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    Alt 13.10.2017, 05:19   #161
    Stille
     
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    Liebe dich selbst und beobachte.

    Wir beginnen mit einem der tiefgründigsten Sutras von Gautama Buddha: Liebe dich selbst und beobachte – heute, morgen, immer.

    “Liebe dich selbst”...

    Liebe ist Nahrung für die Seele. So wie Essen den Körper nährt, ist Liebe Nahrung für die Seele. Ohne Essen wird der Körper schwach, ohne Liebe wird die Seele schwach. Aber kein Staat, keine Kirche, kein Establishment hat je gewollt, dass die Menschen eine starke Seele haben, denn ein Mensch mit spiritueller Energie wird immer rebellisch sein.

    Liebe macht euch rebellisch, revolutionär. Liebe gibt euch Flügel, damit ihr euch hoch emporschwingen könnt. Liebe gibt euch Einsicht in die Dinge, und dann kann euch niemand mehr täuschen, ausbeuten, unterdrücken. Doch die Priester und die Politiker leben von eurem Blut; sie können nur durch Ausbeutung überleben. Alle Priester und Politiker sind Parasiten.

    Sie haben eine sichere Methode gefunden, um euch mit hundertprozentiger Garantie spirituell schwach zu machen: Sie bringen den Menschen bei, sich selbst nicht zu lieben. Wer sich selbst nicht lieben kann, kann auch niemand anders lieben. Es ist eine sehr hinterlistige Methode. Sie sagen: “Liebet euren Nächsten”, denn sie wissen, wenn ihr euch selbst nicht liebt, dann könnt ihr überhaupt nicht lieben. Und sie wiederholen ständig: Liebt euren Nächsten! Liebt die Menschheit, liebt Gott, liebt die Natur, liebt eure Ehefrau, euren Ehemann, eure Kinder, eure Eltern. Nur nicht euch selbst! Denn wer sich selbst liebt, ist selbstsüchtig, so sagen sie.

    Sie verdammen nichts so sehr wie die Selbstliebe. Und sie haben dafür gesorgt, dass ihre Lehre total logisch aussieht. Sie sagen: Wer sich selbst liebt, wird zu einem Egoisten. Wer sich selbst liebt, wird narzisstisch. Aber das ist nicht wahr. Wer sich selbst liebt, entdeckt, dass er egolos ist. Erst durch den Versuch, andere zu lieben, ohne sich selbst zu lieben, erst durch die Bemühung, andere zu lieben, entsteht das Ego.

    Wer sich selbst liebt, macht damit den ersten Schritt zur wirklichen Liebe. Es ist so, als wenn man einen Kieselstein in einen ruhigen See wirft: Die ersten Wellenkreise entstehen um den Kiesel herum, ganz nahe am Stein. Das ist natürlich, wo sollten sie sonst entstehen? Von da aus breiten sie sich immer weiter aus, bis zu den fernsten Ufern. Verhindert man diese Wellen nahe an dem Stein, dann gibt es keine weiteren Wellen. Dann braucht man nicht zu hoffen, dass irgendwelche Wellen bis ans fernste Ufer gelangen könnten, unmöglich.

    Die Priester und die Politiker wurden sich dieses Phänomens bewusst: Wenn man die Menschen daran hindert, sich selbst zu lieben, zerstört man ihre ganze Liebesfähigkeit. Dann wird alles, was sie für Liebe halten, nur eine Pseudoliebe sein. Es mag Pflichtgefühl sein, aber nicht Liebe. Und Pflicht ist ein so hässliches Wort. Die Eltern erfüllen ihre Pflicht an ihren Kindern, damit die Kinder dann ihrerseits ihre Pflicht an den Eltern erfüllen. Die Frau erfüllt ihre ehelichen Pflichten gegenüber dem Ehemann, der Mann erfüllt seine ehelichen Pflichten gegenüber der Ehefrau. Aber wo bleibt die Liebe?

    Liebe weiß nichts von Pflicht. Pflicht ist eine Bürde, eine Formalität. Liebe ist eine Freude, ein Schenken. Liebe ist ohne Formalitäten. Ein Liebender hat nie das Gefühl, er hätte genug getan. Ein Liebender hat immer das Gefühl, es wäre noch mehr möglich gewesen. Ein Liebender hat nie das Gefühl, der andere sei ihm zu Dank verpflichtet. Im Gegenteil, er fühlt: “Ich bin es, der zu danken hat, weil meine Liebe angenommen wurde. Ich bin dem anderen zu Dank verpflichtet, dass er mein Geschenk angenommen hat; er hätte es auch ablehnen können.” Jemand, der aus Pflichtgefühl handelt, denkt: “Ich bin etwas Besseres, ich bin spirituell, ich bin außergewöhnlich. Seht nur, wie ich den Menschen diene!”

    Wer sich selbst liebt, respektiert sich selbst. Und wer sich selbst liebt und respektiert, der respektiert auch andere, weil er weiß: Die anderen sind genau wie ich. So wie ich mich über Liebe, Respekt und Würde freue, genauso freuen sich auch die anderen. Und er wird sich bewusst, dass wir an der Basis überhaupt nicht verschieden sind; wir sind eins. Wir unterliegen alle demselben Gesetz. Buddha sagt: Wir leben unter demselben ewigen Gesetz – Es dhammo sanantano.

    Wer sich selbst liebt, genießt die Liebe so sehr und sie macht ihn so glücklich, dass die Liebe anfängt überzufließen und auch andere zu erreichen. Es kann gar nicht anders sein! Wer in der Liebe lebt, muss sie mit anderen teilen. Man kann nicht immer nur sich selbst lieben, denn eines wird absolut klar: Wenn es so schön und ungeheuer ekstatisch ist, einen Menschen, sich selbst, zu lieben – wie viel mehr Ekstase hat man noch zu erwarten, wenn man erst anfängt, seine Liebe mit vielen, vielen Menschen zu teilen!

    Langsam werden die Wellen immer größere Kreise ziehen. Zuerst liebst du andere Menschen, dann fängst du auch an, die Tiere, die Vögel, die Bäume, die Felsen zu lieben. Du kannst das ganze Universum mit deiner Liebe erfüllen. Ein einziger Mensch reicht aus, um das ganze Universum mit Liebe zu füllen – so wie ein einziger Stein den ganzen See mit Wellen zu füllen vermag. Ein kleines Steinchen!

    Der Mensch muss göttlich werden. Solange der Mensch nicht selbst göttlich wird, kann es keine Erfüllung, keinen Frieden fur ihn geben. Aber wie kannst du göttlich werden? Die Priester sagen, du seist ein Sünder. Eure Priester sagen, dass ihr verdammt seid, dass ihr in die Hölle kommen werdet. Und sie machen euch große Angst davor, euch selbst zu lieben.

    Du hast dich selbst nie geachtet, nie geliebt. Nun verschwendest du dein ganzes Leben damit, andere zu verurteilen. Darum sind die Leute so gut im Kritisieren. Sie entdecken Mängel bei sich selbst, und wie könnten sie es vermeiden, dieselben Mängel auch bei anderen zu finden? Ja, sie finden sogar jede Menge Fehler und übertreiben diese noch und lassen sie möglichst groß erscheinen. Das ist wohl der einzige Ausweg. Um ihr Gesicht zu wahren, scheint ihnen gar nichts anderes übrig zu bleiben. Darum gibt es so viel Kritik und einen solchen Mangel an Liebe.

    Ich halte dies für eine der tiefgründigsten Aussagen Buddhas, und nur ein Erwachter kann euch eine solche Erkenntnis geben.

    Wer sich selbst liebt, findet auch leicht zur Meditation, denn Meditation bedeutet, mit sich allein zu sein.

    Wenn ihr euch selbst hasst – und das tut ihr, denn das hat man euch so beigebracht, und ihr habt es mit religiösem Eifer befolgt ... Wenn ihr euch selbst hasst, wie könnt ihr es mit euch allein aushalten? Meditation bedeutet nichts anderes, als dein wunderbares Alleinsein zu genießen. Dich selbst zu feiern – darum geht es in der Meditation. Meditation ist keine Beziehung. Der andere wird überhaupt nicht gebraucht, man ist sich selbst genug. Man ist gebadet im eigenen Licht, im eigenen Glanz. Man erfreut sich einfach daran, dass man lebt, dass man ist.

    Das größte Wunder auf der Welt ist, dass du bist, dass ich bin. Zu sein ist das größte Wunder. Und Meditation öffnet die Türen zu diesem größten Wunder. Doch nur wer sich selbst liebt, kann meditieren; sonst wird er sich meiden und immer vor sich selbst davonlaufen. Wer möchte schon ein hässliches Gesicht ansehen? Wer möchte schon ein hässliches Wesen näher ergründen? Wer möchte schon tief in den eigenen Schlamm hinabtauchen, in die eigene Dunkelheit? Wer möchte sich schon in die Hölle begeben, die er in sich findet? Lieber möchte er das Ganze hinter schönen Blumen verstecken. Lieber läuft er ständig vor sich selbst davon.

    Darum suchen die Menschen ständig die Gesellschaft von anderen; sie können nicht mit sich allein sein. Darum wollen sie immer mit anderen zusammen sein, und dazu ist ihnen jede Art von Gesellschaft recht, wenn sie nur die eigene Gesellschaft vermeiden können. Dazu ist ihnen alles recht. Sie sitzen stundenlang im Kino, um sich irgendeinen dummen Film anzuschauen. Sie lesen stundenlang Krimis und vertun ihre Zeit damit. Sie lesen immer wieder die gleiche Zeitung, nur um eine Beschäftigung zu haben. Sie spielen Karten, spielen Schach, nur um die Zeit totzuschlagen. Als hätten sie zu viel Zeit!

    Die Liebe beginnt bei dir selbst. Nur von da kann sie sich weiter ausbreiten, und das tut sie von ganz allein – du brauchst nichts zu tun, damit sie sich ausbreitet.

    Liebe dich selbst”, sagt Buddha und er fügt sogleich hinzu: “und beobachte.” Das ist Meditation, dies ist Buddhas Ausdruck für Meditation. Doch die erste Voraussetzung ist, dich selbst zu lieben – und dann zu beobachten. Wenn du dich nicht liebst und trotzdem anfängst, dich zu beobachten, könntest du auf den Gedanken kommen, Selbstmord zu begehen.

    Viele Buddhisten haben Selbstmordgedanken, weil sie dem ersten Teil dieses Lehrsatzes keine Beachtung schenken. Sie springen sofort zum zweiten Teil: 'Beobachte dich selbst.' Tatsächlich habe ich keinen einzigen Kommentar zum Dhammapada – wie die Reden Buddhas genannt werden – gefunden, der diesem ersten Teil des Satzes Beachtung geschenkt hatte: “Liebe dich selbst.”

    Sokrates sagt: “Erkenne dich selbst” – Buddha sagt: “Liebe dich selbst.” Doch was Buddha sagt, ist viel wahrhaftiger, denn solange man sich selbst nicht liebt, kann man sich unmöglich selbst erkennen. Die Erkenntnis kommt erst später, wenn der Boden dafür von der Liebe bereitet wurde. Die Liebe schafft erst die Möglichkeit zur Selbsterkenntnis. Liebe ist der rechte Weg, um sich selbst zu erkennen.

    Zuerst heißt es: Liebe dich selbst, dann erst folgt: Beobachte – heute, morgen, immer. Schaffe dir ein liebevolles Umfeld. Liebe deinen Körper, liebe deinen Verstand. Liebe all deine Funktionen, deinen ganzen Organismus. Mit Liebe ist gemeint, alles zu akzeptieren, wie es ist. Versuche nichts zu unterdrücken. Wir unterdrücken nur, was wir hassen. Wir unterdrücken nur etwas, das wir nicht wahrhaben wollen. Unterdrücke nichts, denn wie willst du es beobachten, wenn du es unterdrückst? Wir können unserem Feind nicht ins Auge sehen, nur unserem Liebsten. Nur wenn du ein Liebhaber deiner selbst bist, kannst du dir in die Augen schauen, ins eigene Gesicht, in die eigene Wirklichkeit.

    Beobachten bedeutet Meditation, es ist Buddhas Bezeichnung für Meditation. “Beobachte”! – Das ist Buddhas Weckruf. Er meint damit: Sei aufmerksam, sei bewusst, sei nicht unbewusst! Verhalte dich nicht wie im Schlaf. Benimm dich nicht ständig wie eine Maschine, wie ein Roboter. Aber so sind die Menschen.

    Beobachte – beobachte einfach. Buddha sagt nicht, was man beobachten soll. Alles! Wenn du gehst, beobachte, wie du gehst. Wenn du isst, beobachte, wie du isst. Wenn du unter der Dusche stehst, beobachte, wie das Wasser, das kühle Wasser auf dich herabfällt, wie seine Kühle dich berührt und ein Zittern über deinen Rücken läuft ... Beobachte alles – heute, morgen, immer.

    Und irgendwann kommt der Augenblick, wo du sogar im Schlaf beobachten kannst. Das ist der Gipfelpunkt des Beobachtens. Der Körper schläft, aber der Beobachter ist wach und beobachtet still den schlafenden Körper. Das ist die höchste Form der Beobachtung. Bisher ist genau das Gegenteil der Fall: Dein Körper ist wach, aber du schläfst. Dann wirst du wach sein und dein Körper wird schlafen. Der Körper braucht Ruhe, aber das Bewusstsein braucht keinen Schlaf. Das Bewusstsein ist bewusstes Sein. Wachheit ist seine wahre Natur.

    Indem du achtsamer wirst, wachsen dir Flügel – dann gehört dir der ganze Himmel. Der Mensch ist die Verbindung von Erde und Himmel, Körper und Seele.
    Osho, The Way of the Buddha: The Dhammapada

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    Alt 13.10.2017, 05:21   #162
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    Eine Verkettung unglücklicher Umstände:
    die eigene Erwartungshaltung an sich selber, das Kritisieren, das eigene Erfüllenwollen.

    Die Selbstliebe, die auf Schmalspur fährt.

    alles Liebe
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    Alt 20.10.2017, 08:50   #163
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    Alleinsein

    Alleinsein und Stille sind zwei Aspekte einer einzigen Erfahrung, zwei Seiten derselben Münze. Wenn man Stille erfahren möchte, muss man total in sein Alleinsein gehen. Dort ist sie zu finden.

    Wir werden allein geboren, wir sterben allein. Zwischen diesen beiden Gegebenheiten erschaffen wir uns tausendundeine Illusion darüber, dass wir verbunden sind – in allen möglichen Beziehungen, mit Freunden und Feinden, Liebes- und Hassbeziehungen, Nationen, Rassen, Religionen. Wir erschaffen alle möglichen Halluzinationen, nur um einer Tatsache zu entgehen: dass wir allein sind. Doch was auch immer wir tun, wir können die Wahrheit nicht verändern. Es ist einfach so, und anstatt zu versuchen dem zu entfliehen, ist der beste Weg diese Wahrheit zu genießen.

    Dein eigenes Alleinsein zu genießen, das ist was Meditation ausmacht. Der Meditierer ist jemand, der tief in sein Alleinsein eintaucht und der weiß, dass wir allein geboren werden, dass wir allein sterben werden und in der Tiefe allein sind. Warum also nicht erfahren, was dieses Alleinsein ist? Es ist unsere wahre Natur, unser reines Sein.
    (Osho, The Sound of One Hand Clapping, Talk #14)

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    Alt 20.10.2017, 09:06   #164
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    zu Beitrag 163:
    Stille und Alleinsein braucht es. Ohne Ablenkungen, ohne "Flucht" vor dem, was aus der
    inneren Tiefe an die Oberfläche. Mal eben so Stille und Alleinsein zwischen Tür und Angel zu erleben, funktioniert nicht. Es wirklich still werden lassen und nicht nur ruhig.
    Dem etwas tun zu wollen, der Unruhe, die sich ausbreitet, liebevoll, sanft und gütig
    begegnen. Beides und anderes, was sich von innen auftut, darf so sein, wie es ist.
    Ruhe läßt sich nicht erzwingen durch irgendwelches Absitzen von Methoden. Letztgenanntes ist nicht als Kritik gemeint. Insgesamt betrachtet, vor allem bei den etlichen Osho-Beiträgen, sind es eigene Erfahrungen, die wirklich gewollt waren und gewollt sind.
    Ohne dieses wirkliche Wollen geht es nicht. Es funktioniert nicht. Nur auf Impulse von Außen hin funktioniert nicht.

    alles Liebe
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    Alt 20.10.2017, 09:14   #165
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    Osho über Einsamkeit

    Ich leide sehr an Einsamkeit. Was kann ich da tun?

    Die Dunkelheit der Einsamkeit, kann nicht direkt bekämpft werden. Es ist für jeden wichtig, zu verstehen, dass es einige grundlegende Dinge gibt, die nicht verändert werden können. Und eines der wesentlichsten ist: Du kannst nicht direkt gegen Dunkelheit ankämpfen, nicht direkt gegen die Einsamkeit, nicht direkt gegen die Angst vor Isolation. Einfach, weil diese Dinge nicht wirklich existieren, sie sind nur die Abwesenheit von etwas anderem, so wie Dunkelheit eine Abwesenheit von Licht ist.

    Was machst du nun, wenn du nicht willst, dass es dunkel ist im Raum? Du machst gar nichts mit der Dunkelheit – nicht wahr? Du kannst sie nicht wegschieben. Es gibt keine Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass die Dunkelheit verschwindet. Du musst etwas mit dem Licht machen. Jetzt ändert sich die ganze Situation; und daher nenne ich es, eins der wesentlichen, fundamentalen Dinge. Du berührst die Dunkelheit nicht einmal; du denkst nicht über sie nach. Es macht keinen Sinn, sie existiert nicht, sie ist nur eine Abwesenheit.


    Bring einfach Licht herein und du wirst gar keine Dunkelheit mehr finden, weil sie die Abwesenheit des Lichts war, einfach nur die Abwesenheit des Lichts – nichts Stoffliches mit einem eigenen Wesen, nichts was existiert. Aber einfach, weil kein Licht da war, hast du einen falschen Eindruck von der Existenz der Dunkelheit bekommen.

    Du kannst dein ganzes Leben lang weiter gegen diese Dunkelheit kämpfen und du wirst nichts ausrichten, doch schon eine kleine Kerze genügt, um sie aufzulösen. Du musst für das Licht arbeiten, denn es ist positiv, existenziell; es existiert selbständig. Und wenn das Licht kommt, verschwindet alles, was in seiner Abwesenheit war von allein.

    Einsamkeit ist so ähnlich wie Dunkelheit.

    Du kennst dein Alleinsein nicht. Du hast dein Alleinsein und seine Schönheit nicht erfahren, seine enorme Kraft, seine Stärke. Einsamkeit und Alleinsein sind in den Wörterbüchern dasselbe, aber die Existenz kümmert sich nicht um eure Wörterbücher. Und niemand hat jemals versucht, ein existenzielles Wörterbuch zu schreiben, eins das nicht im Widerspruch zur Existenz steht.

    Einsamkeit ist eine Abwesenheit.

    Weil du dein Alleinsein nicht kennst, hast du Angst. Du fühlst dich einsam, also willst du dich an etwas festhalten, an irgendjemandem, an einer Beziehung, einfach um die Illusion zu aufrecht zu erhalten, dass du nicht einsam bist. Aber du weißt, dass du es bist - daher der Schmerz. Einerseits hältst du an etwas fest, was nicht real ist, nur eine vorübergehende Vereinbarung – eine Beziehung, eine Freundschaft.

    Und während du in der Beziehung bist, kannst du dir eine kleine Illusion schaffen, um deine Einsamkeit zu vergessen. Aber hier liegt das Problem: obwohl du für einen Moment deine Einsamkeit vergessen kannst, wird dir gleich im nächsten Moment plötzlich bewusst, dass die Beziehung oder die Freundschaft nicht von Dauer ist. Gestern hast du diesen Mann oder diese Frau noch nicht gekannt, ihr ward Fremde. Heute seid ihr Freunde— wer weiß was morgen ist? Morgen könntet ihr wieder Fremde sein – deshalb der Schmerz.

    Die Illusion gibt dir einen gewissen Trost, aber sie kann keine Wirklichkeit schaffen, in der alle Ängste verschwinden. Sie unterdrückt die Angst, damit du dich an der Oberfläche gut fühlst -– wenigstens versuchst du, dich gut zu fühlen. Du machst dir selbst vor: wie wunderbar ist die Beziehung, wie wunderbar ist der Mann oder die Frau. Aber hinter der Illusion - und die Illusion ist so dünn, dass du dahinter schauen kannst – ist ein Schmerz in deinem Herzen, denn das Herz weiß genau, das morgen die Dinge nicht dieselben sein könnten...und sie sind es nicht.

    Deine ganze Lebenserfahrung bestätigt dir, dass alles sich immer wieder verändert. Nichts ist von Dauer; du kannst dich an nichts festhalten, in einer Welt, die sich verändert. Du wolltest deine Freundschaft dauerhaft machen aber dein Wunsch ist gegen das Gesetz der Veränderung und das Gesetz macht keine Ausnahmen. Es macht einfach sein eigenes Ding. Es wird verändern – alles.

    Vielleicht wirst du auf lange Sicht eines Tages verstehen, wie gut es war, dass die Existenz nicht auf dich gehört hat, dass sie sich nicht um dich gekümmert hat und einfach das weiter gemacht hat, was sie tun wollte.....nicht nach deinem Wunsch.

    Es mag ein bisschen dauern, bis du es verstehst. Du willst, dass dieser Freund für immer dein Freund ist, aber morgen verwandelt er sich in einen Feind. Oder du sagt: “Verschwinde!“ und er ist nicht mehr mit dir zusammen. Jemand anderes tritt an seine Stelle, der ihm weit überlegen ist. Dann wird dir plötzlich klar, dass es gut war, dass der andere verschwunden ist, sonst wärst du mit ihm stecken geblieben. Aber die Lektion geht noch nicht so tief, dass du aufhörst um Beständigkeit zu bitten.

    Du wirst um Beständigkeit mit diesem Mann, mit dieser Frau zu bitten: jetzt soll diese Beziehung sich nicht verändern. Du hast die Lektion nicht wirklich verstanden, dass Veränderung der eigentliche Stoff des Lebens ist. Du musst es verstehen und dich darauf einstellen. Schaff dir keine Illusionen: sie werden nicht helfen. Und jeder schafft sich andere Arten von Illusionen.

    Es gibt Menschen, die hinter Macht her sind, aber der Grund ist dergleiche. Wenn sie Macht haben, sind so viele Menschen bei ihnen, Millionen von Menschen sind unter ihrer Herrschaft. Sie sind nicht allein. Sie sind große politische und religiöse Führer. Aber Macht verändert sich. An einem Tag hast du sie, am anderen Tag ist sie fort, und auf einmal verschwindet die ganze Illusion. Du bist einsamer, als irgendjemand sonst, weil die anderen daran gewöhnt sind, einsam zu sein. Du bist nicht daran gewöhnt... deine Einsamkeit tut dir mehr weh.

    Die Gesellschaft hat versucht, Vereinbarungen zu treffen, damit du deine Einsamkeit vergessen kannst. Arrangierte Ehen sind nur ein Versuch, dir die Sicherheit zu geben, dass deine Frau mit dir zusammen bleibt. Alle Religionen sind gegen die Scheidung, einfach weil durch die Scheidung der wesentliche Zweck der Ehe zerstört wird. Der Zweck der Ehe war, dir einen Gefährten zu geben, einen lebenslangen Gefährten.

    Aber selbst wenn eine Ehefrau oder ein Ehemann das ganze Leben mit dir zusammen bleibt, bedeutet es nicht, dass die Liebe bestehen bleibt. In Wirklichkeit geben sie dir statt einem Gefährten, eine Last zu tragen. Als du einsam warst, hattest du schon Schwierigkeiten, und jetzt musst du noch einen anderen Menschen tragen, der einsam ist. Und in diesem Leben gibt es keine Hoffnung, denn wenn die Liebe einmal verschwindet, seid ihr beide einsam and müsst euch gegenseitig ertragen. Jetzt gibt es keine Anziehungskraft mehr zwischen euch; ihr könnt euch höchstens geduldig ertragen. Eure Einsamkeit hat sich durch die gesellschaftliche Strategie der Ehe nicht verändert.

    Jeder Versuch, die Einsamkeit zu vermeiden ist gescheitert und wird scheitern, weil er gegen die Grundlagen des Lebens ist. Du brauchst nicht etwas, was dich deine Einsamkeit vergessen lässt. Du musst dir deines Alleinseins bewusst werden; es ist die Wirklichkeit. Und es ist so schön, es zu erfahren, es zu fühlen, weil es deine Freiheit von der Menge ist, vom anderen. Es ist deine Freiheit von der Angst, dich einsam zu fühlen.

    Schon das Wort “Einsamkeit“ erinnert sofort daran, dass es so etwas wie eine Wunde ist: etwas wird gebraucht um sie auszufüllen. Es gibt eine Lücke und sie tut weh: mit irgendetwas muss sie gefüllt werden. Das Wort “Alleinsein“ hat nicht dieselbe Bedeutung einer Wunde, einer Lücke, die gefüllt werden muss. Alleinsein bedeutet einfach Vollständigkeit. Du bist ganz; niemand anderes wird gebraucht, um dich vollständig zu machen.

    Versuche also, dein innerstes Zentrum zu finden, dort, wo du immer allein bist, immer allein gewesen bist. Im Leben, im Tod - wo immer du bist, wirst du allein sein. Aber es ist so eine Fülle - es ist nicht leer, es ist so voll und so vollkommen und so überfließend mit Lebenssaft, mit all den Schönheiten und Segnungen der Existenz - sobald du einen Geschmack vom Alleinsein bekommen hast verschwindet der Schmerz in deinem Herzen. Stattdessen wird es einen neuen Rhythmus in dir geben, von ungeheurer Süße, Frieden, Freude, Glückseligkeit.

    Es bedeutet nicht, dass jemand, der in seinem Alleinsein zentriert ist, der vollständig ist in sich selbst, keine Freunde finden kann - in Wirklichkeit kann nur er Freunde haben, weil es jetzt keine Notwendigkeit mehr ist, es ist einfach ein Teilen. Er hat so viel; er kann es teilen.

    Es gibt zwei Arten von Freundschaft. In einer Freundschaft bist du ein Bettler - du brauchst etwas vom anderen, um deine Einsamkeit zu ertragen - und der andere ist auch ein Bettler; er will dasselbe von dir. Und natürlich können zwei Bettler sich gegenseitig nicht helfen. Bald sehen sie, dass das Betteln bei einem anderen Bettler, ihre Bedürftigkeit verdoppelt oder vervielfacht hat. Statt einem Bettler gibt es jetzt zwei.
    Und wenn sie unglücklicherweise Kinder haben, dann gibt es eine ganze Kompanie von Bettlern, die alle um etwas bitten – und niemand hat etwas zu geben.

    Also ist jeder frustriert und wütend, und hat das Gefühl, er ist getäuscht, betrogen worden. Aber in Wirklichkeit täuscht niemand und betrügt niemand, denn was haben wir schon?

    Die andere Art der Freundschaft, die andere Art von Liebe, hat eine völlig andere Qualität. Sie kommt nicht aus einer Bedürftigkeit, sie kommt aus einem Überfluss, den du teilen willst. Eine neue Art der Freude ist in dein Wesen gekommen, die dir vorher nie bewusst war – die des Teilens. Du hast immer gebettelt.

    Wenn du teilst, geht es nicht darum, festzuhalten. Du fließt mit der Existenz, du fließt mit der Veränderung des Lebens, weil es nicht wichtig ist, mit wem du teilst. Es kann morgen derselbe Mensch sein – derselbe Mensch dein ganzes Leben lang – oder es können verschiedene Menschen sein. Es ist kein Vertrag, es ist keine Ehe; es kommt einfach aus deiner Fülle, dass du etwas geben willst. Wer immer gerade in deiner Nähe ist, du gibst es. Und zu Geben ist so eine Freude.

    Betteln ist so ein Elend. Selbst wenn du etwas durch das Betteln bekommst, wirst du unglücklich bleiben. Es tut weh. Es verletzt deinen Stolz, es verletzt deine Integrität. Doch das Teilen lässt dich mehr in deiner Mitte sein, integrierter, stolzer, aber nicht egoistischer – eher stolz darauf, dass die Existenz so mitfühlend mit dir war. Es ist nicht das Ego, ist ein völlig anderes Phänomen... Ein Erkennen, dass die Existenz dir etwas erlaubt hat, wonach Millionen Menschen suchen, aber an der falschen Tür. Du warst zufällig an der richtigen Tür.

    Du bist stolz auf deine Glückseligkeit und alles, was die Existenz dir gegeben hat. Die Angst verschwindet, die Dunkelheit verschwindet, der Schmerz verschwindet, die Sehnsucht nach dem anderen löst sich auf.

    Du kannst jemanden lieben, und wenn er jemand anderen liebt, wird es keine Eifersucht geben, denn du hast mit so viel Freude geliebt. Es war kein Festklammern. Du hast den anderen nicht gefangen gehalten. Du hast keine Angst gehabt, der andere könnte dir aus den Händen gleiten, jemand anders könnte eine Liebesaffäre mit ihm anfangen....

    Wenn du einfach deine Freude teilst, schaffst du für niemanden ein Gefängnis. Du gibst einfach. Du erwartest nicht einmal Erkenntlichkeit oder Dankbarkeit, weil du nicht gibst, um irgendetwas zu bekommen, nicht einmal Dankbarkeit. Du gibst, weil du so erfüllt bist, dass du geben musst.

    Also werde ich dir nicht sagen, irgendetwas mit deiner Einsamkeit zu machen.

    Suche nach deinem Alleinsein.

    Vergiss die Einsamkeit, vergiss die Dunkelheit, vergiss den Schmerz. Sie sind nur die Abwesenheit vom Alleinsein. Die Erfahrung des Alleinseins wird sie sofort auflösen. Und es ist dieselbe Methode: beobachte einfach deinen Verstand, sei aufmerksam. Werde immer bewusster, so dass du dir schließlich nur noch deiner selbst bewusst bist. Das ist der Moment, wo du dir des Alleinseins bewusst bist.

    Versuche immer festzustellen, ob das, was dir zum Problem wird, etwas Negatives oder etwas Positives ist. Wenn es etwas Negatives ist, dann kämpfe nicht damit; kümmere dich gar nicht darum. Suche einfach nach dem Positiven, und du wirst an der richtigen Tür sein.

    Die meisten Menschen auf der Welt misslingt es, weil sie anfangen, direkt mit der negativen Tür zu kämpfen.

    Es gibt keine Tür, es gibt nur Dunkelheit, es gibt nur eine Abwesenheit. Und je mehr sie kämpfen, desto mehr versagen sie, sie werden immer deprimierter, pessimistischer....und kommen schließlich darauf, dass das Leben keine Bedeutung hat, dass es nur eine Quälerei ist. Aber ihr Fehler ist, dass sie durch die falsche Tür hereingekommen sind.

    Bevor du also ein Problem angehst, schaue dir das Problem an, ist es die Abwesenheit von etwas? Und all deine Probleme sind die Abwesenheit von etwas. Und wenn du einmal herausgefunden hast, wovon sie die Abwesenheit sind, dann suche nach dem Positiven. Und in dem Moment wo du das Positive findest, das Licht, ist die Dunkelheit vorüber.
    (OSHO - The Path of the Mystic, chapter 19)

    alles Liebe
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    Alt 20.10.2017, 09:17   #166
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    Alleinsein (Osho)

    Die Fähigkeit, alleine zu sein entspricht der Fähigkeit, zu lieben. Es mag paradox erscheinen, doch das ist es nicht. Es ist eine grundlegende Wahrheit. Nur jene, die alleine sein können, können lieben, können teilen, können zum tiefsten Kern einer Person durchdringen, ohne sie zu besitzen, ohne abhängig von ihr oder süchtig nach ihr zu werden. Sie erlauben anderen die volle Freiheit, denn sie wissen, wenn sie verlassen werden, sind sie genau so glücklich wie vorher. Ihre Freude kann nicht genommen werden, weil sie nicht von anderen stammt. - Geistesblitze | Osho

    alles Liebe
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    Alt 20.10.2017, 09:28   #167
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    Reife hat einen Duft. Sie verleiht dem Menschen eine ungeheure Schönheit und Intelligenz. Sie macht ihn zu lauter Liebe. Sein Handeln ist Liebe, sein Nichthandeln ist Liebe. Sein Leben ist Liebe, sein Tod ist Liebe. Er ist eine Blume der Liebe. Je tiefer ein Mensch nach innen geht, desto reifer wird er. Sobald er bei seinem innersten Zentrum angekommen ist, ist seine Reife vollkommen. Im selben Moment verschwindet seine Persönlichkeit, und es bleibt nur Präsenz. Das Selbst verschwindet, und es bleibt Stille. (Osho)

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