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    Alt 27.01.2008, 19:44   #1
    fjodor24
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    In diesen Thread werden Märchen aus der Serie Der Nackte Bär von Fjodor Ursus eingestellt.

    Der Nackte Bär von Fjodor Ursus ist eine Märchenfigur, nämlich ein verwunschener Prinz, der als Bär im Wald haust. Das wird in dem Pilotmärchen, Der nackte Bär und das Bauernmädchen, dargestellt. Die Figur des verwunschenen Prinzen als Bären gibt es natürlich schon bei Schneeweißchen und Rosenrot. Dem Bären von Fjodor Ursus sind aber vor Hunger die Haare ausgefallen, deswegen ist er nackt.

    Die vollständige Sammlung der Märchen gibt es unter: http://der1nackte1baer1maerchen.oyla...m_homepage.cgi

    Hier nun das neueste Märchen:


    Der Sarg der Königin

    Es war einmal eine kleine Königstochter von neun Jahren. Sie lebte in einem Schloss, wie es sich gehört. Sie wohnte dort aber nur mit ihrem Vater, dem König. Die Königin war kurz nach der Geburt der Tochter gestorben. Eines Nachts wachte die kleine Königstochter auf und sah vor ihrem Fenster eine Frau stehen. Doch bald brach die Morgendämmerung herein und die Frau verschwand wieder. In der nächsten Nacht blieb die kleine Königstochter absichtlich wach und sah bald wieder die Frau durch das Fenster. Nun stand sie auf und ging zum Fenster. Die Frau ging aber daraufhin fort. Die kleine Königstochter indes war sehr neugierig, und so folgte sie heimlich der Frau. Die Frau ging in den nahegelegenen Wald. Dort stand unter einer großen alten Eiche ein Sarg, in dem sie verschwand. Die kleine Königstochter merkte sich die Stelle und beschloss, am nächsten Tag hinzugehen. So geschah es auch. Sie ließ sich jedoch aus Vorsicht vom Hofjäger begleiten. Als sie an der großen alten Eiche ankamen, stand dort wirklich ein Sarg. Der Hofjäger öffnete den Sarg, und in dem Sarg lagen Menschenknochen. Er nahm die Menschenknochen an sich, und sie gingen ins Schloss zurück. In der nächsten Nacht wachte die kleine Königstochter wieder auf. Doch was war das? Diesmal standen der Nackte Bär und die Frau am Fenster. Die kleine Königstochter stand auf und ging zu den beiden hin. Darauf lief die Frau zum Haus des Hofjägers und der Nackte Bär in den Wald. Am nächsten Tag erzählte die kleine Königstochter alles dem Hofjäger. Der sagte aber nur, dass sie sich nun keine Sorgen mehr machen müsse, da die Knochen ja längst vergraben seien. Die kleine Königstochter war aber argwöhnisch und beobachtete den Hofjäger. Der machte sich mit seinem Gewehr in den Wald auf. Heimlich folgte sie ihm. Endlich kam der Hofjäger zu der großen alten Eiche, wo der Sarg stand. Doch in dem Sarg lag jemand: Der Nackte Bär. Der Hofjäger legte an, um den Nackten Bären zu erschießen. „Nicht schießen!“ Rief da die kleine Königstochter, und der Nackte Bär wachte auf. „Ich habe überhaupt nicht gut geschlafen.“ Sagte der Nackte Bär verärgert und warf den Sargdeckel in Richtung Hofjäger, sodass dem das Gewehr aus den Händen geschlagen wurde und entzwei ging. „Ich habe geträumt, ich bin zu einem Schloss gegangen und habe einer kleinen Königstochter beim Schlafen zugesehen.“ Fügte der Nackte Bär noch hinzu. „Das hast Du nicht geträumt!“ Erwiderte da die kleine Königstochter und erzählte, dass sie ihn gesehen hätte. „Das muss an dem Sarg liegen.“ Sagte der Nackte Bär. Und so trug er den Sarg zum Königsschloss. Dort erzählte die kleine Königstochter alles dem König und zeigte ihm eine Stelle bei dem Haus des Hofjägers, wo die Erde noch aufgewühlt war. Der König ließ dort Graben, und man fand die Knochen aus dem Sarg. Der König besah sich die gefunden Knochen genau und entdeckte eine Eigenart, eine Einkerbung auf der Stirn des Totenschädels. Genau an der Stelle hatte die Königin, als sie noch lebte, ein Narbe gehabt. Dann ließ der König den Priester holen, um die Königsgruft zu öffnen. Tatsächlich fehlten der Sarg und die Gebeine der verstorbenen Königin, aber auch der Ganze Schmuck war verschwunden. Da erinnerte sich der Nackte Bär, dass die Frau mit ihm gesprochen hatte. Sie hatte erzählt, dass sie die verstorbene Königin sei, deren Sarg einst gestohlen, deren Schmuck geraubt und deren Ruhe gestört worden war durch den gierigen Hofjäger. Seitdem sei sie nachts immer voller Unruhe und könne erst Frieden finden, wenn sie wieder in der Königsgruft in ihrem Sarg liegen würde. Als der König das gehört hatte, ließ er das Haus des Hofjägers durchsuchen bis man den Schmuck der Königin gefunden hatte. Da wurde der Hofjäger in den Turm gesperrt. Die Gebeine der Königin aber wurden wieder in die Königsgruft geschafft. Von nun an konnte die kleine Königstochter endlich wieder ruhig schlafen. Der Nackte Bär aber bekam einen riesigen Napfkuchen als Belohnung und war noch oft zu Besuch im Königsschloss.


    Außerdem sind alle Forenbesucher eingeladen, sich dem Thema zuzuwenden. Insulaire beispielsweise hat das schon mit folgendem Gedicht getan:


    Ein Elefant, nacktgrau und schwer,


    der liebte einen nackten Bär.


    Doch wär


    der Bär


    ein haariger,


    so liebte er ihn weniger.


    Er fiele übers Bärchen her


    mit einem großen Rasenmähr,


    damit der Bär


    so nackt wie er


    wär.


    Beste Grüsse

    Fjodor Ursus

    Geändert von Insulaire (12.06.2010 um 15:37 Uhr) Grund: Link berichtigt
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    Alt 27.01.2008, 21:30   #2
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    Hallo Fjodor, schööööön, Dich hier zu "sehen".

    Freu' mich! Anhang 205996 Insu
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    Alt 30.01.2008, 14:54   #3
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    Ein nackter Bär , ganz haarlos,

    bloß,

    saß frierend dort im Märchenschloss

    und dachte hin und dachte her,

    wie schön es wohl als Wuschel-Bär

    mit Haaren wär.

    Da kamen Fuchs, Laus, Wolf und Schaf,

    ganz leis und brav,

    als weinend er und ohne Schlaf

    sich unter'm Vollmond wälzt,

    sich sehnend voller Schmerz

    nach einem Nerz.

    Die vier Besucher dieser Nacht,

    die hatten so bei sich gedacht:

    "'S-wär doch gelacht,

    könnt man dem nackten Bär'n nicht helfen.

    Da fragen wir doch mal die Elfen

    zur Geisterstund um Zwölfen."

    Die Elfen meinten: "Los, - rasieren!

    Ihr müsst Euch wirklich nicht genieren,

    ihr Vieren.

    Aus euren molligwarmen Wollen,

    den tollen,

    flauschigvollen,

    wird flugs ein Bärenfell gestrickt!"

    Und, wie verrückt,

    - es glückt!

    Der nackte Bär, - er ist entzückt!
    __________________
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    Alt 30.01.2008, 14:55   #4
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    schwarz oder weiß

    Es waren mal ... zwei nackte Bären,

    die wollten schwarz für weiß erklären.


    Der eine brummt "ich liebe dich",

    - doch gibt dem andern einen Tritt.

    Der andre knurrt "du kannst mich mal",

    - doch windet sich in Liebesqual.


    Der eine tut, als wär' er lieb,

    obwohl ihn nur die Häme trieb.

    Der andre lügt sich an, meint schnell,

    er hätt' ja soo ein dickes Fell.


    Doch beide sind sie in der Tat

    durchschaubar. - Ihre Seelen nackt.

    Aus Weiß mach Schwarz und umgekehrt.

    Bei manchen "Bär'n" läuft 'was verkehrt.
    __________________
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    Alt 30.01.2008, 17:25   #5
    fjodor24
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    Und die Moral von der Geschichte:

    Glaub niemals zweien Nackten nichte,

    die sich in Rollen noch begeben,

    als würden sie da mehr erleben.

    Und dann am Ende für die beiden

    stehen nur jede Menge Leiden.

    Last Euch darum nicht auch verleiten,

    diesen Parcours par force zu reiten.

    Was steckt nun hinter allen diesen

    Worten, die so schnell hier spriesen:

    Wer nackt, der kann sich nur bewähren

    als singulärer Märchenbären.


    Fjodor Ursus
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    Alt 04.02.2008, 02:39   #6
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    Der Nackte Bär in Berlin

    Tief im Märchenwald, auf einer dunkelblauen Wolke, schlief laut schnarchend

    ... der Nackte Bär.

    Nachdem er einer der Märchenhexen ihr schwarzes Lieblingswildschwein gemoppst,

    ihren Melonengarten geplündert und alles zusammen mit großem Appetit verzehrt

    hatte, lag er satt und schwer im Tiefschlaf und bemerkte nicht, dass er immer tiefer

    und tiefer in seiner Märchenbettwolke versank. - Und da, auf einmal, - schwupp,

    rutschte er hindurch und fiel ... hinunter auf die Erde.

    Rumms. Da lag er nun. Mitten in Berlin. Nachts.

    Benommen öffnete er seine schwarzen runden Bärenaugen. Lichter. Ein Lichtermeer

    rings um ihn herum. Was stand da auf einem alten verrosteten Schild?: 'Kudamm'.

    "Kuh?-Damm?", dachte der Nackte Bär, "mm-jamm, sicher gibt es hier Gutes zu futtern".

    Tja, - ein Fresstempel neben dem anderen, jeder getaucht in flackernd blaue, rote, gelbe

    Neonbuchstaben. Doch, ohje, alle Türen so eng, dass der dicke Nackte Bär nirgends

    hindurchpasste. Also wanderte er weiter, - und weiter. Auf seinem Weg durch Berlin

    sah er viele Bären, verkleidete Bären, "phhhh", - na, aber das sah doch jeder Blinde!

    Er schnappte die Worte "Fasenach" auf, "Fasching", "Karneval"; - sie sagten ihm nichts.

    So kam der Nackte Bär auch zum Finanzamt nach Zehlendorf - und staunte nicht

    schlecht, dort eine dicke alte nackte Bärin zu finden, die ihn sogleich weiterschickte

    zum Spandauer Damm und meinte, dort würde er einen Gleichgesinnten finden.

    Dem Nackten Bären schmerzten die Tatzen, - doch er tappte folgsam kreuz und quer

    durch Berlin, als ihn der Spandauer weiterschickte zu den nackten Bären am Stadtbad,

    diese ihn nach Frohnau verwiesen und der große Nacktbär, der dort auf einer riesigen

    Kugel thronte, ihm den Rat gab, doch einmal im Zoo zu versuchen, dort Freunde und

    etwas Fressbares zu finden.

    Als der Nackte Bär müde und mit wunden Nacktbärenpfoten im Zoo ankam, erschrak

    er fürchterlich. Eisbären in allen Größen, Braunbären, Schwarzbären, Koalabären ...,

    alle dicht bewachsen, dick befellt. Oh-nein, - mit ihnen wollte er nicht fressen, nicht

    spielen, nicht träumen - und schon gar nicht in ihren eng bemessenen Käfigen leben.

    Traurig schleppte sich der Nackte Bär hinfort, weiter und weiter. Bald sah er einen hohen,

    hohen Turm. 'Fernsehturm Berlin' stand da auf einem gelben Schild. "Dort hinauf werde

    ich steigen", dachte der Nackte Bär, " und von oben versuchen, wieder auf meine geliebte

    blaue Wolke und ins Märchenland zu gelangen".

    Er erzwang sich einen Weg ins Innere des Turmes, betrat eine enge Kapsel, drückte dort

    auf einen Knopf "nach oben", sauste in Windeseile in die Höhe - und stand bald darauf

    auf einer Plattform hoch über Berlin.

    Dort, auf einem Gitter, saß ... eine alte grüne Hexe. Sie kicherte und lachte so sehr,

    dass grüner heißer Schleim aus allen ihren Poren tropfte. "Hehehehe, hier finde ich

    Dich also, Nackter Bär. Ich mache Dir ein Geschenk! Duuu hast meine Hexenschwester

    mit deinem Schweine- und Melonenraub so sehr geärgert, dass mir vor Schadenfreude

    das Herz im Leibe schwoll. Dafür werde ich Dich, wenn Du es denn wünschst, wieder

    hinauf in Deinen Märchenwald bringen."

    Noch niemals zuvor war der Nackte Bär so froh gewesen, einer Hexe zu begegnen.

    Schnell willigte er ein, setzte sich hinter der Märchenhexe auf deren Besen, - und

    in Windeseile durchflogen sie die Berliner Luft, duchstießen alle menschlichen Gedanken,

    alle irdischen Wölkchen, und landeten in wenigen Minuten mitten im wunderschön

    geheimnisvollen, heimatlichen Märchenwald.

    Der Nackte Bär fühlte sich so überglücklich, dass er die grüne Hexe fest umpfotete und

    sie voller Dankbarkeit voll auf ihren zahn- und lippenlosen Mund küsste.

    "Iiiigitt", schrie die Hexe - und machte sich schleimigst aus dem Staube.

    Und der Nackte Bär schwor sich, nie, nie, nie mehr so viel auf einmal zu fressen,

    dass er wieder sooo schwer würde, durch sein kuschligblaues Wolkenbett zu plumpsen.
    __________________
    Insu
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    Alt 04.02.2008, 09:06   #7
    fjodor24
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    Nun ja, Ausflüge nach Berlin sind mitunter anstrengend. Dein Text, Insulaire, wird wie immer mit Deiner freundlichen Genehmigung auf meiner Homepage zu lesen sein. Und nun endlich auch mal wieder von meiner Seite ein kleines Märchen:

    Das Schwein und das Huhn

    Ein Schwein und ein Huhn hatten Freundschaft geschlossen und verbrachten die Tage immer gemeinsam miteinander. Sie führten ein einfaches aber einträgliches Leben. Eines Tages nun sagte das Schwein zum Huhn: „Ich will einige Tage auf Reisen gehen und sehen, ob ich nicht etwas Geld für uns verdienen kann, damit wir es einmal ein bisschen besser haben.“ – „Nur zu. Ich brüte so lange das Ei aus.“ Sagte da das Huhn. Und so machte sich das Schwein auf den Weg. Unterwegs traf es auf einen Tagelöhner. Als der das Schwein sah, sagte er zu ihm: „Ei – mein schönes Schwein. Schweine bringen Glück, heißt es. Ich will Dich einmal anfassen! Dann habe ich bestimmt großes Glück und finde eine gute Arbeit.“ Als er sich zu dem Schwein bückte, stolperte er über einen Stein, brach sich das Genick und war sofort tot. „Dem habe ich wohl kein Glück gebracht!“ Sagte da das Schwein zu sich selbst und setzte seinen Weg fort. Kurze Zeit später kam ein Kaufmann des Wegs. Als der das Schwein sah, sagte er zu ihm: „Ei – mein schönes Schwein. Schweine bringen Glück, heißt es. Ich will Dich einmal anfassen! Dann habe ich bestimmt großes Glück mit meinen Geschäften.“ Ehe das Schwein aber antworten konnte, hatte der Kaufmann dem Schwein ein Schlinge um den Hals gelegt und es an seinem Wagen festgebunden. Nun musste das Schwein mit dem Kaufmann mit, ob es wollte oder nicht. Der Kaufmann verkaufte das Schwein auf dem Markt an einen Schlachter und bekam gutes Geld dafür, da es ein recht kräftiges Schwein war. „Da hast Du mir ja ordentlich Glück gebracht!“ Sagte der Kaufmann noch zu dem Schwein, bevor er davonfuhr. „Mir haben Schweine schon immer Glück gebracht.“ Sagte da der Schlachter. Als er dann mit dem Schwein an der Schlachtbank stand, wollte er so tun, als ob er nichts Böses vorhätte und sagte zu dem Schwein: „Ei – mein schönes Schwein. Schweine bringen Glück, heißt es. Ich will Dich einmal anfassen! Dann habe ich bestimmt großes Glück mit meinem Handwerk.“ In Wirklichkeit wollte er aber das Schwein nun schlachten. Doch als er zum tödlichen Hieb ausholte, da traf ihn der Schlag, das Beil fiel ihm aus der Hand und schlug in seinen Nacken, sodass er auf der Stelle tot war. Da lief das Schwein schnell davon. „Dem habe ich wohl kein Glück gebracht!“ Sagte da das Schwein zu sich selbst und machte sich wieder auf den Heimweg. Unterwegs traf es den Kaufmann wieder. Der hatte eine gebrochene Achse an seinem Fuhrwerk und kam nicht weiter. Als er aber das Schwein erblickte, meinte er, das Glück wäre ihm nun wieder günstig, da er ja schon einmal gutes Geld an ihm verdient hatte. Wie er aber auf das Schwein zuging, stieß er mit etwas sehr Großem zusammen. Eh er sich versah, lag er schon unter dem Koloss, mit dem er zusammengestoßen und der auf ihn draufgefallen war und war mausetot. Der Koloss war aber kein anderer als der Nackte Bär. „Dem habe ich also auch kein Glück gebracht.“ Sagte da das Schwein laut. „Was?“ Fragte der Nackte Bär nun. „Ach nichts.“ Erwiderte da das Schwein. „Der Kaufmann war ein schlechter Mensch. Er hat mich gefangen und dem Schlachter verkauft. Es geschah wohl recht, dass ihn jetzt der Teufel geholt hat.“ Fügte es noch hinzu. „Ich bin nicht der Teufel.“ Sagte da der Nackte Bär. „Nein. Und Dir bringe ich bestimmt auch kein Glück. Ich gehe wohl lieber allein weiter.“ Erwiderte das Schwein und lief nun schnell nach Hause zum Huhn. Das Huhn aber hatte inzwischen das Ei ausgebrütet und ein kleines Schwein mit Flügeln zum Kind bekommen. Da freuten sich das Schwein und das Huhn. Von nun an blieb das Schwein aber zu Hause, und sie lebten noch lange und glücklich mit ihrem geflügelten Schweinekind.

    Beste Grüsse

    Fjodor Ursus
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    Alt 04.02.2008, 19:18   #8
    fjodor24
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    Vielen Dank für die "Blumen" auf meiner Homepage (Gästebuch) - Insulaire.

    "Der Nackte Bär in Berlin" hat jetzt auch - wie angekündigt - bei den Gastgeschenken seinen Platz gefunden.

    Beste Grüsse

    Fjodor Ursus
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    Alt 04.02.2008, 21:32   #9
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    uiii

    (und ich dachte, - es wäre zu langweilig)

    danke auch
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    Insu
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    Alt 07.02.2008, 01:55   #10
    fjodor24
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    Die große Rübe


    Es war einmal ein Bauer, der hatte ein kleines Feld. Auf diesem Feld baute er Rüben an. Als es Zeit zum Ernten war, bemerkte der Bauer eine besonders große Rübe. Sie war so groß, dass er erst einmal alle anderen Rüben erntete und die große Rübe im Boden ließ. Als er einige Wochen später auf sein Feld zurückkehrte, war die große Rübe noch viel größer geworden. Weil der Bauer nun langsam Angst um sein kleines Feld bekam, wollte er jetzt doch endlich die große Rübe ernten. Nach vielen Versuchen gelang es ihm schließlich, mit zwei Ochsen und zwei Pferden die große Rübe aus dem Boden zu ziehen. Da er nun nicht wusste, was er mit der großen Rübe machen sollte, so schenkte er sie dem Bürgermeister. Der Bürgermeister war höchst erstaunt über dieses gewaltige Geschenk und da er sowieso seines Amtes müde war, so schlug er den Bauer für das Amt des Bürgermeisters vor, in das man diesen dann auch schließlich wählte. Da der Bauer jetzt Bürgermeister war, gehörte ihm nun die große Rübe wieder. Da schenkte der neue Bürgermeister die große Rübe dem Landesfürsten. Dieser war höchst erstaunt über dieses gewaltige Geschenkt und verschaffte dem neuen Bürgermeister zum Dank eine Stelle an seinem Hofe als Erster Berater. Sogleich fragte er seinen neuen Ersten Berater, was er wohl mit der großen Rübe anstellen sollte. Da riet dieser ihm, die große Rübe doch dem König zu schenken. Schließlich hätte es ihm selbst immer Glück gebracht, die große Rübe an hochgestellte Persönlichkeiten zu verschenken. Gesagt, getan. So wurde die Rübe auf eine extra für sie angefertigten riesigen Wagen geladen, der dann von vier Pferden gezogen werden musste. Die große Rübe wurde aber mit einem großen Tuch zugedeckt. Schließlich sollte niemand dem König Kunde bringen können, bevor das große Geschenk ihn persönlich erreichte. Der Weg zum König führte aber durch einen großen Wald, der an einem Tag nicht zu durchqueren war, so dass mitten im Wald ein Lager aufgeschlagen werden musste. Am Nachmittag des nächsten Tages kamen der Landesfürst und sein Erster Berater samt Geschenk am Hofe des Königs an. Der König freute sich über den Besuch seiner Untertanen und war erstaunt als er hörte, es gäbe ein großartiges Geschenk für ihn. Da ließ der Landesfürst den großen Wagen, der von vier Pferden gezogen wurde, vorfahren und sagte: „Mein hochwohlgeborener König, hiermit erweise ich Euch untertänigst die hoffentlich große Freude, Euch ein außergewöhnlich großes Exemplar einer höchst erstaunlichen Laune der Natur übergeben und schenken zu dürfen!“ Doch was war das? Als die Diener das große Tuch, mit dem die große Rübe bedeckt worden war, zurückzogen, war nichts anderes zu sehen als – der Nackte Bär. Dieser hatte des Nachts sich einen Schlafplatz gesucht und beim Erklimmen des Wagens, auf dem die große Rübe gelegen hatte, diese vom Wagen gestoßen, damit er mehr Platz zum Schlafen hatte. Und nun schlief er eben immer noch. Als der König den Nackten Bären sah, kreischte er laut auf. Dann sah er zum Landesfürsten herüber, rief: „Sie Flegel!“ und verschwand in seinem Palast. Der Nackte Bär aber erwachte nun und nahm schnell Reißaus in den Wald. Der Landesfürst wurde nun seines Amtes enthoben und seinem Ersten Berater blieb nichts weiter übrig als wieder als einfacher Bauer sein Feld zu bearbeiten. Die große Rübe aber fand der Nackte Bär später im Wald wieder und schenkte sie einem großen ausgehungerten Feldhasen. Dieser hatte noch lange sein Auskommen durch die große Rübe. Und so war schließlich einem doch noch geholfen.

    Beste Grüße

    Fjodor Ursus
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    Alt 07.02.2008, 23:11   #11
    Insulaire
     
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    Märchen - die Wahrheit (ja - so schaugts aus)

    Hänsel und Gretel - kannten sich nicht

    von Anfang an ... zu Angesicht !!

    Sie lag dort bei den sieben Zwergen,

    jedoch am Meer, nicht in den Bergen,

    in ihrem Sarg aus Silberglas

    und träumte nur: "Was-soll-denn-das?!"


    Er, Hänsel, saß als Frosch verzaubert

    auf gold'ner Kugel noch. Er zaudert',

    aus dem vertrauten tiefen Nassen

    hüpfend den Brunnen zu verlassen.

    Die Königstochter, die ihm täglich

    ihr Ständchen bracht', jault' unerträglich.


    Rapunzel ließ ihr Haar herunter,

    entzaubert' ihn, zeigt' Liebeswunder.

    Doch Hänsel triebs wie Hänschenklein;

    wollt weiter in die Welt, - allein,

    verließ den süßen Liebeskumpel

    trotz schönstem Zopf. - "Adieu Rapunzel."


    In erster Nacht fand er alsbald

    ein Rosenschloss im finstern Wald.

    Einhundert Jahre stand es dort

    an diesem still-verwunsch'nen Ort.

    Und alles lag in tiefstem Schlaf, -

    Prinzessin, Fee, Koch, Spindel, Schaf.


    Dornröschen!! Hänsel wollt sie wecken,

    begann mit Küssen sie zu necken.

    Jedoch, als sie dabei erwachte, ...

    ihr Aaatem, hundertjährig, brachte

    kein Glück. Er wich zurück und stutzte,

    - weil sie die Zähne niemals putzte.


    Drum, besser gleich als viel zu spät,

    macht' schnellstens er sich auf den Weg

    und traf im Märchenwald sodann

    ein kleines Rumpelstilzchen an,

    das schluchzend um ein Feuer schlich,

    weinte, die Gretel mög' ihn nicht.


    "'Ne Gretel?, wer ist das nun wieder?",

    beugt Hänsel sich zum Gnome nieder.

    Doch dieser ward zum Nackten Bär,

    der brummt': "Bring mir Schneeweißchen her

    und Rosenrot. Ich bitt' dich sehr.

    Nach Gretel fragst du?, ... lebt am Meer."


    Da, aus dem nahen Knusperhause,

    flog eine Hexe mit Gebrause

    auf ihrem Besen durch die Luft;

    die stank nach Schnaps und Knoblauchgruft

    und rülpste kichernd (diese Matz!):

    "Die Gretel kriegst du nie, mein Schatz."


    "Willst du die schönste Maid erringen,

    musst du beim Riesen dich verdingen,

    ihn, wenn er schläft, rasier'n, bezwingen,

    mir drei der gold'nen Haare bringen."

    Dies hörte, hinter einem Stein,

    das mutig-tapf're Schneiderlein.


    - Und sprach, umringt von sieben Fliegen

    (wollt' es diiie nicht schon längst besiegen?):

    "Schenk' mir dein Marmeladenbrot,

    so schlag' ich dir den Riesen tot."

    Gesagt, - getan.

    Der Deal gelang!


    Die Hexe gab, mit tiefem Grollen

    (sie hatt's ja eigentlich nie wollen)

    dem Hänsel noch zwei Fingerknochen,

    die sehr nach Pfefferkuchen rochen,

    und einen Straßen-Wege-Plan.

    Hans meinte mutig: "Pack' mer's an!"


    Er wandert' über sieben Berge,

    sah bald von Weitem schon sechs Zwerge,

    die fröhlich singend Austern säten.

    Der siebte wachte grad' bei Greten,

    die träumend lag, und gar nicht weit,

    im Sarg, - mit ihrem süßen Leib.


    "Schön wie Schneewittchen!", dachte Hans,

    "- wenn die mich liebt, ich glaub', die kann's..."

    Er kramt' hervor die Knöchelchen,

    sticht's in die Nasenlöchelchen

    von Gretel, - wie die Hexe riet.

    Zu tief! Gret nieste - und verschied.


    Der Hänsel stürzt' sich in den Brunnen;

    das Wasser drang ihm in die Lungen.

    Die Königstochter leicht nur schniefte,

    da sie schon längst Rapunzel liebte.

    Tja, Märchen sind brutal, ihr Lieben.

    Wie's Leben halt, - nicht übertrieben.
    __________________
    Insu
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    Alt 08.02.2008, 20:37   #12
    fjodor24
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    Des Oberlehrers Antwort

    Ein großes Medley aus allen Märchen

    und mitten drin das Nackende Bärchen?

    Und noch zualldem,weil's nicht genüge,

    sind die Charaktere aus‘m Gefüge!

    Was sollen blos die Magister denken,

    wenn Chaos wird Gedanken umlenken?

    Kann denn am Ende Beliebigkeit sein?

    Märchen ist Hoffnung und die sagt jetzt - Nein!

    Denn wenn da nichts ist als Spott und der Hohn,

    Dann bleibt ja der Leser so ohne Lohn.

    Doch nun endlich Schluss mit dieser Predigt,

    Das Märchen ist also nicht erledigt!

    Fjodor Ursus
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    Alt 08.02.2008, 22:50   #13
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    Alt 12.02.2008, 06:27   #14
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    Der Falke

    Es war einmal ein Jäger, der hatte nichts als einen Falken, mit dem er zur Jagd ging. Eines Tages sah er einen Knaben, der ganz in der Nähe wohnte, vor seinem Haus stehen. Dieser bewunderte den Falken des Jägers und fragte, ob er ihn nicht ab und an bei der Jagd begleiten dürfe. Der Jäger willigte ein, und der Knabe lernte viel über das Jagen und schloss den Falken in sein Herz. Nun geschah es, dass der Knabe sehr krank wurde. Auch nachdem die verschiedensten Ärzte den Jungen behandelt hatten, wollte sich sein Zustand nicht bessern. Im Gegenteil, der Knabe war dem Tode schon nah. Da sagte er zu seiner Mutter, dass er nichts weiter begehre als den Falken des Jägers, um wieder gesund zu werden. Da ging die Mutter, eine junge, schöne und obendrein reiche Witwe von hohem Stande, in ihrer Verzweifelung zu dem Jäger. Da sie aber wusste, dass der Jäger nur diesen Falken besaß, um sein Auskommen zu haben, wollte sie nicht sogleich um diesen bitten und fragte ihn daher, ob sie nicht bei ihm ein Mahl einnehmen dürfe. Der Jäger zeigte sich erfreut und bat die hohe Dame herein. Da er so überrascht und verwirrt über den Besuch der hohen Dame war, die eben auch jung und schön war und deren Absichten unklar waren, so wollte er ihr etwas besonderes vorsetzen. Da er aber einige Tage nicht hatte jagen können, hatte er keinerlei Speisen im Hause. Da sah er in seiner Not auf seinen Falken und gedachte, der vornehmen schönen Dame, sein Vornehmstes, was er hatte, nämlich jenen Falken zu opfern und ihr als Braten vorzusetzen. Doch plötzlich polterte es an der Tür. Die Mutter des Knaben erschrak, aber der Jäger sprang sogleich zur Tür. Draußen stand der Nackte Bär und sagte: „Guten Tag Jäger. Ich bin vorhin aus Versehen mit einem großen Hirsch zusammengestoßen. Dabei hat der sich wohl das Genick gebrochen und da ich Dich schon einige Tage nicht mehr im Wald gesehen habe, dachte ich, du könntest damit etwas anfangen. Da er sowieso tot ist, braucht er ja nicht im Wald zu bleiben.“ Da freute sich der Jäger und machte aus dem Hirsch einen vorzüglichen Braten. Sein Gewissen begann ihn aber gleichzeitig zu plagen, da er sich nun erinnerte, dass er seinen Falken zuerst hatten schlachten wollen. Da ging er schließlich zu dem Falken sagte: „Mein Falke, es war schändlich von mir, dass ich dich hatte schlachten wollen, verzeih mir. Von nun an sollst Du nur noch für Dich selbst die Beute erjagen. Und so fliege nun weit in fremde Wälder, such Dir eine neue Heimat, und kehr nie wieder hierher zurück!“ Mit diesen Worten entließ er den Falken in die Freiheit. Als nun das Mahl beendet war, lenkte die Mutter das Gespräch auf ihren Sohn und erzählte von dessen schwerer Krankheit. Schließlich brachte sie die Bitte ihres Sohnes hervor, ihm den Falken zu vermachen und dass dies wohl die letzte Hoffnung auf eine Heilung wäre. Da nahm alle Bestürzung der Welt den Jäger ein und er schwieg einige Zeit mit versteinerter Miene. Die Mutter dachte zuerst, der Jäger sei voller Gram, weil er sich von seinem höchsten Gut trennen sollte und trug sich schon mit dem Gedanken, dessen Haus ohne den Falken zu verlassen. Schließlich ward sie aber bezwungen durch die Liebe zu ihrem Sohn und wartete auf eine Antwort. Da begann der Jäger zu reden und erzählte, wie sich alles zugetragen hatte. Als die Mutter des Knaben dies alles erfahren hatte, ward sie ergriffen von der Güte des Jägers gegen Sie und seinen Falken. Da sie nun aber nicht das bekommen, was sie sich so erhofft hatte, verließ sie betrübt das Haus des Jägers, setzte sich in ihre Kutsche und machte sich auf den Heimweg. Nach einiger Zeit hielt die Kutsche. Erschreckt rief der Kutscher der Mutter des Knaben zu: „Da steht ein Ungeheuer auf der Strasse!“ Tatsächlich war es aber der Nackte Bär, auf dessen Schulter der Falke saß. Da kam der Nackte Bär zu der Kutsche und sagte zu der Mutter des Knaben: „Der Falke wollte sich gern von dem Knaben verabschieden, bevor er das Weite sucht.“ Da war die Freude groß und als der Knabe den Falken sah, wurde er schnell wieder gesund. Die Mutter des Knaben aber ging bald zu dem Jäger und sagte zu ihm: „Lieber einen Mann ohne Geld als Geld ohne einen Mann!“ Dann heirateten sie, und alle lebten noch lange und glücklich miteinander.

    Fjodor Ursus
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    Alt 12.02.2008, 10:06   #15
    spanish-eyes1971
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    Also Fjodor ich habe heute mal die Zeit gefunden alle Deine geschichten zu lesen. Ich fühlte mich wieder in meine Märchenbücher aus Kindertagen zurück versetzt. Wirklich Klasse. Davon will ich unbedingt noch mehr ....
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    Alt 12.02.2008, 13:26   #16
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    Zitat:
    Zitat von spanish-eyes1971
    <div id="displayQuote2">Also Fjodor ich habe heute mal die Zeit gefunden alle Deine geschichten zu lesen. Ich fühlte mich wieder in meine Märchenbücher aus Kindertagen zurück versetzt. Wirklich Klasse. Davon will ich unbedingt noch mehr .... </div>
    http://dernacktebaermaerchen.oyla11.de

    Vielleicht hilft ja eine "Anfeuerung" im Gästebuch?
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    Alt 13.02.2008, 21:41   #17
    spanish-eyes1971
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    In welchem Gästebuch denn? Gibts denn hier sowas? Oder meinst du die HP? Werde da gleichmal reinsehen.
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    Alt 13.02.2008, 23:39   #18
    fjodor24
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    Wow - wenn das so weitergeht, ist das Gästebuch bald voll. Danke - spanish-eyes. Und schon kommen die ersten Starallüren - von wegen Setz Dich sofort hin und schreib weiter:

    Unter Druck kann ich nicht arbeiten!

    Naja, vielleicht klappt's ja doch noch...

    Fjodor Ursus
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    Alt 16.02.2008, 02:17   #19
    fjodor24
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    Das einsame Mädchen

    Es war einmal ein Mann, der lebte mit seiner Tochter in einem kleinen Haus. Eines Tages musste er eine größere Reise antreten. Da sagte er zu seiner Tochter: „Ich lass Dir genug zu essen im Haus. Das wird reichen, bis ich wieder hier bin. Sollte jemand in das Haus wollen, so sage: ‚Mein Vater ist ein großer starker Mann, und er wird bald nach Hause kommen.‘ Dann wird derjenige wieder gehen. Sollte der Gleiche aber später wiederkommen, so sage dann: ‚Mein Vater ist daheim und schläft. Wenn ich ihn aufweck‘, wird er furchtbar bös.‘ Dann wird derjenige wieder gehen.“ Nachdem er das Mädchen so belehrt hatte, ging er fort und versprach, so schnell als möglich wiederzukommen.

    Als der Vater nun einige Zeit fort war, klopfte es an der Tür. Das Mädchen fragte: „Wer ist da?“ – „Ich bin ein Freund Deines Vaters. Öffne doch die Tür!“ Sagte draußen eine grobe Stimme. Da erwiderte das Mädchen: „Mein Vater ist ein großer starker Mann, und er wird bald nach Hause kommen.“ Da verstummte die Stimme. Einige Zeit später klopfte es wieder an der Tür. Das Mädchen fragte: „Wer ist da?“ – „Ich bin ein lieber, guter Freund Deines Vaters. Ach, öffne doch bitte die Tür, und lass mich ein!“ Antworte eine feine, freundliche Stimme, und das Mädchen erkannte, dass es diesmal jemand anderes war als beim ersten Mal. Also sagte es: „Mein Vater ist ein großer Starker Mann, und er wird bald nach Hause kommen.“ Da verstummte auch diese Stimme. Als wieder etwas Zeit vergangen war, klopfte es erneut an der Tür. Wieder fragte das Mädchen und erkannte, dass es die gleiche feine, freundliche Stimme wie beim letzten Mal war, die um Einlass bat, da sagte sie: „Mein Vater ist daheim und schläft. Wenn ich ihn aufweck‘, wird er furchtbar bös.“ Da verstummte die Stimme, und das Mädchen hatte wieder seine Ruhe. Hoffentlich kommt der Vater nun bald zurück, sagte es zu sich selbst. Da klopfte es aber wieder an der Tür. Wieder fragte die gleiche feine, freundliche Stimme wie beim letzten Mal. Nun wusste das Mädchen aber nicht mehr, was es sagen sollte und fing zu weinen an. Die Stimme von draußen sagte aber: „Ich kann dich trösten und beruhigen, lass mich ein, und Dir wird viel Gutes widerfahren.“ Und weil das Mädchen so einsam war und die Stimme so freundlich klang, öffnete es die Tür. Vor der Tür stand aber eine böse, alte Hexe, die sich nur freundlich gestellt hatte und das Mädchen in Wirklichkeit entführen wollte. Eines war aber seltsam, denn das Mädchen sah zuerst die Füße der Hexe, nachdem es die Haustür geöffnet hatte. Die Hexe stand auf einem Hügel, der sich vor der Tür angehäuft hatte. Vor Schreck fiel das Mädchen auf den Hügel und stach ihn mit dem großen Haustürschlüssel. „Au!“ Rief da der Hügel und bewegte sich. Da fiel die Hexe samt Besenstiel herunter. Doch während sie herunterfiel, wollte sie sich auf ihrem Besenstiel abstützen. Dabei zerbrach dieser aber, und die Hexe wurde von dem nun spitzen Rest des Schaftes aufgespießt und war sofort tot. Der Hügel aber stand auf, und es war kein anderer als der Nackte Bär. Er erzählte, dass er vor längerer Zeit geklopft hatte, weil er den Vater besuchen hatte besuchen wollen. Als die Tochter aber gesagt hatte, dass der Vater bald nach Hause käme, hatte er sich einfach vor die Tür gelegt und war eingeschlafen. Danach hatte dann die böse Hexe ständig versucht, in das Haus zu kommen, was er aber, weil er ja geschlafen hatte, gar nicht bemerkt hatte.

    Doch nun war die Hexe tot. Der Vater kam aber auch bald heim und hatte gute Geschäfte in der Ferne gemacht, sodass er seiner Tochter ein schönes Kleid als Geschenk hatte mitbringen können. Der Nackte Bär aber bekam eine dicke Wollmütze geschenkt. Und so war doch noch alles gut gegangen.

    Beste Grüsse

    Fjodor Ursus
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    Alt 16.02.2008, 13:25   #20
    hallo_hase
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    Schön, mir gefällt sowas sehr gut
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