und Gehen, werden sie verschwinden, sich auflösen... Nicht durch deine Anstrengung, sondern durch deine gelassene, ruhige Leerheit, durch den entspannten Zustand, in dem du bist.

    Und sage nicht, dass Entspannung viel Energie benötigt. Wie kann sie das? Entspannung bedeutet einfach, dass du nichts tust.

    Still sitzen,
    nichts tun,
    der Frühling kommt,
    und das Gras wächst von selbst....

    Lass dieses Mantra in dein Herz sinken. Dies ist die Essenz von Meditation!... Still sitzen... nichts tun... der Frühling kommt... und das Gras wächst von selbst.... Alles geschieht! Du musst keine Macher sein.

    Mache Bewusstheit nicht zu deinem Ziel, sonst hast du nicht verstanden, worum es geht.
    Osho: Philosophia Perennis, Vol. 2, Chapter 4

    alles Liebe
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    Alt 10.08.2017, 23:43   #58
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    Still sitzen, nichts tun und die Abende kürzer werden lassen.

    Anhalten und das Anhaften loslassen.

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    Alt 11.08.2017, 00:01   #59
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    Worauf wir die Aufmerksamkeit richten, das ist stark. Wird die Aufmerksamkeit auf den Verstand gerichtet, ist dieser stark. Wird die Aufmerksamkeit jenseits des Verstandes gerichtet, ist dieses stark.

    Rauskommen aus den Gedanken und hier sein. Sich innerlich mit sich verbunden fühlen, das ist wunderschön.

    alles Liebe
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    Alt 11.08.2017, 00:05   #60
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    Der Verstand liebt es, zu entscheiden.

    alles Liebe
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