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    Alt 26.07.2017, 03:17   #21
    Stille
     
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    Osho: Nicht-Denken ist das Tor

    Es gibt zwei Wege Realität wahrzunehmen: den Weg des Intellekts und den Weg der Intelligenz. Der Weg des Intellekts ist, über die Realität zu theoretisieren, über sie nachzudenken, über sie zu spekulieren. Aber alle Spekulationen sind sinnlos, denn wie kannst du über das spekulieren, was du nicht kennst?

    Das Unbekannte kann nicht gedacht werden, es gibt keine Möglichkeit, über das Unbekannte nachzudenken. Alles was du denkst, kennst du schon und es wiederholt sich ständig in deinem Kopf. Ja, du kannst dir neue Kombination alter Gedanken ausdenken, aber durch neue Kombinationen allein wirst du das Wirkliche nicht entdecken.

    Der Intellekt ist der größte Betrüger der Welt. Durch den Intellekt macht der Mensch sich seit Urzeiten etwas vor. Durch den Intellekt zerredet ihr die Wirklichkeit, erklären tut ihr sie nicht. Durch den Intellekt wirbelt ihr so viel Staub auf, dass ihr die Wirklichkeit überhaupt nicht mehr wahrnehmen könnt und von der Existenz abgeschnitten seid. Ihr verliert euch in euren Heiligen Schriften, woanders ist noch nie ein Mensch verlorengegangen. Nur im Dschungel der Schriften, gehen die Menschen immer verloren.

    Die Wirklichkeit des Menschen ist ein Mysterium. Es gibt keine Antwort auf sie, denn sie ist keine Frage. Sie ist ein Mysterium, das gelebt werden muss. Das Mysterium kommt nicht aus dem Verstand, also kann es der Verstand auch nicht lösen. Das Mysterium des Lebens, dieses Mysterium der Existenz, das euch umgibt, diese Bäume, diese Sterne, diese Vögel, die Menschen, du selbst, wie kannst du sie mit dem Verstand begreifen ? In der Existenz ist der Verstand ein Neuling, eben erst angekommen. Die Existenz hat lange, lange ohne den Verstand existiert. Der Verstand ist dann dazugekommen. Die Wissenschaftler sagen, wenn wir die Geschichte des Menschen in vierundzwanzig Stunden einteilen, ein einziger Tag, dann ist der Verstand gerade erst vor zwei Sekunden dazugekommen.

    Wieso sollte der Verstand also irgendetwas lösen können ? Er kennt nicht den Anfang, er kennt nicht das Ende. Wer wirklich wissen will, was dieses Unbekannte ist, muss aus dem Verstand aussteigen, muss in der Existenz aufgehen.

    Philosophie funktioniert in etwa so : Gestern war ich in einem Restaurant und bestellte etwas zu essen. Ich sass am Tisch mit einer kleinen Gruppe von Leuten, die sich alle eine Kleinigkeit bestellt hatten. Nicht etwa, na, ja, sechs, sieben Leute am Tisch… ich weiss nicht, vielleicht waren es acht Leute, neun…. na, an die vierzig Leute aßen zu Mittag. Eine kleine Gruppe von Leuten eben.

    Zu trinken hatte ich ein Glas Milch bestellt. Ich trinke ja gerne Milch. Sie wissen ja, was ich von Buttermilch halte. Aber Milch trinke ich gerne. Ich liebe Milch. Am liebsten frische, kalte Milch. Warme Milch… e-kel-haft ! Wenn ich sie nur rieche… Jedenfalls die Milch kam. Und ich wollte gerade trinken, als ich bemerkte, dass oben auf der Milch ein winziges, klitzekleines, schwarzes Pünktchen schwamm. Und glauben sie mir, so wahr ich hier sitze, es gab für mich nichts Wichtigeres mehr auf der Welt als diesen kleinen schwarzen Punkt. Es wurde für die nächsten Minuten zur allerwichtigsten Sache in meinem Leben. Zuallererst würde ich dieses verdammte Ding nicht runterschlucken, das war mal sicher !

    Wer weiß denn heutzutage schon, was das ist ? Es hätte ja eine fette Portion Strontium 90 sein können, oder ? Oder vielleicht eine ganze Kolonie von Typhuserregern. Jedenfalls, ich wollte es nicht schlucken.

    Natürlich habe ich früher schon schwarze Punkte gesehen, ich bin ein Mann von Welt, ich kenne das Leben. Und bestimmt haben Sie sie auch schon gesehen. Man findet sie überall. Jedenfalls am häufigsten, glaube ich, entdeckt man sie in Zuckerdosen. Mehldosen und Haferflocken sind auch voller schwarzer Punkte. Ehrlich gesagt, ich glaube, Haferflocken sind voller schwarzer Punkte. Aber das nur nebenbei. Also, was mich bedenklich stimmte über diesen schwarzen Punkt war, dass ich nicht wusste, wo er herkam, das beunruhigte mich wirklich. Ich wusste, wo die Milch herkam. Das beunruhigte mich eigentlich auch. Aber wenigstens wusste ich, wo sie herkam. Also entschloss ich mich, den schwarzen Punkt aus der Milch herauszuholen.

    Wissen sie, was das für eine Arbeit ist ? Diese schwarzen Punkte sind gerissen wie der Teufel ! Sie riechen einen Löffel schon auf einen Kilometer Entfernung. Sobald du den Löffel in die Hand nimmst, fangen sie an, im Glas herumzuflitzen. Du pickst sie heraus und sie springen zurück. Du fischt sie heraus und sie entkommen. Und du musst ganz behutsam sein, sonst kommen sie dir auf die Schliche und tauchen unter bis auf den Grund ! Und dann sitzt du da wie ein Idiot und wartest, bis sie wieder auftauchen.

    Aber es gibt eines, was du machen kannst. Du nimmst einfach die Spitze deines Fingers und berührst den Punkt ganz sanft, und er bleibt an deinem Finger kleben, und der Punkt ist draussen. Aber du weisst ja, wenn du in einer Gruppe von Leuten bist, dann wirst du wohl kaum deinen Finger in die Milch stecken, oder ? Irgendein Klug********r kann es sich sonst nicht verkneifen zu sagen : „Na, sowas ! Was machst du eigentlich mit deinem Finger in der Milch ?“

    Und was sagst du dann ? „Ich versuche, einen schwarzen Punkt herauszufischen ?“ Oder was ? Da fällt dir nichts ein. Es gibt noch etwas anderes, was du machen kannst. Du kannst die Milch ganz vorsichtig trinken und dabei die ganze Zeit den schwarzen Punkt im Auge behalten ! Sobald er sich auf dich zubewegt, hörst du auf ! Du führst den kleinen Teufel einfach an der Nase herum ! Aber das geht nur, wenn der Punkt auf der von dir abgewandten Seite des Glases ist. In diesem Fall war er direkt vor mir und wartete. Also, was machst du ? Du drehst das Glas…

    Und das verdammte Ding bleibt an der gleichen Stelle ! Also, ich sage Ihnen jetzt, was ich getan habe, damit Sie sich, wenn es Ihnen passiert, in dieser Situation ähnlich verhalten können. Ich stand auf, ging um den Tisch herum auf die gegenüberliegende Seite… und trank es dort. Der Punkt hat es bis heute nicht bemerkt !

    Ja, so ist das mit der Philosophie. Sie macht aus Maulwurfshügeln Berge. Damit kann man ewig weitermachen, es ist kein Ende abzusehen. Seit mindestens fünftausend Jahren philosophieren die Menschen über alles und jedes und nicht eine einzige Frage wurde gelöst.

    Um die Wahrheit zu erkennen brauchst du Mut und Abenteuerlust und keine Philosophie. Du musst dich in das grösste Abenteuer stürzen, das es gibt. Du kannst dich verirren, wer weiss ? Du kommst vielleicht nie mehr zurück, wer weiss ? Oder du kommst zurück und hast dich völlig verändert, und wer weiss, zum Guten oder Schlechten?

    Der Weg ist unbekannt, die Route ist so unbekannt, dass du sie nicht einmal planen kannst. Du musst einen Sprung wagen. Mit verbundenen Augen musst du hineinspringen, bei dunkler Nacht, ohne Wegkarte, ohne zu wissen, wohin du springst, ohne zu wissen, was dich erwartet. Nur einige wenige Tollkühne machen sich auf diese existenzielle Suche.

    Versuche immer in der Realität zu bleiben, ohne zu interpretieren, und langsam öffnen sich Türen. Langsam kommen Momente, die nichts mit dem Verstand zu tun haben. Einblicke in die Wirklichkeit ohne Sprache, Einblicke in die Wirklichkeit ohne Kopf, und diese Momente bereiten dich vor.

    Gehe mit offenem Herzen auf sie zu, mit Empfänglichkeit, mit einem einladenden Wesen, nimm sie in dich auf. Wo immer Freude ist, ist Gott. Wo immer Gott ist, da ist Freude.

    Freude hat drei Ebenen : Die erste ist das, was wir „Genuss“ nennen. Genuss gehört dem Körper an. Die zweite ist „Glücklichsein“. Glücklichsein gehört dem Geist an. Die dritte ist „Glückseligkeit“. Glückseligkeit ist spirituell. Alle drei haben aber eine Wirklichkeit gemein, und diese Wirklichkeit ist Freude. Freude, umgewandelt in die Sprache des Körpers, wird zu Genuss. Freude, die über den Körper empfangen wird, verwandelt sich zu Genuss. Freude, die über den Geist empfangen wird, wird zu Glück. Freude, weder durch den Geist noch durch den Körper empfangen, wird zu Glückseligkeit.

    Freude ist die einzige Wirklichkeit. Freude ist Gott ! Freude ist der Stoff, aus dem die Existenz gemacht ist.

    Sei offen für Freude, woher auch immer sie kommen mag. Lehne sie nicht ab. Verdamme sie nicht. Wenn sie körperlich ist, warum nicht ? Dann klopft Gott an die Tür deines Körpers. Wenn Du beim Essen Freude empfindest, wenn du dein Essen geniesst, ist es Gott. Du nimmst ihn auf.

    Wenn du beim Musikhören ein ungeheures Glücksgefühl empfindest, ist es Freude, die über den Geist kommt. Wenn du eine Blume anschaust, ohne sie zu berühren und ohne den Geist ins Spiel zu bringen, kommt ein Moment, da Glückseligkeit herrscht, subtile, stille, tiefe Seligkeit, eine Segnung. All das sind verschiedene Manifestationen von Freude.

    Gegenüber dem Leiden sind wir viel empfänglicher. Wir sind eher bereit, zu leiden, als das wir bereit sind, uns zu freuen. Dieses hat seine Gründe. Die Freude raubt dir dein Ego, und das Unglücklichsein stärkt dein Ego. Ein Moment der Freude… und du verlierst dich in ihm. Also noch einmal : weil wir Egoisten sind, sind wir offener für das Leiden, für das Unglück, die Traurigkeit, die Niedergeschlagenheit.

    Seit Jahrhunderten erzählt man euch, dass ihr in den Himmel eingeht, wenn ihr das Ego loslasst. Ich sage euch : Wenn ihr das Ego loslasst, zieht der Himmel in euch ein. Wenn ihr ohne Ego seid, seid ihr der Himmel. Wenn ihr voller Ego seid, seid ihr die Hölle. Die Hölle ist nicht irgendwo unten, und der Himmel ist nicht irgendwo oben. Himmel und Hölle sind in euch. Und je nachdem wie ihr lebt, erlebt ihr das eine oder andere.

    Wenn du bist, bist du die Hölle. Wenn du nicht bist, bist du der Himmel. Und wenn Du zu sehr an deinem Ego hängst und dich fühlen willst, als etwas Besonderes, als einzigartig, als andersartig, als dieses oder jenes, dann bleibst du unglücklich. Und schon ein einziger Moment der Freude dich zu verändern.

    Und der Geist wird niemals durch Philosophieren bereichert. Er wird nicht durch Theorien bereichert, nicht durch Wissen bereichert, nur durch Erfahrung. Ein reicher Geist ist ein Geist, der etwas vom Wirklichen, etwas von der Wahrheit erfahren hat. Es gibt nur einen Reichtum, den der Wahrheit. Solange du die Wahrheit nicht kennst, lebst du mit Lügen, Illusionen, Projektionen, Träumen.

    Warum fiebern die Leute gewöhnlich nach äusseren Dingen ? Der eine will ein Auto, der andere will ein Haus, wieder ein anderer will Macht. Warum rennen die Leute Objekten nach ? Was ist die Ursache, der eigentliche Grund für ihre Sucht und ihre hektischen Aktivitäten ? Ihr werdet es kaum glauben. Sie wollen vor sich selber davonlaufen. Sie rennen nicht Objekten nach, sie wollen ganz einfach vor sich selbst fliehen. Die Objekte sind Vorwände. Sie helfen dir, dir selbst den Rücken zuzukehren. Du hast Angst vor dir selbst. Du hast Angst um dich selbst.

    Es passiert hier jeden Tag. Wann immer jemand der Meditation näher kommt, kriegt er Angst. Warum ? Weil du niemanden vorfindest, wenn du in dich hineinschaust. Das reine Nichts, ein Abgrund, abgrundtiefes Nichts. Du zitterst, du stehst auf einer Klippe. Ein falscher Schritt und es ist aus mit dir. Man rennt vor sich selber davon. Die Leute rennen nicht etwa hinter etwas her, sie rennen vor sich davon. Und dieses Etwas ist ihr eigenes Sein.

    Deshalb geht es euch gut, solange ihr beschäftigt seid. Sobald du keine Beschäftigung hast, wirst du sehr unruhig, sehr nervös. Gibt es denn nichts zu tun ? Du fällst dir selber auf die Nerven. Wenn du etwas zu tun hast, wenn du abgelenkt bist, dann kannst du diesen Abgrund vergessen. Dieser Abgrund ist Gott. Wer diesen Abgrund akzeptiert, wer sich mit diesem Abgrund anfreundet, macht den ersten Schritt in Richtung Wirklichkeit.

    Gewöhnliche Leute rennen den Dingen nach, weil sie vor sich selber davonlaufen. Aber ein Mensch, der erfahren hat, was die Wahrheit ist, lässt sich nicht täuschen, auch dann nicht, wenn er sich den Objekten zuwendet, denn er kann auch geniessen. Tatsächlich ist er der einzige, der die Dinge richtig geniessen kann. Wer die Wahrheit erfahren hat, braucht vor nichts wegzulaufen. Er flieht vor nichts. Er kann die Dinge geniessen. Wie sollt ihr die Dinge geniessen können, wo ihr doch ständig vor eurem eigenen Sein Angst habt?

    Du kannst nicht alles jedem geben. Es gibt einige wenige Dinge, die du nur in der Liebe geben kannst. Es gibt einige wenige Dinge, die du nur im Vertrauen geben kannst.

    Die Leute fragen mich, warum ich nicht zu den Massen spreche. Ich spreche nicht zu ihnen, weil ich etwas zu geben habe, das nur im tiefen Vertrauen und nur in tiefer Liebe gegeben werden kann. Ich kann nur zu Menschen sprechen, die mich lieben. Sonst ist es sinnlos. Sie würden mich nicht verstehen, sie würden mich missverstehen. Es gäbe keine Möglichkeit, mich verständlich zu machen. Es kann nur dann weitergegeben werden können, wenn ihr es in euch aufnehmen könnt. Wenn eure Herzen bereit sind, offen sind, kann ich eure Herzen erklingen lassen, und dann kann eine wunderschöne Musik daraus entstehen. Wenn ihr aber verschlossen seid, ohne Vertrauen, voller Zweifel, kann ich mit euren Herzen nicht musizieren. Es ist unmöglich, weil ihr mir nicht erlaubt, in euren innersten Wesenskern einzudringen, um auf euren Herzen zu spielen. Wenn ihr es mir nicht erlaubt, wird auch keine Musik geboren.

    Und dann wollt ihr wissen, ob die Musik existiert. Der einzige Weg euch bewusst zu machen, dass sie existiert, ist der, sie in euch zu erzeugen. Ihr sagt : „Ja, wenn ich die Musik erfahren kann, werde ich auch Vertrauen haben.“ Das Problem ist, dass ihr die Musik erst erfahren könnt, wenn ihr Vertrauen habt, Vertrauen ist die Grundvoraussetzung.

    Wer schert sich schon um Gott ? Gott ist so weit weg, ist nicht besonders real. Und dann denkt man sich : „Später mal… Gott lässt sich auf die lange Bank schieben, das Leben ist so schnell vorbei, geniesse es erst einmal.“

    Die Religionen, die dem Menschen diese Entscheidung aufzwingen, haben ihn gezwungen, weltlich zu bleiben. Von einer Millionen Menschen wird einer religiös. Eine unnötig schwere Wahl. Er muss der Welt entsagen, er muss sich von seiner Familie lösen, er muss Freunde verlassen, er muss sich gegen alles entscheiden, was ihm lieb ist. Ihr zwingt ihn unnötigerweise.

    Und dann taucht ein weiteres Problem auf. Die Leute, die bereit sind, sich für Gott und gegen die Welt zu entscheiden, sind mehr oder weniger perverse Leute, die im Leben irgendwie gescheitert sind, die irgendwo nicht intelligent genug sind, das Leben zu meistern, die irgendwo neurotisch sind. Sie können nur vor der Welt fliehen. Sie können sich nur selber quälen. Genau das heisst, bis auf den heutigen Tage – Askese : quäle dich selbst. Tu dir Gewalt an. Bringe dich um. Vergifte langsam dein Wesen. Diese Leute sind keine gesunden Leute.

    Und mir scheint es sehr, sehr einleuchtend, dass die Schöpfung, die reale Welt, in den Schöpfer einbezogen ist. Wie kann sie denn gegen ihn sein ? Wenn Gott dich erschaffen hat, wenn Gott deinen Körper erschaffen hat, deine Sexualität, deine Sinnlichkeit, dann kann das doch nicht gegen Gott gerichtet sein.

    Ein gewöhnlicher Mensch kann nur eine begrenzte Freude erleben, in der Musik, in der Meditation, im Tanz. Wenn du die letzte Vollendung kennst, spiegelt sich das Letztendliche in allem, was du tust. Wenn Du Gott erfahren hast, dann kannst du hingehen, wo du willst, du gehst auf heiligem Boden. Dann kannst du hinsehen, wo du willst, du siehst Gott. Dann kann dir begegnen wer will, du begegnest Gott.

    Die Höchste Erfahrung spiegelt sich auch in der „niedrigsten“ Erfahrung.

    Die Knospen des Lebens sind von Genuss und Freude, die Blätter sind von Herrlichkeit. Aber gewöhnlich werdet ihr nur einfache Blätter sehen, es sei denn, das Höchste hat sich ereignet. Wenn euch das Absolute wiederfährt, erkennt ihr, dass selbst die einfachen Blätter eures Lebens keine einfachen Blätter sind. Erst durch sie konnte sich die höchste Blüte entfalten. Und nun wisst ihr, dass der gleiche Saft, der zur höchsten Blüte fliesst, zu den Knospen von Genuss und Freude, auch der gleiche Saft ist, der zu den Blättern fliesst. Sie tragen allesamt dazu bei, den tausendblättrigen Lotus hervorzubringen. Blätter der Herrlichkeit bedeutet : Blätter der Gnade und Dankbarkeit. Du fühlst das Herrliche der Existenz, dein Leben ist herrlich. Es ist kein gewöhnliches Leben mehr, es strahlt vor Göttlichkeit.

    Und wann öffnet sich dieser tausendblättrige Lotus ? Er öffnet sich, wenn nichts hinausfliesst. Genuss ist, wenn die Energie nach aussen fliesst, körperlicher Genuss. Freude ist, wenn die Energie nach innen fliesst, psychologische Freude.

    Und wann kommt Glückseligkeit?

    Wenn die Energie nirgendwo hinfliesst, wenn sie einfach nur da ist.

    Du gehst nirgendwo hin, du bist einfach nur da, du bist einfach nur. Nun hast du keine Ziele, nun hast du keine Wünsche, die du dir erfüllen musst. Du hast keine Zukunft, du bist einfach im Hier und Jetzt. Wenn die Energie sich in einem Sammelbecken sammelt, nirgendwo hingeht, nirgends hingeht, nirgendwo hinfliesst… kein Ziel, das es zu ereichen gilt, nichts, das es zu finden gilt, du bist einfach hier, mit deiner ganzen Präsenz, du bist total hier. Dieses Jetzt ist die einzige Zeit, die dir bleibt, und dieses Hier ist der einzige Raum. Dann plötzlich wallt diese gesammelte Energie, die nirgendwohin will, die weder vom Körper noch vom Geist abgelenkt wird, in dir hoch, und der tausendblättrige Lotus öffnet sich.

    Und dann kommt die Frucht. Freude und Genuss sind die Knospen, Gnade, Dankbarkeit und Herrlichkeit sind die Blätter, und diese höchste Blüte der Seligkeit ist die Erfüllung, die Frucht. Du bist zu Hause angekommen. Und nun weist du, dass alles, was geschehen ist, nur ein Traum war. Nun weisst du, dass Karma, das Handeln, bedeutungslos ist. Du hast nur Linien auf dem Wasser gezogen, die immer wieder verschwinden. Aber es war hilfreich, nützlich, es hat dich zur Wirklichkeit geführt.

    Wenn du wirklich nach Hause kommst und siehst, was ist, wirst du nicht das Gefühl haben, befreit zu sein. Im Gegenteil, du wirst denken : „Wie lächerlich, dass ich je geglaubt habe, nicht befreit zu sein.“ Ein grosser Unterschied. Falls du, wenn du nach Hause gekommen bist, ein erhabenes Gefühl bekommst und total euphorisch wirst und sagst : „Jetzt bin ich befreit“, dann beweist das nur, dass du noch nicht befreit bist.

    Wenn du wirklich befreit bist, befreit von allem Richtig und von allem Falsch, befreit von allem Gut und allem Böse, dann bist du nicht nur von der Knechtschaft befreit, dann bist du auch von aller Befreiung befreit.

    Wie kannst du noch gefesselt werden ? Niemand ist da, der gefesselt werden könnte, es gibt nichts zu fesseln. Die Fesseln sind verschwunden, und mit ihr der Gefesselte. Saraha verkündet hier Buddhas grösste Erkenntnis. Buddha sagt : Es gibt keine Substanz und es gibt kein Selbst. Substanz existiert nicht, alles ist leer. Diese Leere endlich erkennend… in Leere schwebende Bewusstheit, reine Bewusstheit, grenzenlose Bewusstheit. Diese Bewusstheit ist Leere selbst, oder andersherum, diese Leere ist Bewusstheit. Die Leere leuchtet vor Bewusstheit, voller Bewusstheit.
    Osho
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    Alt 27.07.2017, 20:59   #22
    ru1965
     
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    nicht schlecht, solche wahrheit hab ich wohl noch nie irgendwo gelesen. ich lebe aber auch so, ich versuche mir eigentlich auch immer alles zu erklären, eine zeitlang, bis ich mir dann auch sage, naja, eigentlich sinnlos.

    morgen ist alles schon wieder anders. und überhaupt?! deswegen sage ich ja auch immer. eigentlich ist alles sinnlos. du musst nur glück haben, durchs leben kommen zu dürfen ............... ~
    ru1965 ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 27.07.2017, 21:13   #23
    KreuzAs
     
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    @stille
    Fasse den Roman mal in drei Sätzen zusammen. Meine Wellness leidet darunter, wenn ich in einem Forum ellenlange Beiträge lesen muss.
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    Alt 27.07.2017, 21:31   #24
    ru1965
     
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    die wahrheit kann man nicht in drei sätzen zusammenfassen. je ausführlicher man sie beschreibt, desto grösser ist die chance, dass doch etwas mehr dummbeutel der wahrheit etwas näher gebracht werden!

    .
    ru1965 ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 28.07.2017, 18:55   #25
    KreuzAs
     
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    Gut, drei Sätze sind etwas knapp bemessen, aber fast eine ganze Seite ist ermüdend und zeitraubend.
    KreuzAs ist offline   Mit Zitat antworten
    Alt 29.07.2017, 01:54   #26
    Stille
     
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    Zeiten der Stille
    sind Zeiten mit und für Gott.
    So kommt man in Gott zur Ruhe,
    erspürt etwas von der Stille der Ewigkeit.
    (Afschin Kamrani)

    Stille ist nicht nur das Fehlen von Geräuschen.
    Stille ist vielmehr auch die Einkehr in sich selbst.
    ( Willy Meurer)

    Der präsente wachsame, achtsame und gegenwärtige Augenblick. Die Gedanken loslassen -
    wiederholt und wiederholt.
    Die Gefühle in ihrer Reinheit wahrnehmen ohne Gedanken.
    Leichtigkeit und Freude breitet sich aus.

    alles Liebe
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    Geändert von Stille (29.07.2017 um 02:01 Uhr) Grund: Ergänzung
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    Alt 29.07.2017, 01:56   #27
    Stille
     
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    Zu dem Metropoliten Anthony kam einmal eine alte Dame,
    die klagte, dass sie trotz häufigen Betens
    nie ein Gefühl der Gegenwart Gottes habe.
    Der Metropolit gab ihr den Rat,
    sie brauche die nächsten Wochen überhaupt nicht zu beten,
    sie solle vielmehr einfach eine Viertelstunde dasitzen,
    den Frieden in ihrem Zimmer erspüren
    und sich an ihm freuen
    und dann vor Gottes Angesicht stricken.
    Nach einer Zeit kam sie wieder und erzählte:
    "Es ist ganz merkwürdig.
    Wenn ich zu Gott bete, genauer,
    wenn ich zu ihm spreche,
    fühle ich nichts,
    doch wenn ich still dasitze,
    ihm gegenüber,
    dann fühle ich mich in seine Gegenwart eingehüllt".
    (Quelle : Eine Viertelstunde stricken© Afschin Kamrani)

    alles Liebe
    Stille

    Geändert von Stille (29.07.2017 um 02:01 Uhr) Grund: Ergänzung
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    Alt 29.07.2017, 02:00   #28
    Stille
     
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    Das indianische Gesetz der Spiritualität

    Das 1. Gesetz sagt: “Die Person die Dir begegnet ist die Richtige”
    Das heißt, niemand tritt rein zufällig in unser Leben,
    alle Menschen, die uns umgeben, die sich mit uns austauschen, stehen für etwas, entweder um uns zu lehren oder uns in unserer Situation voranzubringen.

    Das 2. Gesetz sagt: “Das was passiert, ist das Einzige was passieren konnte”
    Nichts, aber absolut nichts von dem, was uns geschieht, hätte anders sein können.
    Nicht einmal das unbedeutendste Detail.
    Es gibt einfach kein: “Wenn ich das anders gemacht hätte…, dann wäre es anders gekommen…” Nein, das was passiert, ist das Einzige, was passieren konnte und musste passieren, damit wir unsere Lektionen lernen, um vorwärts zu kommen.
    Alle, ja jede einzelne der Situationen, die uns im Leben widerfahren, sind absolut
    perfekt, auch wenn unser Verstand unser Ego sich widersetzen und es nicht
    akzeptieren wollen.

    Das 3. Gesetz sagt: “Jeder Moment in dem etwas beginnt, ist der richtige Moment”
    Alles beginnt genau im richtigen Moment, nicht früher und nicht später.
    Wenn wir dafür bereit sind, damit etwas Neues in unserem Leben geschieht, ist es
    bereits da, um zu beginnen.

    Das 4. Gesetzt sagt: “Was zu Ende ist, ist zu Ende”
    So einfach ist es. Wenn etwas in unserem Leben endet, dient es unserer
    Entwicklung. Deshalb ist es besser loszulassen und vorwärts zu gehen,
    beschenkt mit den jetzt gemachten Erfahrungen.
    Ich glaube, dass es kein Zufall ist, dass du das hier jetzt liest. Wenn dieser Text Dir heute begegnet, dann deshalb, weil Du die Voraussetzungen
    erfüllst und verstehst, dass nicht ein einziger Regentropfen irgend wo auf dieser Welt aus Versehen auf einen falschen Ort fällt.
    Lass es Dir gut gehen…
    Liebe mit Deinem ganzen Sein…
    Sei glücklich ohne Ende…
    Jeder Tag ist ein geschenkter, glücklicher Tag!

    alles Liebe
    Stille
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    Alt 30.07.2017, 04:50   #29
    Stille
     
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    Orthodoxe Textquellen und Zeugnisse in deutscher Übersetzung
    Der Schmale Pfad der Rettung, wie ihn das orthodoxe Christentum versteht

    http://www.orthlit.de/fileadmin/temp...xtauszuege.htm

    http://www.orthlit.de/fileadmin/temp...xtauszuege.htm

    Hl. Nikolaj Velimirovic von Serbien: Der Glaube der Gottliebenden Menschen, Betrachtungen zum orthodoxen Glaubensbekenntnis

    Vr. Daniel Sysoev: Drei missionarische Flyer - (pdf. Dateien, doppelseitig ausdrucken, zu Flyern 3x falten und weitergeben)

    http://www.orthlit.webseiten.cc/44.html

    Johannes A. Wolf: Aspekte der orthodoxen Mission Eine Abhandlung zum Wesen der orthodoxen Hierapostolie (Mission)

    Johannes A. Wolf: Orthodoxie - die Tradition der Zukunft Eine Betrachtung zum Wesen und Inhalt der orthodoxen Tradition
    (http://www.orthlit.webseiten.cc/index.html)
    alles Liebe
    Stille

    Geändert von Stille (30.07.2017 um 05:05 Uhr) Grund: Ergänzung
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    Alt 30.07.2017, 06:02   #30
    Stille
     
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    "Was immer gerade der Augenblick bringt, akzeptiere es.
    Du lebst alles, Augenblick für Augenblick in tiefer Hingabe.
    Du wächst, aber keinem Ziel entgegen und ohne Verlangen irgendwo anzukommen
    oder irgendein anderer zu sein."
    Osho

    Der präsente wachsame, achtsame und gegenwärtige Augenblick, der keine Gedanken kennt.
    Er ist frei davon.

    alles Liebe
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    Geändert von Stille (30.07.2017 um 06:04 Uhr) Grund: doppelter Text - entfernt
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    Alt 30.07.2017, 06:04   #31
    Stille
     
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    Der Zeitpunkt zum Erwachen ist immer jetzt.
    In der Gegenwart tu das Gute, nicht erst morgen.'
    Har Dayal

    Die Wörter Erwachen und Erleuchtung mag ich nicht so gerne.

    alles Liebe
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    Alt 30.07.2017, 11:34   #32
    ru1965
     
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    die stille fand heraus: Es gibt einfach kein: “Wenn ich das anders gemacht hätte…, dann wäre es anders gekommen…” Nein, das was passiert, ist das Einzige, was passieren konnte und musste passieren, damit wir unsere Lektionen lernen, um vorwärts zu kommen.

    hmm da bin ich noch am forschen. ich weiss nicht, warum es so passiert ist wie es passiert ist. und diese absolute ungerechtigkeit dabei ist auch von niemandem nachvollziehbar zu erklären.

    also forsche und beobachte ich, aber ich find keine zufriedenstellende erklärung!! gut dann ist es so, dann wird eben meine *gerächtigkeit* gelebt! amen ...................

    das war der 'ru'
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    Alt 30.07.2017, 23:10   #33
    LittleThought
     
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    Hallo ru1965 !

    Stille beschreibt den Determinismus.
    Bei reinem Determinismus gibt es keine Willensfreiheit und somit auch keine Schuld, Verantwortung oder Ähnliches.
    Die Willensfreiheit ist somit nur ein transzendentes Konstrukt und sie ist Voraussetzung für das regulative Konstrukt der Gerechtigkeit.
    In der Natur gibt es diese Konstrukte nicht. Sie muss ihren Gesetzen folgen und kennt dabei weder Gerechtigkeit noch Ungerechtigkeit.

    In der Physik gilt der Determinismus inzwischen durch die Bell´schen Ungleichungen bzw. durch die aus ihnen folgenden fehlenden Eindeutigkeiten von Zuständen als widerlegt. D.h. in der Natur ist die Voraussetzung für den Determinismus nicht erfüllt.

    Die Frage ob die Naturgesetzte so sein müssen wie sie sind hat Einstein mal in der Feststellung zusammengefasst:
    "Was mich wirklich interessieren würde ist, ob Gott bei der Erschaffung der Welt eine Wahl hatte."
    Das Wort Gott ist in diesem Zusammenhang als Paraphrase zu interpretieren.

    Gruß von LittleThought.
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    Geändert von LittleThought (30.07.2017 um 23:13 Uhr)
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    Alt 31.07.2017, 14:16   #34
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    hi LittleThought,
    Zitat:
    Bei reinem Determinismus gibt es keine Willensfreiheit und somit auch keine Schuld, Verantwortung oder Ähnliches.
    was veranlasst aber, den Determinismus mit der Willensfreiheit zu koppeln? Erst durch diese Kopplung entsteht doch erst das Problem Determinismus vs. Willensfreiheit.
    Zitat:
    Die Willensfreiheit ist somit nur ein transzendentes Konstrukt und sie ist Voraussetzung für das regulative Konstrukt der Gerechtigkeit. In der Natur gibt es diese Konstrukte nicht. Sie muss ihren Gesetzen folgen und kennt dabei weder Gerechtigkeit noch Ungerechtigkeit.
    so wie du es später ja auch schreibst.
    Zitat:
    In der Physik gilt der Determinismus inzwischen durch die Bell´schen Ungleichungen bzw. durch die aus ihnen folgenden fehlenden Eindeutigkeiten von Zuständen als widerlegt. D.h. in der Natur ist die Voraussetzung für den Determinismus nicht erfüllt.
    doch, denn 'die Natur' kann durchaus so 'beschaffen' sein, dass alle möglichen Zustände sich realisieren, wir aber, in unserer Weltlinie, diese nicht mehr wahrnehmen können. Dies ist nicht utopisch, sondern das Ergebnis wie es sich aus der Kopenhagener Erklärung (Schrödingers Katze) ableiten lässt.

    Die Vielweltentheorie wird von der offiziellen Physik abgelehnt, dennoch sind Quantenphysiker (u.A. Feynmann, Hawking) durchaus geneigt diese, als wahr anzusehen, weil die Mathematik sie dazu zwingt.

    Folgt man diesem, so gibt es keinen Determinismus, nur eine unzählige Reihe von Möglichkeiten, welche weiterhin bestehen; die Unkenntnis darüber ist wohl ein 'eingebauter' Chronologieschutz alles Lebenden.
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    Alt 31.07.2017, 21:56   #35
    LittleThought
     
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    Hallo broo-klyn !

    Wenn aus einer Menge A von Zuständen zwingend der Zustand B folgt dann sagen wir der Zustand B ist durch den Zustand A determiniert (festgelegt). Auch meine inneren menschlichen Zustände gehören anfangs zur Menge A und am Ende zur Menge B. Da der Zustand A durch den Zustand B determiniert ist , habe ich keine Möglichkeit im Zustand A den Zustand B zu vermeiden. Ich habe also keine Entscheidungsmöglichkeit.
    Ich bin also bezüglich meiner Entscheidungen nicht frei.

    Im Prinzip führen, bei naturwissenschaftlicher Betrachtungsweise, immer die Naturgesetze vom Zustand A zum Folgezustand B. Das "ich" ist nicht operationalistisch definiert und damit keine naturwissenschaftliche Größe und kann somit innerhalb einer naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise eigentlich nicht verwendet werden. Und das Gleiche gilt für den Freiheitsbegriff.

    Ob wir das, was in der Quantenphysik als Zufall erscheint, als Konsequenz der fehlenden Eindeutigkeit der Zustände ansehen oder ob wir meinen, dass aus einem Zustand A durch Foliation viele Zustände Bi entstehen sind wohl nur Betrachtungsweisen.
    Wenn wir auf diese Betrachtungsweisen das Prinzip von Ockhams Rasiermesser anwenden, muss wohl der erste Ansatz vorgezogen werden.
    Am Ergebnis des fehlenden Determinismus ändern diese Betrachtungsweisen nichts.

    Wenn meine Entscheidungen aber durch die quantenmechanischen Gesetze des Zufalls bestimmt werden, habe ich ebenfalls keine Entscheidungsmöglichkeit. Ich bin dann in diesem Sinne also ebenfalls nicht frei.

    Es ist vielleicht erwähnenswert, dass obwohl es im Mikrokosmos den Determinismus nicht gibt er im Makrokosmos in guter Näherung existiert.
    Da unsere Lebenserfahrung durch den Makrokosmos bestimmt wird, haben wir Schwierigkeiten den fehlenden Determinismus (sprich Zufall) zu akzeptieren oder zu verstehen.

    Gruß von LittleThought.
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    Geändert von LittleThought (31.07.2017 um 22:07 Uhr)
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    Alt 01.08.2017, 02:44   #36
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    Alt 01.08.2017, 02:51   #37
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    Das Hören der leisen inneren Stimme, die so sanft und liebevoll spricht.

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    Alt 01.08.2017, 03:26   #38
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    "Die heilige Hildegard von Bingen sieht den Menschen als Ganzes. In ihm wirken seine körperlichen Kräfte zusammen mit der Kraft der Seele. Körper und Seele untrennbar. Das eine bedingt das andere und umgekehrt. Und unser Geist mischt auch noch mit, jedoch nicht immer zum Wohle dieses Zweiergespanns. Einfach nur „Sein“ fällt ihm schwer. Ruhelos gleicht er das Jetzt mit Erlebten und Gespeichertem ab, um zu zetern, zu nörgeln, zu klagen, anzutreiben und zu lamentieren. Hildegard von Bingen gibt in ihren Schriften viele Anregungen, wie wir unser Leben sensibler für die Natur und für die innere Stimme in uns ausrichten können. Die Klosterfrau sah den Menschen als einen Teil der Natur. Alle Elemente der Natur sind in ihm vereint und entsprechend wirken die Rhythmen der Natur – die Jahreszeiten und die einzelnen Monate – auf unser Wohlergehen. Laut Hildegard von Bingen hat jeder Monat eigene Energien. Und diese Energien wirken auch in uns."
    https://www.dastutmirgut.

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    Alt 01.08.2017, 03:35   #39
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    Wenn die Welt Dich hart bedrängt,
    alle Sterne Dir entschwinden,
    Dich Dein liebstes Leben kränkt:
    Sprich! Wo willst Du Rettung finden?

    Greife nicht nach Außen hin.
    Leicht wirst Du durch Schein betrogen.
    Traue nicht auf Menschen-Sinn.
    Wieder lügt, wer einst gelogen.

    Aber steig hinab in Dich,
    Kräfte, welche lange schliefen,
    hält Dein unergründlich Ich
    tief in seinen innern Tiefen.

    Du bist Herr in Deiner Welt.
    Hast Du Dich, so hast Du alles.
    Lächelst, wen Dein Glück zerfällt,
    ruhig seines wilden Falles.

    Bleibst Du so Dir selbst getreu:
    dann kann Dich kein Schicksal ketten.
    Gott ist in Dir, atme frei.
    trau auf ihn, er wird Dich retten.
    (Rettung von Siegfried August Mahlmann)

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    Alt 01.08.2017, 03:45   #40
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    Der Verstand - die Gedanken.
    Wieder und wieder präsent wachsam, achtsam und gegenwärtig im Moment sein, der keine Gedanken kennt und es wird still. Gefühle in ihrer Reinheit liebevoll, sanft und gütig spüren ohne Gedanken. Und die Konzentration auf die Körperwahrnehmungen lenken, anfangs sehr ungewohnt.
    Der Atem eignet sich wunderbar. Das Ein- und das Ausatmen. Ohne dieses gäbe es kein Ich und das Selbst käme nicht durch das Lösen des Ichs zum Vorschein.
    Das Selbst, es braucht das Ich.



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