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    Alt 04.09.2017, 05:39   #101
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    Die Essenz jeder Meditationstechnik ist die Hingabe.
    Jeder Weg endet letztendlich im Weg der Hingabe, dann, wenn sich der Meditierende in der Tiefe entspannt und völlig loslässt. Der Weg der Hingabe beginnt gleich dort, beim Verschmelzen und Loslassen von Vorstellungen und Bewertungen.
    (findyournose.com)

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    Alt 04.09.2017, 05:40   #102
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    Erschöpfung, die zur Hingabe führt

    Tiefe Erschöpfung kann zu völliger Hingabe führen, dann, wenn aus tiefster Seele gesagt werden kann: 'Ich gebe auf'!

    „Ein Mann war sehr an Selbsterkenntnis und Meditation interessiert. Seine ganze Suche richtete sich darauf, einen Meister zu finden, der ihm Meditation lehren würde. Er ging von einem Meister zum nächsten, doch nichts passierte.
    Erschöpft von der Suche

    Jahre gingen vorbei, er war müde und zutiefst erschöpft. Dann sagte ihm eines Tages irgendjemand: „Wenn du einen wirklichen Meister finden willst, dann musst du in den Himalaya gehen. Dort lebt ein alter Meister in einem unbekannten Teil der Berge. Du wirst ihn suchen müssen. Eines ist sicher, es gibt ihn und er ist dort. Niemand weiß genau wo, denn er geht immer noch tiefer in die Berge hinein, wenn ihn jemand gefunden hat.“
    Suche nach Hilfe und es gibt keine Adresse

    Der Sucher wurde langsam alt, deshalb nahm er seinen ganzen Mut zusammen und bereitete sich auf den Weg vor. Um das Geld für die Reise zu verdienen, musste er zwei Jahre lang arbeiten. Dann ging es los. Er ritt auf Kamelen und Pferden und dann ging es zu Fuß weiter. Irgendwann erreichte er den Himalaya.

    Die Leute sagten: „Ja, wir haben von dem alten Mann gehört. Er ist sehr alt, man weiß nicht genau, wie alt er wirklich ist, vielleicht 300 Jahre oder sogar 500 Jahre alt. Keiner weiß es genau. Er lebt irgendwo, den Ort können wir dir nicht beschreiben. Keiner weiß genau, wo du ihn finden kannst, doch es gibt ihn. Wenn du ihn intensiv genug suchst, dann wirst du ihn finden.“
    Erfolglose Suche, zu Tode erschöpft

    Der Mann suchte und suchte und suchte. Zwei Jahre lang trieb er sich im Himalaya herum. Er war müde und erschöpft, zu Tode erschöpft. Er lebte von wilden Früchten, Gras und Blättern. Er war ganz abgemagert. Aber er war immer noch entschlossen, diesen Mann zu finden. Selbst wenn es ihn umbringen würde, das war es wert.

    Und tatsächlich: Eines Tages sah er eine kleine Grashütte. Er war so müde, dass er nicht einmal mehr fähig war, zu laufen. Er kroch zur Hütte. Es gab keine Tür. Er schaute hinein, es war niemand darin. Nicht nur, dass niemand in der Hütte war, sondern es sah auch noch so aus, als ob schon seit Jahren niemand mehr in der Hütte gelebt hatte.
    Hingabe kommt mit dem Aufgeben

    Du kannst dir vorstellen, was mit dem Mann passierte. Er fiel zu Boden.

    Aus tiefer Erschöpfung sagte er: „Ich gebe auf.“

    So lag er da, er fühlte die Sonne und die kühle Brise, die vom Himalaya kam. Zum ersten Mal war er so glücklich, wie er sich noch nie vorher gefühlt hatte. Plötzlich fühlte er sich voller Licht. Plötzlich verschwanden alle Gedanken, plötzlich war er in eine andere Wahrnehmung getragen und das völlig ohne Grund, denn er hatte nichts getan.

    Da wurde ihm plötzlich bewusst, dass sich jemand über ihn gebeugt hatte. Er öffnete die Augen. Es war ein sehr alter Mann.
    Der alte Meister lächelte und sagte: „Du bist also gekommen. Willst du mich etwas fragen?“
    Der Mann sagte: „Nein“.
    Da lachte der alte Mann, es war ein tiefes Lachen aus dem Bauch heraus, das im ganzen Tal widerhallte. Er sagte: „Weißt du jetzt, was Meditation ist?“
    „Ja.“
    Aufgeben führt zum Grunde des Wesens

    Was war geschehen? „Ich gebe auf“ – dieser Satz war aus dem tiefsten Grunde des Wesens gekommen. Genau durch dieses völlige Aufgeben verschwanden alle zielgerichteten Anstrengungen und Bemühungen. „Ich gebe auf.“ In diesem Moment war der Sucher nicht mehr die gleiche Person gewesen. Das Glück regnete auf ihn herab.

    Er war still, er war ein Niemand, und er berührte die letztendliche Schicht von Nicht-Sein in sich.
    Da wusste er, was Meditation ist.“
    Osho – Zitat-Auszug aus The Book of Wisdom

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    Alt 04.09.2017, 05:49   #103
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    Behalte den Macher im Auge

    Gestern sagtest du, dass die Hingabe eintritt, wenn kein Ich mehr da ist.
    Aber wir haben nun mal unser Ich –
    wie können wir uns dann je der Hingabe nähern?

    Dein Ich, dein Ego, das bist du. Du kannst dich nicht der Hingabe nähern; vielmehr bist du die Barriere, da kannst du dich auf den Kopf stellen, da ist nichts zu machen. Du brauchst einfach nur aufmerksam zu sein, ohne irgendetwas zu tun.
    Dies ist ein innerer Mechanismus: Alles, was du tust, wird vom Ich getan; und wann immer du nichts tust und lediglich Zeuge bleibst, tritt dein Nicht-Ich in Kraft. Der Zeuge ist das Nicht-Ich in dir, und der Macher ist das Ich. Das Ich kann nicht umhin, irgendetwas zu tun. Selbst also, wenn du etwas tust, um dich hinzugeben, wird dein Ich gestärkt und deine Hingabe wieder zu einer versteckten Ich-Chefsache. Du wirst sagen: "Jetzt bin ich hingegeben" und dich dabei in die Brust werfen. Und wehe, jemand bestreitet dies – dann wirst du wütend und fühlst dich verletzt. Denn nunmehr will sich dein Ich unbedingt hingeben. Das Ich vermag alles Mögliche – außer nichts zu tun und Zeuge zu bleiben.
    Setz dich also still hin, behalte den Macher im Auge und versuche möglichst nicht einzugreifen. Sobald du anfängst Einfluss auszuüben, taucht das Ich wieder auf. Daran ist nichts zu ändern; du brauchst nur zu registrieren, in was für ein Unglück dich das Ich stürzt – all die leeren Versprechungen, die dir dein Ich von falschen Freuden und Genugtuungen vorgaukelt.

    Alles Tun, ob in dieser Welt, der materiellen Welt, im Diesseits oder im Jenseits, in der spirituellen Welt, der göttlichen Welt – der Macher bleibt immer das Ich. Du darfst überhaupt nichts machen, denn sobald du anfängst zu machen und zu tun, liegst du voll daneben.
    Sei einfach nur da, beobachte, verstehe und mach gar nichts. Frag nicht: "Wie kann ich mein Ich fallen lassen?" Wer lässt es denn fallen? Wer lässt hier wen fallen? Wenn du überhaupt nichts mehr tust, löst sich plötzlich dein innerer Zeuge vom Macher ab – ein Abstand entsteht. Der Macher macht weiter, und der Zeuge schaut weiter zu. Plötzlich erhellt dich ein neues Licht, eine neue Gnade: Du bist nicht dein Ich, du bist nie dein Ich gewesen! Wie hast du das nur jemals glauben können?
    Es gibt Leute, die wollen ihr Ich befriedigen; sie sind auf dem Holzweg. Es gibt Leute, die wollen ihr Ich aufgeben; sie sind auf dem Holzweg. Denn wenn der Zeuge erwacht, durchschaust du einfach das ganze Spiel: Da gibt es weder etwas zu befriedigen noch etwas aufzugeben. Das Ich hat keinerlei Substanz. Es ist aus solch einem Zeug gemacht wie die Träume. Es ist nur eine Vorstellung, eine Luftblase – heiße Luft in deinem Innern und sonst nichts. Du brauchst es nicht aufzugeben, denn noch indem du es aufgibst oder es aufgeben möchtest, bestätigst du es, klammerst du dich noch daran. (…)
    Träume sind doch nur Schäume – und dann geht ihr her und deutet sie noch! Einfach dadurch, dass ihr sie deutet, verleiht ihr ihnen eine eigene Wirklichkeit, bekommen sie Substanz. Das macht ihr ja nicht nur mit euren Träumen so, sondern mit eurem ganzen Leben. Euer ganzes Leben ist wie ein Traum; es bedarf keiner Deutung. Mehr braucht man nicht zu wissen: Es ist ein Traum, und einen Traum muss man abschütteln.

    Und wie schüttelt man morgens einen Traum ab? Habt ihr je darauf geachtet? Wenn ja, dann wisst ihr auch, wie man sein Ich abschütteln kann. Wie taucht man morgens aus einem Traum bzw. aus dem Schlaf auf? Wie geschieht das? Eben hast du noch tief geschlafen, und plötzlich hörst du die Vögel zwitschern, den Milchmann an die Tür klopfen, die Putzfrau den Fußboden wischen … die Morgengeräusche.
    Was ist da los? Dein Bewusstsein kehrt langsam zurück. Eben hast du noch fest geschlafen, warst du im Tiefschlaf, ohne Bewusstsein. Und nun plötzlich die Vögel, der Milchmann, der Diener, deine Frau, die die Kinder wecken will, die widerspenstigen Kinder, die nicht aufstehen wollen. Nach und nach wird dir alles bewusst, wirst du wieder wach. Du magst noch ein bisschen vor dich hindösen, dich von einer Seite auf die andere wälzen, die Augen schließen, etwas dösen, aber selbst noch in deinem halbwachen Halbschlaf spitzt du die Ohren. Du wirst wach und der Schlaf ist vorbei. Je bewusster du wirst, desto mehr ziehen sich die Träume zurück.
    Dasselbe muss im Wachen geschehen: Hör genauer hin, fühle mehr, verrichte alles bewusster. Spüre, wenn du ein Bad nimmst, das Wasser über deine Haut laufen, fühl genau hin. Genau dieses Gefühl, diese Bewusstheit, wird dich aus deinem Ich rausholen. So wirst du zum Zeugen. Iss, wenn du isst, aber schmecke mehr, empfinde mehr, geh mehr ins Essen und lass deine Gedanken nicht überall hinschweifen. Bleib da, hellwach, und nach und nach wirst du etwas aus dem Meer des Schlafs aufsteigen sehen: Du wirst wacher, bewusster.
    Wenn du wach bist, gibt es kein Träumen, kein Ich.
    Das ist der einzige Weg. Es gehört kein Tun dazu, man braucht einfach nur wach zu sein. Und diesen Unterschied muss man sich merken: Bewusstheit ist nicht machbar, man braucht keinen Finger zu rühren. Jeder kann wach werden, das ist in dir angelegt. Also fühle mehr, rieche mehr, lausche mehr, werde immer empfänglicher … und plötzlich steigt etwas auf aus dem Schlaf, und nirgends gibt es noch ein Ich: Du bist hingegeben. (…)

    Frag nicht "Wie?" Versuche mich zu verstehen, versuche den springenden Punkt zu erkennen. Das erfordert nicht viel Intelligenz. Jeder hat Intelligenz genug, um den springenden Punkt zu erkennen. Erkenne ihn einfach und behalte ihn möglichst im Auge – dieses Verständnis, diese Wahrnehmung, das ist alles. Beobachte einfach nur, wie sich dein Ich verhält – und sei nur der Zeuge, sei nicht der Macher. Der Abstand zwischen dem Zeugen und dem Macher ist nicht sehr groß, wenn du nicht aufpasst. Der Macher ist direkt neben dir. Schlüpfst du vom Zeugen in den Macher, bist du das Ich, das Ego. Und sobald du vom Macher in den Zeugen schlüpfst, bist du hingegeben. Dann bist du nicht länger das Ich.
    (OshoTimes 12/2013)

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    Alt 04.09.2017, 06:07   #104
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    Hingabe an Gott

    1. Den innern Akt der Gottesverehrung nennen wir Hingabe an Gott a. G. (lat. devotio; nahe ist damit eine andere Bedeutung dieses Ausdrucks verbunden, näml. Andacht). Wir meinen damit jenen Willensakt, mit dem wir uns unmittelbar auf die Ehrung Gottes ausrichten (vgl. Thomas von A., S.Th. 2,2 q.82 a.1, a.2), gleich jener Erklärung Christi an den Vater beim Eintritt in die Welt: „Siehe, ich komme, deinen Willen zu tun, o Gott“ (Hebr 10,7). Diese Hingabe ist nicht Regung des Gefühls allein, sondern Einsatz des ganzen Menschen, der im Willen zusammengefaßt wird (vgl. Thomas von A., S.Th. q.82 a.1 ad 3). Aus dem Akt, bes. aus seiner wiederholten Setzung, ergibt sich die Lebenshaltung der Hingabe an Gott, deren vollkommenstes Vorbild wir in Jesus finden: „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen“ (Joh 4,34; Nachfolge Christi).

    Es läßt sich leicht einsehen, daß die Hingabe an Gott eine Betätigung der Liebe zu Gott ist, und als solche durch den Einfluß der Gnade zustande kommt. „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht“ (Joh 6,44; vgl. Thomas von A., S.Th. 2,2 q.82 a.2 ad 1.2; a.3). Alles, was zur Liebe anregt, hilft auch zur Hingabe an Gott. Diese ist Entfaltung des Glaubens und mit dem innern Akt des von der Liebe beseelten Gehorsams gegen Gott gleichzusetzen.

    Wenn die Hingabe an Gott, für die das Wollen entscheidend ist, ganzmenschl. verwirklicht wird, erfaßt sie auch den Bereich des Gefühls und weckt dort vor allem Freude an Gott und an der Erfüllung der göttl. Absichten und Trauer über das menschl. Versagen in der Ehrung Gottes (vgl. Thomas von A., S.Th. 2,2 q.82 a.4). Das mit der Hingabe an Gott verbundene Gefühl tröstlicher Freude darf als Teil der menschl. Existenzerfüllung nicht abgewertet (D 2227 [1247]), freil. auch nicht überbewertet werden, als ob darin und nicht in der Willenshaltung das Wesentliche der Hingabe an Gott bestünde. Die Hingabe an Gott kann auch ohne Trost echt und wertvoll sein, ja Gott kann den Trost gerade zur Läuterung der Hingabe an Gott entziehen.

    2. In der Hingabe an Gott stimmen wir dem Verlangen Gottes, durch uns verherrlicht zu werden, zund Diese Ehre will Gott durch Verwirklichung jener Gemeinschaft der Liebe mit ihm finden, für die er uns in Gnade bestimmt hat. Hingabe an Gott bedeutet die Bereiterklärung für unsere wesentl. Bestimmung. Damit wird klar, daß sie zu unserem Heil notwendig ist: Ohne sie kann sich der Sinn unseres Daseins nicht erfüllen.

    Es ist selbstverständl., daß alle äußeren Akte der Gottesverehrung ohne die innere Hingabe an Gott leer bleiben und zur Sinnerfüllung des menschl. Lebens nichts nützen.
    (Karl Hörmann: LChM 1969, Sp. 623 f)

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    Alt 04.09.2017, 06:25   #105
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    Hingabe – was ist das eigentlich? Wen oder was geben wir da eigentlich hin? Und wem gilt diese Hingabe? Und warum? Haben wir da was von, bekommen wir auch was zurück?

    Hingabe – dieser Begriff löst bei *vielen Menschen unwillkürlich Unbehagen aus. Die Vorstellung von Hingabe wird häufig verbunden mit Auslieferung, ja Kapitulation. Als käme man mit einer weißen Fahne aus einem Versteck und müsste sich auf Gedeih und Verderb einem fremden Diktat oder Zwang unterwerfen. In diesem Sinn aktiviert die Vorstellung von Hingabe eine Urangst, die viele Menschen kennen: die Angst vor Auflösung, die Angst, dass nichts mehr von einem übrig bleibt.

    Sich unterwerfen heißt, die eigene Macht jemandem zu übergeben, der mächtiger ist oder scheint als wir selbst. Zu diesem Verhalten neigen wir, wenn wir uns selbst wertlos fühlen. Diese Art, sich zu ergeben bzw. zu unterwerfen, hat aus meiner Sicht nichts mit Hingabe zu tun.

    Hingabe beschreibt einen Vorgang, der mit höchster Achtsamkeit verbunden ist. Alles, was mit Achtsamkeit geschieht, ist belebend, bereichernd und kraftvoll. Im „Tibetischen Buch vom Leben und Sterben“ zitiert Sogyal Rinpoche Buddhas Worte: „Einzig und allein durch Hingabe kann man die absolute Wahrheit erkennen.“ Und weiter führt er aus, Hingabe habe nichts mit kritikloser Anbetung oder dem Aufgeben der Eigenverantwortung zu tun, sondern vielmehr: „Wahre Hingabe ist eine stetige Empfänglichkeit für die Wahrheit. Wahre Hingabe hat ihre Wurzeln in einer ehrfurchtsvollen Dankbarkeit, die zugleich klar, geerdet und intelligent ist.“ (*)
    In diesem Sinne verstehe ich Hingabe als einen Akt der vollständigen Überantwortung an das Leben, als eine Einwilligung in das Leben. Wenn wir uns hingeben, löst sich unsere Ego-Bezogenheit langsam auf, nicht aber unsere Intelligenz, unser Unterscheidungsvermögen, unsere Stärke. Hingabe bedeutet, uns dem Leben gegenüber voller Vertrauen, nackt und schutzlos zu präsentieren. Eine solch offene Haltung ermöglicht es uns, alle Bedingungen des Augenblicks mit einzubeziehen.

    Hingabe an den Moment

    Will ich also Hingabe üben, brauche ich ein Gewahrsein dessen, was im jeweiligen Moment geschieht. Dafür ist es hilfreich, die Wahrnehmung meiner Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen zu verfeinern. Es geht darum, sozusagen ein Lauschen nach innen und nach außen zu praktizieren. Ist aufgrund der äußeren Gegebenheiten Vorsicht angesagt, wird sie sich im passenden Moment einstellen. Die Abwehr möglicher Gefahren kommt dann nicht aus der Enge, sondern aus der Weite der offenen Grundhaltung. Deshalb kann echte Hingabe nur aus einer inneren Stärke heraus entstehen.

    Der große Gegenspieler der Hingabe ist die Angst. Niemand sagt das so schön und eindringlich wie Hermann Hesse in seiner Geschichte: „Klein und Wagner“:
    „In Wirklichkeit gab es nur eines, vor dem man Angst hatte: das Sich-fallen-Lassen, den Schritt in das Ungewisse *hinaus, den kleinen Schritt hinweg über all die Versicherungen, die es gab. Und wer sich einmal, ein einziges Mal hingegeben hatte, wer einmal das große Vertrauen geübt und sich dem Schicksal anvertraut hatte, der war befreit. Er gehorchte nicht mehr den Erdgesetzen, er war in den Weltraum gefallen und schwang im Reigen der Gestirne mit. So war das. Es war so einfach, jedes Kind konnte das verstehen, konnte das wissen.“

    Ein Großteil unseres Verhaltens zielt darauf ab, Hingabe zu vermeiden, um das Gefühl der Ohnmacht, des Ausgeliefertseins, der Nacktheit nicht erleben zu müssen. Wenn es uns gelänge, Gefühle von Ohnmacht anzunehmen und sie grundsätzlich zu bejahen, würden wir erkennen, dass Hingabe ohne Verletzlichkeit nicht zu haben ist. Dann könnten wir aufhören, uns selber ständig zu „schützen“.

    Sehnsucht nach Hingabe

    Mystiker und Heilige aller Traditionen geben sich ganz und gar Gott hin bzw. dem, was ist. Sie stellen sich zur Verfügung – so wie es im „Vaterunser“ heißt: Dein Wille geschehe. Weil radikale Hingabe etwas mit Kontrollverlust zu tun hat, tun wir uns schwer damit. Doch zugleich gibt es in uns ein Wissen, dass dieses Leben in Kontrolle und Angst nicht alles sein kann, und es existiert auch eine Sehnsucht, uns rückhaltlos und vollständig dem Leben hinzugeben. Unentbehrlich auf diesem Weg ist Vertrauen: Wer weiß oder glaubt, dass alles, was geschieht, letztlich gut ist und wird, kann sich hingeben. Hingabe bedeutet dann nicht Selbstaufgabe, sondern eher, sich auf eine neue Art wieder zu finden: „Wir können nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.“

    Hingeben kann ich mich nur nur dem, was JETZT ist. Hingabe heißt JA sagen und Eins-Sein mit diesem Augenblick – auch wenn ich nicht weiß, wohin dieses Einverstandensein mich führt. Ich gebe die Kontrolle ab, ich bin einverstanden mit dem, was geschieht. Spätestens im Augenblick unseres Sterbens werden wir Hingabe erleben: Auch wenn wir uns vielleicht lange gewehrt haben, letztlich können wir uns nur hingeben und loslassen. Auch Jesus hat am Kreuz zunächst gehadert: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Doch im Moment des Todes gab es kein Aufbegehren mehr, nur noch Einverstandensein: „Es ist vollbracht.“

    Erleben von tiefer Verbindung

    Anders herum ermöglicht Hingabe das Erleben von tiefer Verbindung. In der Liebe neigen wir dazu zu glauben, dass wir uns dem anderen hingeben. Doch in Wirklichkeit geben wir uns der Liebe, der Einheit, der Verbindung hin.

    Khalil Gibrans Prophet sagt im Kapitel „Über die Liebe“:
    „Wenn die Liebe dir winkt, so folge ihr,
    sind ihre Wege auch schwer und steil.
    Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
    Auch wenn das unterm Gefieder *versteckte Schwert
    dich verwunden kann.“

    Hingabe in der Liebe bedeutet die *Bereitschaft, dem inneren Ruf, dem „inneren Gesetz“ zu folgen und dabei nicht nur die Freuden, sondern auch die *Risiken der Liebe in Kauf zu nehmen. Es lohnt sich sehr, das ganze Kapitel „Über die Liebe“ zu lesen – eine wunderschöne, poetische Beschreibung der Hingabe an die Liebe und somit an das Leben.
    (Martin *Rubeau über eine Annäherung an *einen vielfach unverstandenen Begriff - sein.de)

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    Alt 04.09.2017, 07:09   #106
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    "Nichts kann den Geist des Menschen mehr mobilisieren als die Macht des Wortes."
    Niklaus B. Enkelmann

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    Alt 04.09.2017, 07:35   #107
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    Keine Seele dieser Welt kann Dich dauerhaft glücklich machen. Wenn Du das annimmst, wirst Du zum Süchtigen und beginnst andere für Deine Befriedigung zu mißbrauchen. Deine Erfüllung
    findest Du nur in Deiner Liebe zu Dir selbst.
    Jane Russo

    Dort, wo Dein Herz singt, Deine Seele tanzt und Dein Bewusstsein Pirouetten dreht, dort ist der Platz, in dem Dein Leben seine Ewigkeit findet.
    Jane Russo


    Die Antwort auf die Seinsfrage findest Du nur in Dir. Keine Wissenschaft, keine Religion, kein Guru kann Dir die Aufgabe abnehmen, Dir selbst zu vertrauen.
    Jane Russo

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    Geändert von Stille (04.09.2017 um 07:38 Uhr) Grund: Ergänzung
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    Alt 04.09.2017, 07:45   #108
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    Die Kunst der Hingabe lernen

    Glückliche Menschen haben Freundschaft mit ihrer Grundangst geschlossen. Sie können die Annehmlichkeiten des Lebens genießen – einschließlich Erfolg. Sie können Niederlagen und Verluste mit Anmut akzeptieren. Sie sind in jedem Fall glücklich!

    Annehmen, was ist

    Um das zu lernen, müssen wir uns mit allen unseren inneren Verfassungen anfreunden. Die Herausforderung besteht darin, uns auch jenen hinzugeben, mit denen wir hadern, die wir verurteilen oder ablehnen. Das mag sich wie eines der vielen Workshop-Klischees anhören, aber Tatsache ist: Wenn wir lernen, was uns nicht in der Schule beigebracht wurde – wirklich mit all dem zu SEIN, was hier und jetzt in uns vorgeht –, verwandelt sich unsere Beziehung zu allem. Selbst wenn wir uns dann dafür entscheiden, den Erfolg zu suchen, tun wir es aus Freude daran. Wir werden nicht von Verlustängsten angetrieben. Wir sind glücklich und dankbar, mit dem zu sein, was ist. Wenn ich gewinne: schön! Wenn ich verliere: auch schön. Freundlich mit allem umzugehen, was ich erlebe, lässt mich glücklich sein, denn so kann ich einfach weiter da sein. Präsent zu sein, ist der Schlüssel zum Glück. Völlig präsent können wir nur dann sein, wenn wir uns ganz uns selbst hingegeben haben.
    Wir lernen es nicht, indem wir in der Schule darauf gedrillt werden, ein guter Verlierer zu sein. Wir müssen dorthin gehen, wo wir den Verlust fürchten, ob es nun der Verlust des Lebens oder der Verlust von Gesicht oder Stellung ist. Wir müssen Hingabe als etwas entdecken, das es zu erleben gilt – und nicht als Idee oder Theorie. Wir müssen bereit sein zu fühlen. Uns Dingen zu stellen, mit denen wir nichts zu tun haben wollen, ist an sich schon eine Form von Hingabe. Das haben wir nicht in der Schule gelernt. Die Tragikomödie unserer Zivilisation ist, dass dies das einzige Element ist, das für jede persönliche Ausbildung erforderlich ist.
    (Alan Lowen sein.de)

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    Alt 08.09.2017, 20:33   #109
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    Das Ego wird werten, weil es nicht anders kann, der Geist macht das nicht.

    Regt sich jemand über seine eigenen Gedanken auf, befindet er sich im Ego und versucht aus ihm heraus, diese Bewertungen loszuwerden. Das geht natürlich nicht, was zu echter Verzweiflung führen kann. Versucht man, nicht mehr zu werten, regt sich aber über wertende Menschen auf, ist man ebenso im Ego.

    Das Ego setzt sich sehr gern Ziele und möchte sie dann natürlich auch erreichen. Der Geist hingegen hat kein Ziel, er ist zeitlos und kann die Wertungen komplett weglassen.
    Anouk Claes

    Diese Bewertungen, die recht schnell da sind.

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    Alt 13.09.2017, 00:10   #110
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    Krise als Chance – Resignieren oder Dranbleiben?

    Im chinesischen Schriftzeichen für das Wort Krise steht ein Pinselstrich für „Gefahr“ und ein weiterer für „günstige Gelegenheit“. Es ist also ein Wendepunkt. Ob sich eine Krise nun zur Katastrophe, bzw. zu einer Erfahrung von Scheitern oder Niederlage entwickelt oder zur Chance eines sinnvollen Neubeginns, das weiß man immer erst, wenn sie überwunden ist. Osho bezeichnet Krisenmomente als eine Chance, neue Lebensdimensionen zu erkunden, als Gelegenheit, den kleinen Käfig des Verstandes zu verlassen und zu einer neuen Einstellung zu finden: „Diese Einstellung muss sich ständig erneuern. Muss jeden Tag neu werden, jede unerwartete Erfahrung, jede unerwartete Wahrheit bereitwillig akzeptieren – ganz offen und verletzbar. (…) Wenn sich die neue Einstellung durchsetzen kann, dann kann das Leben zu einem Erleuchtungsprozess werden.“
    (oshotimes 2007)

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    Alt 13.09.2017, 00:11   #111
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    Die Kraft des Ja – Akzeptieren leicht gemacht

    Jeder kennt den Schreck und den schmerzhaften Frust, der einen befällt, wenn die Dinge nicht so laufen, wie man will. Die Dezemberausgabe ist einer bejahenden Lebenseinstellung gewidmet. Das Ja hilft mir, aus meinem Leben Licht zu machen. Es bringt mir mehr Wärme, Freundlichkeit, Geborgenheit, Vertrauen und Liebe. Selbst wenn mir nicht immer alles passt, was da meiner Wege kommt. Es fordert mich auf, genau hinzuschauen, um die Vielschichtigkeit neuer Dinge und Situationen zu erkennen. Osho sagt dazu: „Ich lehre euch ein totales Akzeptieren des Lebens, so wie es ist – alles eingeschlossen … durch Akzeptieren verändert sich alles … wenn dir danach ist, dich gegen den Strom zu stemmen, dann nur zu. Fang keinen neuen Kampf dagegen an. Drücke, was du kannst, nur erkenne, was du für einen Unsinn machst. Erkenne, dass es dumm ist, dass dein Tun dumm ist. Der Fluss lässt sich nicht zurückdrängen.“
    (Oshotimes 2007)

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    Alt 13.09.2017, 00:13   #112
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    Gegen den Strom schwimmen - der Flusss läßt sich nicht zurückdrängen (Osho)

    Die eigene Resignation liebevoll, sanft und gütig wahrnehmen.

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    Alt 13.09.2017, 01:04   #113
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    Freiheit ist etwas Inneres

    Osho,
    fünfundvierzig Jahre lang habe ich in einem Gefängnis gelebt, das ich größtenteils selbst geschaffen habe. Nun weiß ich, dass es möglich ist immer freier zu werden. Doch was macht man, wenn man das Gefühl hat, einen sicheren Ort und ein gutes Klima für sein Wachstum zu benötigen? Ist das ein weiteres Gefängnis? Wie kann ich überall und jederzeit frei sein? Ich spüre Kummer und Rebellion bei diesem Thema.

    „Freiheit hat nichts mit der Außenwelt zu tun, man kann sogar in einem Gefängnis frei sein. Freiheit ist etwas Inneres, sie kommt aus deinem Bewusstsein. Du kannst überall frei sein – du kannst angekettet in einem Gefängnis frei sein – und du kannst außerhalb des Gefängnisses unfrei sein, in deinem eigenen Zuhause, äußerlich absolut frei. Doch wenn dein Bewusstsein nicht frei ist, dann bist du ein Gefangener.

    Du verwechselst äußere Freiheit mit innerer Freiheit. Was die Außenwelt angeht, kannst du nie völlig frei sein – mach dir das ein für allemal klar. Was die Außenwelt angeht, bist du nicht allein, wie kannst du da völlig frei sein? Millionen von Menschen sind um dich herum. In der Außenwelt muss das Leben ein Kompromiss sein. Wenn du allein auf der Welt wärst, dann wärst du völlig frei, aber du bist nicht allein.

    Auf der Straße musst du dich links halten. Und Yvonne wird das als großen Zwang empfinden: ‚Wieso? Wieso werde ich gezwungen, mich links zu halten? Ich bin ein freier Mensch. Wenn ich rechts gehen möchte, dann möchte ich rechts gehen. Wenn ich mitten auf der Straße laufen möchte, dann laufe ich mitten auf der Straße.’ In Indien kannst du das machen – Indien ist ein freies Land, denke daran! Es ist die großartigste Demokratie der Welt, du kannst also rechts, links, in der Mitte, überall laufen.

    Doch die Freiheit des einen wird zum Problem für viele andere. Du bist frei, du selbst zu sein, doch du solltest dich in das Leben anderer nicht einmischen.

    Ein Mensch, der versteht, wird seine eigene Freiheit genauso respektieren wie die Freiheit anderer, denn wenn niemand deine Freiheit respektiert, wird deine Freiheit zerstört. Es ist ein gegenseitiges Verstehen: ‚Ich respektiere deine Freiheit, und du respektierst meine Freiheit, dann können wir beide frei sein.‘ Doch es ist ein Kompromiss. Ich darf mich nicht in dein Sein einmischen. Ich habe nicht die Freiheit deine Grenzen zu übertreten.

    Du möchtest mitten in der Nacht laut singen. Natürlich bist du ein freier Mensch, und wenn du zuhause nicht laut singen kannst, was ist das dann für eine Freiheit? Aber die Nachbarn wollen schlafen, du musst einen Kompromiss eingehen.

    Äußerlich sind wir miteinander verflochten. Niemand kann völlig unabhängig sein. Das Leben ist wechselseitige Abhängigkeit. Nicht nur Menschen sind voneinander abhängig, du bist von allem abhängig. Wenn du alle Bäume fällst, wirst du sterben, denn sie versorgen dich mit Sauerstoff. Du bist von ihnen abhängig – und sie sind von dir abhängig, denn du gibst ihnen Kohlendioxid. Wir atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus, die Bäume machen es genau umgekehrt, sie atmen Sauerstoff aus und Kohlendioxid ein.

    Wenn Menschen wie Mahendra also rauchen, dann müssen die Bäume sehr glücklich sein, denn es wird mehr Kohlendioxid erzeugt. Wenn mich diese Bäume hören, werden sie traurig darüber, dass ich euch vorschlage zur Ursache des Rauchens vorzudringen, damit es sich auflöst. Das bedeutet, dass die Bäume nicht soviel Kohlendioxid bekommen wie vorher!

    Wir sind miteinander verflochten, mit den Bäumen – mit der Sonne, dem Mond, den Sternen. Alles ist miteinander verflochten ...

    Die ganze Existenz ist miteinander verflochten, du kannst also äußerlich nicht völlig frei sein – und das ist auch nicht nötig.

    Genieße dieses Verflochtensein. Nenne es nicht Zwang. Es ist keine Abhängigkeit, es ist wechselseitige Abhängigkeit. Du hängst von anderen ab und andere hängen von dir ab. Es ist eine Bruderschaft, es ist Verbundenheit. Selbst der kleinste Grashalm ist mit dem größten Stern verbunden.

    Doch in deiner inneren Welt, deinem inneren Königreich, kannst du vollkommen frei sein. Es geht also um deine Innenwelt. Und dann, Yvonne, wirst du nicht mehr traurig und rebellisch sein, das ist dann nicht mehr nötig. Verstehe, dass die äußere wechselseitige Abhängigkeit ein Muss ist, sie ist unumgänglich, da kann man nichts machen. So ist es eben. Akzeptiere es. Wenn man nichts machen kann, dann kann man es nur akzeptieren. Und akzeptiere es mit Freuden, nicht mit Resignation. Akzeptiere es! Dies ist unser Universum, wir sind ein Teil davon. Wir sind keine Inseln, wir sind Teil des gesamten Kontinents. Wir sind keine Egos.

    Yvonne, deine Vorstellung von Freiheit wurzelt irgendwo in der Vorstellung des Egos. Wir sind keine Egos. Das Ego ist ein unechtes Gebilde – wenn wir nicht getrennt voneinander sind, wie können wir dann Egos haben? Im Sprachgebrauch ist es nützlich das Wort Ich zu gebrauchen, aber es hat keine Substanz. Es ist nur ein Schatten, völlig leer. Ein nützliches Wort, aber nicht echt. Doch innere Freiheit ist möglich. Sie geschieht, wenn du tiefer und tiefer in Bewusstheit eintauchst. Beobachte deinen Körper, beobachte deine Gedanken.

    Neulich sagte Buddha: Beobachte, sei Zeuge all deiner Gedanken, und langsam, langsam wirst du erkennen, dass du weder Zorn noch Geiz bist, weder Hindu noch Moslem, noch Christ, noch Katholik, noch Kommunist. Langsam, langsam wird dir bewusst, dass du nicht deine Gedanken bist – du bist nicht dein Verstand. Du bist reiner Beobachter. Das Erleben reiner Beobachtung ist das Erleben totaler Freiheit, aber es findet innen statt. Und ein Mensch, der innen vollkommen frei ist, sehnt sich nicht nach äußerer Freiheit. Er kann die Natur so akzeptieren, wie sie ist.

    Yvonne, werde zum Beobachter und werde dadurch innerlich frei. Sannyas ist für die innere Freiheit da. Und lebe aus der inneren Freiheit heraus, dann wirst du die wechselseitige Abhängigkeit im Außen erkennen. Sie ist schön, und sie ist ein Segen. Es ist nicht nötig, dagegen zu rebellieren. Entspanne dich hinein, gib dich hin. Und denke daran: nur ein Mensch, der wirklich frei ist, kann sich hingeben.”
    Osho, The Dhammapada: The Way of the Buddha

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    Alt 13.09.2017, 01:47   #114
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    Was Wunden heilt

    Jeder, der euch ein Glaubenssystem verkauft, ist euer Feind, denn das Glaubenssystem wird zu einer Barriere für eure Augen, ihr könnt die Wirklichkeit nicht sehen. Selbst der Wunsch, die Wahrheit zu finden, verschwindet. Aber am Anfang ist es bitter, wenn euch alle eure Glaubenssysteme weggenommen werden. Die Angst und Furcht, die ihr seit Jahrtausenden unterdrückt, die aber noch da ist, sehr lebendig ist, wird sofort wieder an die Oberfläche treten. Kein Gott kann sie zerstören, nur die Suche nach der Wirklichkeit und die Erfahrung der Wirklichkeit - nicht ein Glaube - kann alle eure Wunden heilen, euch zu ganzen Wesen machen. Und für mich ist der ganze Mensch der heilige Mensch. Osho

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    Alt 13.09.2017, 01:49   #115
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    Kein Allerweltsmensch sein



    Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen – wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgeschaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen, lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs, als dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn wir sagen: Ich bin ein freier Mensch. (Albert Schweitzer)

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    Alt 15.09.2017, 02:42   #116
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    Es gibt für den Menschen
    keine geräuschlosere und ungestörtere
    Zufluchtstätte als seine eigene Seele.
    Halte recht oft solche stille Einkehr
    und erneuere so dich selbst.
    Marc Aurel

    Das Erneuern, das Wandeln kann ich nicht selber machen. Es geschieht von ganz alleine. Und auch das Tempo kann ich nicht bestimmen. Keinerlei eigene Einflussmöglichkeiten. Es zieht in die Spiritualität, nicht als Suchende oder als Suchender. An einer bestimmten Wegkreizung
    wurde es aufgegeben. Nicht,da es Frustration oder sonstiges war. Es kam von innen: genau das ist es, genau daß zieht mich an wie ein Magnet. Was dann folgte, war sehr viel Herzensoffenheit. Es gibt so vieles, in dem und mit dem sich Spiritualität leben läßt und
    wertschätzend begegne ich dem.
    Es ist die Offenheit der Nach-innen-Schau. Es ist nur eine Änderung des Blickwinkels von außen nach innen, mehr ist das nicht. Sich selber innerlich begegnen, sich mit sich selbst liebevoll, sanft und gütig verbinden und das spüren. Präsent wachsam, achtsam und gegenwärtig im Moment sein. Nicht bewerten, nichts verurteilen. Alles loslassend. All das liebevoll, sanft und gütig. Den Blickwinkel in den Körperwahrnehmungen verweilen lassen, all das präsent, wachsam und achtsam. Die Körperwahrnehmung des Atmens.
    Anfangs war das alles ein Kuddelmuddel. Hiervon was und davon was und ach wie schade, alles wieder weg und es hängt sich in den Geschichten des Verstandes. Den, soweit es ging und geht gar nicht mehr beachtet. Nur das, was der Liebe dient und der Bewältigung der Alltagsstrukturen.

    Still wurde es anfangs nur ganz kurz. Einfach weitergemacht und geübt, geübt und wieder geübt. Es fehlte die Erfahrenheit des Anhaltens und oben im Kopf da blablablate es sich weiter.
    Faszinierend ist das und auch staunend.



    Es ist so wertvoll und kostbar, verliert die Ernsthaftigkeit ihren Schleier, der imaginär zum Tanzen einlädt.

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    Alt 17.09.2017, 20:01   #117
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    .....die Macht des Wortes (s. Beitrag 106)
    Sich dessen bewußt sein und wieder und wieder den Worten, den Gedanken Macht verleihen.
    Es nicht sein lassen können, dieses Macht-Verleihen.
    Es still werden lassen, wieder und wieder.

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    Alt 17.09.2017, 20:06   #118
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    Wohltuenden Abstand zu Emotionen und Gedanken bewahren. Das bedeutet nicht, sie nicht haben zu
    wollen. Sie sind nun mal so, wie sie sind. Die eigenen Gedanken und Gefühle wahrnehmen, ohne
    gleich darauf regaieren zu müssen oder dagegen anzukämpfen.

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    Alt 17.09.2017, 20:32   #119
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    Neue Lebensenergie aus der Stille aufsteigen spüren.

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    Alt 18.09.2017, 01:56   #120
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    Das, worüber es jahrelang, jahrelang ein Stolpern gab/gibt, klärt sich. Diese wunderschöne Klarheit. Das befreit noch nicht von den Emotionen, die aufwühlend sind und es schafft noch nicht das aus dem Weg, was Auslöser des Stolpern sind.
    Vertrauen, Offenheit und Geduld.

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